Meine Woche

Enttäuschung über Werder-Ergebnis und Verletzung

Sebastian Drees spielt Faustball beim Regionalligisten Lemwerder TV. Er wohnt in Lemwerder und läuft zudem für die Fußballer des FSV Warfleth auf.
17.12.2019, 14:24
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Enttäuschung über Werder-Ergebnis und Verletzung

Sebastian Drees spielt seit seinem zwölften Lebensjahr Faustball und ist nun im Kader des Regionalligisten Lemwerder TV.

WK

Mittwoch, 11. Dezember: Mein Tag beginnt um 5 Uhr morgens. Ich stehe entspannt auf und mache mich fertig für meinen Arbeitstag. Momentan absolviere ich eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei Abeking & Rasmussen und befinde mich im ersten Lehrjahr. Zurzeit mache ich einen Schweißlehrgang, der die wichtigsten Schweißtechniken beinhaltet. Für die Ausbildung habe ich mich entschieden, da das Themenfeld bei diesem Beruf sehr groß ist. Ich interessiere mich auch sehr dafür und es bereitet mir sehr viel Spaß, im Team zusammenzuarbeiten. Dies stellt auch eine wichtige Voraussetzung dar. Um 15 Uhr habe ich Feierabend und fahre mit meinem Golf V nach Hause. Ich packe dann meine Sachen zusammen, damit ich ins Fitnessstudio fahren kann. Meistens gehe ich gemeinsam mit einem Freund, Tim Meyer, ins „Kingdom of Sports“ in Delmenhorst, damit wir uns gegenseitig bis ans Limit pushen können. Anschließend lasse ich den Tag bei meiner Freundin ausklingen.


Donnerstag, 12. Dezember: Heute muss ich zur Berufsschule nach Brake fahren, was gleichzeitig bedeutet, dass ich eine Stunde länger schlafen kann. Mein Auto ist morgens immer voll besetzt, da ich noch vier weitere Auszubildende, Patrick Plässer, Derik Schunk, Matteo Müller sowie Robert Junozuvic mitnehme. Die kommen allerdings nicht alle aus meinem Betrieb. Nach sechs Stunden Elektro-Unterricht gehe ich donnerstags meistens ins Fitnessstudio, so auch heute. Am Abend steht dann noch das Faustball-Training beim Lemwerder TV in der Ernst-Rodiek-Halle in Lemwerder auf dem Terminplan. Hier spiele ich bereits seit meinem zwölften Lebensjahr. Wir, also die erste Männer-Mannschaft vom LTV, bestehend aus Patrick Suhren, Patrick Bartelt, Daniel Bartelt, Matti Kienast, Lasse Kienast, Florian Martin und meiner Wenigkeit, sowie die erste Frauen-Mannschaft bereiten uns auf die am Wochenende stattfindenden Spieltage vor. Donnerstags wird das Augenmerk allerdings auf die Damen gerichtet, da das Männer-Training, natürlich auch mit weiblicher Beteiligung, immer dienstags stattfindet. Trainiert werden wir von Uwe Kienast, Patrick Bartelt, Sandra Weigt und Arthur Dick. Jeder ist voll bei der Sache und höchst konzentriert, um sich optimal auf den Spieltag vorzubereiten. Aber auch für ein paar Späße ist immer Platz. Danach falle ich sehr ermüdet in mein Bett, was auch kein Wunder ist nach so einem Tag.


Freitag, 13. Dezember: Da ich mich noch im ersten Lehrjahr befinde, habe ich heute ebenfalls Schule. Neben Elektrotechnik steht auch noch Englisch- und Politikunterricht auf dem Stundenplan. Den Freitagnachmittag verbringe ich meistens ganz entspannt mit meiner Freundin oder ich treffe mich mit Freunden wie Tim Meyer. Doch heute steht eine Weihnachtsfeier auf dem Programm, bei der ich mit Arbeitskollegen in Bischoff´s Gasthof in Motzen essen gehe und einen netten Abend verbringe.


Sonnabend, 14. Dezember: Normalerweise bin ich sonnabends wegen Werder immer in Bremen. Da Werder aber in der Fußball-Bundesliga in München ranmuss, schaue ich mir das Spiel bei meinem Teamkollegen Lasse Kienast an. Natürlich fiebere ich genauso vor dem Fernseher mit wie live im Stadion. Beim 1:0 für Werder von Milot Rashica ist die Freude natürlich groß. Dennoch kommt Bayern noch vor der Pause mit einem Doppelschlag zurück. Ich habe aber noch Hoffnung auf etwas Zählbares. Doch Bayern nutzt seine Chancen in der zweiten Halbzeit und ist auch überlegen – am Ende steht ein enttäuschendes 6:1 für Bayern. Dazu verletzt sich auch noch Werders Verteidiger Theo Gebre Selassie und fällt wohl länger aus. Trotz des schlechten Ergebnisses ist der Abend noch ganz schön, weil ich bei „Beef&Beats“ in Ganderkesee leckeren Burger esse. Ausnahmsweise geht es dann mal früh ins Bett, da morgen ein wichtiger Faustball-Spieltag ansteht.


