Faustball-Regionalliga der Männer Einmal spannend, einmal dramatisch

Der Lemwerder TV ist beim Saisonauftakt leer ausgegangen. Das Team von Trainer Uwe Kienast unterlag dem Zweitliga-Absteiger TuS Empelde sowie dem TSV Burgdorf mit 2:3.
13.11.2019, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Lemwerder. „Den Einstieg in unsere Saison hätte ich mir etwas anders vorstellen können“, erklärte Uwe Kienast, der Trainer der in Faustball-Regionalliga Niedersachsen spielenden Männer des Lemwerder TV, nach dem erst spannend, dann geradezu dramatisch verlaufenen Spieltag in Empelde bei Hannover. Dort stand der LTV schließlich nach zwei 2:3-Niederlagen gegen Zweitliga-Absteiger TuS Empelde und den TSV Burgdorf mit leeren Händen da.

„Ich bin echt stolz auf die Jungs, auch wenn noch nicht alles so zusammenlief, wie wir uns dies vorgestellt hatten. Sowohl die Abwehr als auch der Angriff standen stabil, und alle sind der Lage, mit dem Niveau der anderen mitzuhalten“, fand Uwe Kienast aufbauende Wort für seine enttäuschten Spieler. Die sind bereits am kommenden Sonntag beim Spieltag in Ahlhorn wieder gefordert. Besonders den vergebenen Matchbällen gegen Burgdorf trauerten die Lemwerderaner hinterher.

Lemwerder TV – Tus Empelde 2:3 (11:8, 9:11, 11:9, 8:11, 9:11): Der LTV begann mit Patrick Suhren in der Mitte, Florian Martin und Sebastian Drees in der Abwehr sowie Patrick Bartelt und Matti Kienast im Angriff. Die Partie war zunächst von guten Angaben geprägt. „Auf unserer Seite variierte Patrick Bartelt nach Belieben. Auf seine harten, präzisen Schläge konnten sich die Empelder Spieler anfangs nicht einstellen“, erklärte Uwe Kienast. Gute Annahmen und präzise Vorlagen der Abwehr sowie hart platzierte Rückschläge von Matti Kienast entschieden Satz eins zugunsten des LTV.

Im zweiten Satz wurden die Ballwechsel bereits länger und am Ende setzte sich Empelde über 5:5, 7:7 und 9:9 durch. In Durchgang drei geriet Lemwerder durch einen Angabefehler und ein Ass der Empelder mit 7:9 in Rückstand, wusste sich aber zu steigern und gewann noch mit 11:9.

Für Florian Martin kam nun Daniel Bartelt in der Abwehr zum Einsatz. Auch der vierte Satz war geprägt von langen Ballwechseln, und bis zum 8:8 waren keine Vorteile auszumachen. Zum Ende hatte Empelde das Quäntchen mehr Glück. Im Entscheidungssatz (Lasse und Matti Kienast gingen in die Abwehr, Daniel Bartelt gesellte sich zu seinem Bruder in den Angriff) ging es bis zum 5:5 hin und her. Nach dem Seitenwechsel landeten einige LTV-Angriffe im Netz, beim 5:9 kündigte sich die Entscheidung an. Doch die LTV-Männer steckten nicht auf und schmetterten die harten Rückschläge des TuS Empelde postwendend zurück. Es hieß 8:9 und 9:10 bevor ein von Daniel Bartelt als direkter Punkt geschlagener Ball hauchdünn die Netzkante berührte. Nach 90 Minuten war Lemwerders bittere Niederlage besiegelt.

„Das Spiel stand auf einem technisch hochwertigen Niveau, und es war wirklich ansehnlich mit spektakulären Rettungsaktionen auf beiden Seiten. Die Empelder waren aber den entscheidenden Tick druckvoller im Angriff als wir“, lautete das Fazit von Uwe Kienast, der aber auch von einer „vermeidbaren Niederlage“ sprach.

Lemwerder TV – TSV Burgdorf 2:3 (11:5, 8:11, 11:8, 8:11, 12:14): Wer die erste Partie des LTV als äußerst spannend einstufte, der musste nach der zweiten schon von einem dramatischen Verlauf sprechen. Mit Lasse und Matti Kienast sowie Patrick Suhren in der Abwehr und den Bartelt-Brüdern im Angriff ging der LTV nach zehnminütiger Pause in seine zweite Partie. „Gleich im ersten Satz wollten unsere Jungs zeigen, wer hier Herr im Haus ist. Das haben sie auch eindrucksvoll gemacht“, hatte Uwe Kienast zunächst seine Freude am Auftritt. Der zweite Satz verlief indes nicht so wie erwartet. Die Gegner hatten umgestellt und drehten mit lautstarker Zuschauerunterstützung den Spieß um.

Im dritten Satz kam Florian Martin für Matti Kienast ins Spiel. Jetzt hatte wieder Lemwerder die Nase vorn. Im vierten ersetzte Sebastian Drees Lasse Kienast. Bis zum 7:6 lief für den LTV alles nach Plan, doch zwei Fehlangaben und ein Rückschlagfehler führten zum Satzverlust. Im entscheidenden Durchgang startete Matti Kienast für Daniel Bartelt im Angriff. „Unsere Jungs legten mit Vollgas los, alle spielten mit hohem Einsatz und überrannten die Burgdorfer förmlich mit 9:2“, war Uwe Kienast geradezu begeistert.

„Dann passierte das, was ich bis dato so noch nicht erlebt habe“, wurde aus der Begeisterung schieres Entsetzen. Den Sieg vor Augen hätte sich das Team unerklärliche Aussetzer bei der Angabe und beim Stellen der Bälle ans Netz erlaubt. Uwe Kienast: „Alle wollten nur noch auf Nummer sicher spielen und ließen die letzte Entschlossenheit fehlen.“ So kamen die Burgdorfer, angepeitscht von ihren Fans, über 5:9 auf 8:9 heran. Trotzdem hatte der LTV beim 10:8 den ersten Matchball. Doch der wurde kläglich verstellt und konnte nur als Sicherheitsball hinübergespielt werden. Postwendend setzten die Burgdorfer den Punkt. Und da auch die Matchbälle Nummer zwei und drei ungenutzt blieben, war die Siegchance zerstört.

„Die Jungs waren im zehnten Satz des Tages am Ende ziemlich platt. Ich hätte vielleicht im Angriff die Verantwortung der Angabe auf Matti übertragen sollen. Am Ende fehlten uns ein kühler Kopf und eine überlegte Aktion, um mit zwei Punkten die Heimreise antreten zu können“, gab sich Trainer Uwe Kienast selbstkritisch.

Lemwerder TV: Patrick Suhren, Florian Martin, Sebastian Drees, Patrick Bartelt, Matti Kienast, Lasse Kienast, Daniel Bartelt.

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