Springreiten

Gold für Janne Sosath-Hahn

Sturmvogel-Springreiterin gewinnt auf Cadora die deutsche Amateur-Meisterschaft in Münster-Handorf
29.09.2020, 16:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann

Berne. Janne Sosath-Hahn vom Stedinger RFV Sturmvogel Berne hat einen Riesenerfolg im Springsport erreicht. Die immer ein wenig im Schatten ihres ganz auf den Reitsport fixierten Bruders Hendrik Sosath stehende Amazone gewann in Münster-Handorf erstmals den in drei Prüfungen ermittelten deutschen Amateur-Meistertitel.

Den Grundstein für ihren späteren Erfolg legte Sosath-Hahn mit ihrem Triumph in der ersten Prüfung, einem Springen der Klasse S mit einem Stern. Auf der von ihrem Vater Gerd Sosath gezogenen Oldenburger Stute Cadora, die auch schon Gerd Sosath selbst und Hendrik Sosath zu so manchem Erfolg verholfen hatte, siegte sie ohne Abwurf. „Ich wusste, dass Cadora gut drauf ist“, teilte Janne Sosath-Hahn mit. In schnellen 70,62 Sekunden verwies die Vertreterin des Landesverbandes Weser-Ems Nadine Legros vom Landesverband Hannover um knapp zwei Sekunden auf die zweite Position. „Dadurch hatte ich glücklicherweise schon mal einen kleinen Vorsprung“, frohlockte die 34-Jährige.

Im zweiten S-Springen mit einem Stern blieben Janne Sosath-Hahn und ihre 13-jährige Stute, die sie seit zwei Jahren reitet, wiederum ohne Fehler. In 80,02 Sekunden vermied sie als Achte um etwa drei Sekunden einen Strafpunkt für eine Zeitüberschreitung. „Da bin ich relativ langsam und auf Sicherheit geritten“, erklärte Sosath-Hahn. Es siegte in dieser Prüfung souverän die ebenso für den Landesverband Weser-Ems startende Pia Wernke aus Hahndorf-Langenberg auf Little Crazy Jumper ohne Fehler in 73,17 Sekunden.

Zum Abschluss der DM wurde ein S-Springen mit Siegerrunde ausgetragen. Unter anderem, weil Pia Wernke sich hier vier Strafpunkte leistete, verschaffte sich Janne Sosath-Hahn mit der schnellsten ersten Runde aller Teilnehmer eine glänzende Ausgangsbasis vor der Siegerrunde im Hinblick auf die Gesamtwertung. „Als schnellste Reiterin durfte ich als letzte Reiterin in der Siegerrunde starten und somit darauf reagieren, was die Konkurrenz macht“, blickt Janne Sosath-Hahn, die mit einem erneuten fehlerlosen Auftritt in die Zusatzrunde einzog, zurück. Hier erlaubte sie sich zwar ihren ersten und einzigen Abwurf auf Cadora, hatte aber dennoch im Gesamtklassement die Nase vorne. „Ich wusste, dass ich ohne einen Fehler in der Siegerrunde den Meistertitel erringen würde. Da wollte ich es einfach ein bisschen zu gut machen. Dadurch, dass ich vom Platzsprecher auch vollmundig als die Favoritin angekündigt wurde, war der Druck für mich auch groß“, teilte die 34-Jährige mit. Die dritte Prüfung gewann Ann-Kathrin Betz (Landesverband Saarland) auf Armani, die als einzige Teilnehmerin in beiden Runden ohne Strafpunkt auskam.

Am Ende verwies Janne Sosath-Hahn ihre Verbandskollegin Victoria Klatte von der RG Klein Roschwarden auf Twilight mit 164,75 Punkten um gerade einmal 0,25 Zähler auf den zweiten Platz. Hätte Klatte in der dritten Prüfung nicht im ersten Umlauf einen Strafpunkt für eine leichte Zeitüberschreitung kassiert, wäre sie noch an Sosath-Hahn vorbeigekommen. „Nach meinem Fehler in der Siegerrunde war ich auch davon ausgegangen, dass Victoria Klatte an mir vorbeizieht. Ich dachte, dass ich mir nur einen Strafpunkt leisten darf“, verriet Janne Sosath-Hahn. Deshalb sei die Freude über die Goldmedaille am Ende dann um so größer gewesen.

Sosath-Hahn hatte sich mit den drittmeisten Punkten für die Amateur-DM qualifiziert, bei der nur Reiter im Alter von 25 Jahren und älter starten durften, die nicht mit mehr als drei Pferden in dieser Saison erfolgreich waren. Ursprünglich sollte die DM in Ingolstadt stattfinden. Wegen dort steigender Corona-Zahlen übernahm vier Wochen vorher aber Münster das Event. „Für diese kurze Vorbereitungszeit haben sie es dort auch echt toll gemacht“, lobte Janne Sosath-Hahn den Veranstalter. In den vergangenen Jahren sei sie stets mit dem Ziel, die Top Ten zu erreichen, angereist und auch stets recht gut unterwegs gewesen. „Da hatte ich aber dann letztendlich immer ein bisschen Pech. Jetzt habe ich erstmals auf eine Medaille gehofft“, so Sosath-Hahn.

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