Sonntag, 15. Dezember: Um 8.30 Uhr komme ich in der Ernst-Rodiek-Halle an. Die Vorbereitungen auf unseren letzten Heimspieltag beinhalten unter anderem Brötchenschmieren und Getränkeholen. Wir begrüßen den TuS Empelde und den TSV Burgdorf aus der Region Hannover als Gäste und eröffnen den Spieltag mit der Partie gegen Burgdorf. Im ersten Satz drehen wir den Spieß nach einem 6:9 mit fünf Punkten in Folge noch zu einem 11:9 um. Nach einer 9:11-Niederlage im zweiten Durchgang entscheiden wir den dritten Satz dann wieder für uns, obwohl Burgdorf nach einem 5:10 noch auf 9:10 verkürzt. Den vierten Abschnitt geben wir nach einem Zwischenstand von 10:10 mit 10:12 ab. Somit geht es in einen Entscheidungssatz. Diesen gewinnt Burgdorf mit 11:8. Wir sind zwar enttäuscht, wollen aber die positiven Dinge mitnehmen und im zweiten Spiel auch umsetzen. Gegen Empelde sind bei uns alle heiß, da wir im letzten Spiel vor heimischem Publikum noch einmal einen Sieg davontragen wollen. Trotz unserer hoher Eigenfehleranzahl, mit der wir selber nicht zufrieden sind, holen wir uns den ersten Satz mit 11:7. Im zweiten Durchgang behalten wir dann sehr gut die Nerven, machen als Team die Räume eng und geben somit dem gegnerischen Schlagmann wenig Möglichkeiten zu punkten. Dies führt zu unserem Satzgewinn mit 11:3. Im dritten Satz erleben wir auf einmal einen unerklärlichen Einbruch und liegen zwischenzeitlich mit 1:9 in Rückstand. Wir kämpfen uns zwar noch einmal auf 6:9 heran. Aber es reicht leider nicht mehr zum Satzgewinn. Im vierten Abschnitt verpassen wir es, nach einer 9:7-Führung, den Sack zuzumachen, sodass Empelde zum 2:2 ausgleicht. Der fünfte und letzte Satz ist dann ein absoluter Krimi. Das Spiel hätte in beide Richtungen kippen können. Auf beiden Seiten wird um jeden Ball gekämpft. Letztlich hat Empelde das glücklichere Ende für sich und setzt sich in der Verlängerung mit 15:13 durch. Am Ende des Tages ist die Enttäuschung natürlich groß, da wir uns mehr erhofft hatten. Aber ich kann sagen, dass vor allem das letzte Spiel gegen Empelde von der Intensität her sehr viel Spaß gemacht hat, auch wenn wir am Ende als Verlierer vom Platz gegangen sind.


Montag, 16. Dezember: Ich nehme mir meinen letzten Urlaubstag für dieses Jahr. Folglich habe ich nicht allzu viel geplant. Ich schlafe zunächst aus und fahre dann ins Fitnessstudio. Nach meiner Rückkehr gehe ich mit unserem Hund spazieren, da ansonsten keiner zu Hause ist. Dann komme ich endlich mal dazu, mein Auto zu waschen und aufzuräumen. Gleiches gilt für mein Zimmer. Es verschlägt mich am Abend auch noch auf den Weihnachtsmarkt nach Bremen, den ich mit meiner Freundin besuche.


Dienstag, 17. Dezember: Nach der Arbeit besuche ich das Weserstadion. Werder bestreitet in der Fußball-Bundesliga das letzte Heimspiel der Hinrunde gegen den FSV Mainz 05. Mainz ist ein direkter Gegner im Kampf um den Klassenerhalt. Ich fiebere dem Spiel bereits den ganzen Tag entgegen.


Maximilian Schwier, der Kapitän der Tennis-Herren des Beckedorfer TC, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Info

Zur Person

Sebastian Drees (20

spielt Faustball beim Regionalligisten Lemwerder TV. Er wohnt in Lemwerder und absolviert zurzeit sein erstes Lehrjahr zum Elektroniker für Betriebstechnik bei einer Schiffs- und Jachtwerft. Drees läuft zudem für die Fußballer des FSV Warfleth auf.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+