Radweg von Lemwerder nach Delmenhorst Grüne bevorzugen den Bahndamm

Lemwerders Grünen-Fraktionsvorsitzende Brigitta Rosenow begrüßt eine Fahrradstrecke entlang des Bahndammes und ist mit ihrer Fraktion nicht der Meinung, dass der Weg an der Weser eine bessere Alternative ist.
14.01.2022, 10:00
Lesedauer: 2 Min
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Grüne bevorzugen den Bahndamm
Von Iris Messerschmidt

Lemwerder. Brigitta Rosenow, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat Lemwerder, hatte laut eigener Angaben dieser Tage wie auch ihre Parteikollegen den einen oder anderen verwunderten Nachfrager. Zwar seien sich laut Brigitta Rosenow "Herr Mittag, Herr Dähne und Frau Winkelmann einig, dass die schönere Strecke an der Weser entlangführt – sogar inklusive gastronomischem Ziel". Doch in der Berichterstattung "Viele Wege führen an die Weser" sei laut Brigitta Rosenow ein falscher Eindruck entstanden. So sei der Radweg an der Weser zwar schön, allerdings machen die Grünen deutlich: "Wir begrüßen eine Fahrradstrecke entlang des Bahndammes und sind nicht der Meinung, dass der Weg an der Weser eine bessere Alternative darstellt. Die Wege können sich ergänzen, aber es gibt keine bessere und direktere (und schönere!) Verbindung als die über den Bahndamm", möchte Brigitta Rosenow richtig stellen.

Das Thema Radwegeausbau über den ehemaligen Bahndamm ist – wie berichtet – in Delmenhorst schon längst beschlossene Sache. Wo früher einmal Züge rollten, sollen irgendwann Radfahrer in die Pedalen treten – mit dem Umbau der alten Bahntrasse in Richtung Lemwerder hat die Stadtverwaltung in Delmenhorst im vergangenen Jahr begonnen. In Lemwerder wurde vom alten Gemeinderat die Diskussion ad acta gelegt, mit einem Mehrheitsbeschluss im Juli 2021. Demnach sollte es einen Vertrag geben, der besagt, dass auf dem ehemaligen Bahndamm kein Radweg gebaut wird und die Verwaltung die Kosten für einen Rückbau ermittelt sowie Verhandlungen mit den Anliegern über einen Rückkauf auf Lemwerderaner Gemeindegebiet führt. Die Verwaltung investierte Arbeit, es folgten Wahlen und ein neuer Gemeinderat, zuletzt stand im Dezember 2021 die Aufhebung des vorgenannten Beschlusses – soll heißen, kein Verkauf des Geländes. Eine "bisher sehr emotional geführte" Diskussion um den Radwegeausbau stehe laut Rosenow zwar kurzfristig gar nicht an, dennoch würden an sie und ihre Fraktion entsprechende Fragen herangetragen und so wolle sie den Standpunkt ihrer Fraktion nochmals deutlich hervorheben.

Radweg als Pendlerstrecke

Rosenow: "Inzwischen wissen wir es alle: Wollen wir den Klimawandel auch nur in Grenzen halten, dann müssen wir unser Alltagsverhalten verändern – und Emissionen einsparen, wo es geht. Dem Verkehr kommt – und auch das ist inzwischen eigentlich eine Binsenweisheit – eine bedeutende Rolle zu. Viele Lemwerderanerinnen und Lemwerderander pendeln täglich zwischen Lemwerder und Delmenhorst. Dabei unterscheiden sich die Strecken erheblich, von wenigen Kilometern zwischen Altenesch und dem Delmenhorster Zentrum bis hin zur Strecke von 17 Kilometern aus den anderen Außenbezirken ist alles vertreten."

Auch wenn sich einige Kommunalpolitiker einig seien, dass die schönere Radstrecke an der Weser entlangführe, "zur Arbeit fahren die wenigsten, weil die Strecke so schön ist. In der Regel nehmen wir den bequemsten Weg. Bequem definiert sich unter anderem über Kürze der Strecke und Störungsfreiheit bei der Fahrt", so Rosenow.

Keine touristischen Argumente

Mitnichten gehe es Lemwerders Grünen bei der Erwägung eines Radwegs auf dem Bahndamm um das touristische Radfahren. "Vielmehr geht uns darum, den Pendlerinnen und Pendlern eine echte Alternative zur Autofahrt zu ermöglichen." Dafür brauche es bequeme Wege für den Radverkehr. Rosenow: "Darum ist der Bahndamm für einen Radweg prädestiniert. Nicht wegen der Sicht auf Kühe; nicht wegen der Reiher, nicht, um Anwohnerinnen und Anwohner zu stören. Der Bahndamm stellt eine Verbindung für Radfahrende in Aussicht, auf der ein bequemes, weil weitgehend störungsfreies schnelles Radfahren möglich ist!"

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