Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband Neue Leitung geht ans Netz

Ab 21. März wird die neue Rohwasserleitung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) angeschlossen. Da kann es zu Druckschwankungen kommen. Am 22. März steht das Grundwasser im Vordergrund.
19.03.2022, 15:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Neue Leitung geht ans Netz
Von Iris Messerschmidt

Lemwerder/Berne. Wer ab Montag, 21. März, Druckschwankungen seiner Wasserversorgung oder gar Trübungen bemerkt, der muss sich keine größeren Sorgen machen. Denn laut dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) sind dies mögliche Auswirkungen des Anschlusses einer neuen Rohwasserleitung zur Versorgungssicherheit. Über die neue Zuleitung soll nach dem rund fünf Tage dauernden Anschluss frisch gefördertes Wasser aus den Brunnen der Fassung Hagel ins OOWV-Wasserwerk Großenkneten gelangen, wo es zu Trinkwasser aufbereitet werden soll.

Anschluss beginnt um 6 Uhr

Der Anschluss soll am Montag um 6 Uhr morgens beginnen. Das Ende ist am Freitag im Tagesverlauf geplant. Dabei werden im OOWV-Wasserwerk Großenkneten laut Angaben des Wasserverbandes mehrere Leitungen in die Rohwasserfassung Hagel eingebunden, zudem werden weitere Leitungen der Fassung gemolcht. Dabei komme ein spezielles Werkzeug, der sogenannte Molch, zur Anwendung. Dies sei ein großer Kunststoffkörper, der wie ein Korken ohne Spielraum in die zu reinigende Trinkwasserleitung eingesetzt werde. Er schiebe auf seinem Weg durch das Rohr etwaige Ablagerungen vor sich her, sodass das Wasser anschließend wieder frei und ohne Trübungen fließen könne, heißt es in einer Mitteilung des OOWV.

„Die Fassung ist während der Maßnahme für fast fünf volle Tage außer Betrieb. Normalerweise fördert sie etwa die Hälfte der Wassermenge unseres Wasserwerks in Großenkneten“, erklärt Matthias Geib, Sachgebietsleiter Verbundbetrieb und Messtechnik beim OOWV, die Hintergründe. „Die Abgabemenge des Wasserwerks wird dadurch massiv gesenkt. Daher sind Ausgleichslieferungen anderer Wasserwerke aus fast dem gesamten Verbandsgebiet notwendig, um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können“, so Geib weiter.

Außerdem gebe es beim Anschluss dieser Leitung noch eine weitere besondere Herausforderung für die Fachleute des OOWV. Hätten nämlich die Arbeiten einmal begonnen, könnten sie nicht mehr abgebrochen werden. Verminderter Versorgungsdruck, Druckschwankungen oder Trübungen, die unter anderem in Berne, Lemwerder, Elsfleth, Brake und Hude zu erwarten seien, kämen aufgrund der geänderten Versorgungslage zustande.

Grundwasser am 22. März im Fokus

Der OOWV weist zudem auf ein weiteres Datum hin: Der Tag des Wassers am 22. März, zu dem die Vereinten Nationen seit 1992 aufrufen, trägt dieses Jahr das Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. In diesem Zusammenhang macht auch OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht deutlich: „Grundwasser ist kostbar und unverzichtbar.“ Ein Problem: 2020 verzeichneten die 15 Wasserwerke des OOWV laut eigener Angaben eine Abgabe von 84,9 Millionen Kubikmetern Wasser – der bisherige Höchstwert in der fast 74-jährigen Unternehmensgeschichte.

Die Auswirkungen des Klimawandels sowie wachsende Bau- und Gewerbegebiete trieben den Verbrauch weiter in die Höhe – die Wasserrechte seien aber nicht ohne weiteres erweiterbar.

Lesen Sie auch

„Wir müssen bei unseren vorhandenen Wasserrechten zudem immer eine Reserve vorhalten. Diese haben wir bereits zum Teil ausgeschöpft“, so Karsten Specht und fordert ein gemeinsames Verständnis von Politik, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Industrie und weiteren Akteuren für den Wasserhaushalt und auch den klimatischen Herausforderungen. „Im Hinblick auf diese Aspekte sollten alle Eingriffe in den Wasserhaushalt auf den Prüfstand gestellt werden“, bilanziert Specht.

Damit Trinkwasser jederzeit verfügbar aus der Leitung fließe, fördere der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Grundwasser aus bis zu 170 Metern Tiefe, bereite es in seinen 15 Wasserwerken zu Trinkwasser auf und transportiere es über ein Leitungsnetz an rund 1,1 Millionen Menschen im Nordwesten Deutschlands. Der OOWV darf in seinem Versorgungsgebiet rund 100 Millionen Kubikmeter Grundwasser jährlich fördern. Diese Menge sei über Wasserrechte geregelt, die nach Genehmigungsverfahren über die Unteren Wasserbehörden der Landkreise erteilt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+