Ferienbetreuung Lemwerder Procedes möchte mit Gemeinde kooperieren

Wenn die Qualität der von Lemwerder angebotenen Ferienbetreuung erhalten bleiben soll, muss die Gemeinde rund 30.000 Euro in die Hand nehmen. Mit Procedes möchte ein örtliches Unternehmen gerne einsteigen
05.12.2021, 12:00
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Procedes möchte mit Gemeinde kooperieren
Von Barbara Wenke

Eltern möchten, dass die Gemeinde ihnen eine verlässliche Ferienbetreuung für ihre Kinder anbietet. Selbst wollen sie die Nutzung des Angebots aber nicht verbindlich zusagen. "Die Eltern wollen sich gerne kurzfristig entscheiden können, falls ihre Kinder sich zwischenzeitlich zum Spielen verabreden wollen", sagt Jutta Zander. Der Gemeinde Lemwerder erschwert diese Haltung die Planung für eine Ferienbetreuung 2022.

Zander, Fachbereichsleiterin in Lemwerders Gemeindeverwaltung, und insbesondere Mitarbeiterin Silke Dammann hatten im ablaufenden Jahr sechs Wochen lang Aktionen für den Nachwuchs berufstätiger Eltern auf die Beine gestellt – eine Woche zu Ostern, drei in den Sommerferien sowie zwei in den Herbstferien. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben durch die Corona-Pandemie mussten sie mehr Fachkräfte einsetzen als geplant, und überzogen den Etat um 2400 Euro pro Woche.

Dennoch soll auch im Jahr 2022 wieder eine Ferienbetreuung stattfinden. "Das ist mein Herzensprojekt", sagt Silke Dammann. Gerne würde sie wieder das pädagogische Fachpersonal beauftragen, doch dann sei der Haushaltsansatz in 2022 auf 30.000 Euro zu erhöhen, so die Planerin. Alternativ könnten in Eigenregie kostengünstige Vertragspartner gesucht werden. Im Haushalt 2022 wären dann 18.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Allerdings bestehe dann die Gefahr, dass Qualität verloren geht, berichtete Silke Dammann dem Jugendausschuss der Gemeinde.

Neuratsfrau Bianka Ludwig (FDP) bringt eine Kooperation ins Spiel. Ihr Arbeitgeber, der Digitaldruck-Spezialist Procedes Chenel, benötigt für seine Mitarbeiter eine verlässliche Ferienkinderbetreuung. 2020 habe das Unternehmen eine eigene Betreuung auf die Beine stellen wollen, doch dann durchkreuzte die Corona-Pandemie das Vorhaben. Nun können sie sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen, sobald man sich über den benötigten Zeitraum einig werden könnte.

Ratsfrau Joana Assing (SPD) schlägt vor, dass die Hortmitarbeiter für die Ferienbetreuung während der Hort-Schließzeit werben sollten. Obwohl sie als alleinerziehende Mutter auf derartige Angebote angewiesen sei, habe sie nichts von der Ferienbetreuung gewusst, bedauert Assing.

2021 hatten jeweils zwischen acht und 13 Jungen und Mädchen an den Aktionswochen teilgenommen. Die Sechs- bis Zwölfjährigen verbrachten täglich rund acht Stunden zusammen. Die Gemeindeverwaltung war vor Beginn der Coronakrise von einem Zuspruch von 25 Kindern pro Ferienwoche ausgegangen.

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