Faustball-Regionalliga der Männer Pleite gegen das Schlusslicht

Beim Lemwerder TV läuft es derzeit nicht wunschgemäß. Zwar wurde Bardowick beim Heimspieltag mit 3:2 bezwungen, doch gegen den Tabellenletzten gab es ein 1:3
10.12.2019, 14:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Lemwerder. Für den Lemwerder TV läuft es in der Faustball-Regionalliga Niedersachsen der Männer weiterhin nicht wunschgemäß. Hatte die Mannschaft von Trainer Uwe Kienast in der Hallensaison 2018/19 mit 20:12 Punkten Rang fünf belegt und sogar an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga Nord teilgenommen, so findet sie sich derzeit mit sehr mäßigen 6:10 Zählern auf Platz sechs wieder.

Auch der Heimauftritt am jüngsten Spieltag erfüllte die Erwartungen nicht. Dem 3:2-Erfolg über den TSV Bardowick folgte nämlich eine überraschende 1:3-Niederlage gegen das bis dahin sieglose Schlusslicht Wardenburger TV. „Die Jungs haben sich zu sehr selbst unter Druck gesetzt. Sie wollten sich vor heimischem Publikum beweisen, und als es nicht so wie erwartet lief, verkrampften einige dabei“, hatte Coach Uwe Kienast eine Erklärung parat.

Lemwerder TV – TSV Bardowick 3:2 (11:9, 8:11, 3:11, 11:1, 11:5): „Was für ein Spiel im Wechselbad der Gefühle“, stellte Uwe Kienast nach 90 mitreißenden Minuten fest. Mit dem 3:2-Erfolg gegen Wardenburg im Rücken präsentierte sich Bardowick zunächst präsenter, doch nach einem 7:9-Rückstand wendete der LTV das Blatt und gewann, wie Uwe Kienast eingestand, glücklich. In den Sätzen zwei und drei leistete sich der LTV zahlreiche Angabefehler, zudem produzierten die schlecht eingesetzten Angreifer Risikofehler. „Das Unsicherheitsspiel zog sich schleichend wie ein roter Faden durch das ganze Team“, stellte der LTV-Trainer, dessen Wechsel keine Wirkung zeigten, fest. Das 3:11 im dritten Durchgang sprach Bände.

Mit dem Rücken zur Wand schaffte der LTV jedoch den Turnaround. „Die Marschdevise hieß von nun an, die Angriffsschläge nur noch auf die beiden Rückschläger, da auf diesen Positionen die Reaktionszeit für Ballannahmen einfach wesentlich kürzer ist“, erläuterte Uwe Kienast. Die Taktik ging auf. Die LTV-Spieler wirkten wie umgewandelt. Patrick Suhren und Sebastian Drees waren die Garanten für sichere Ballannahmen, Matti Kienast servierte die Bälle punktgenau für die Angreifer, die sicher punkteten. Das 11:2 ließ für den entscheidenden Satz hoffen.

Der LTV war nun richtig auf Betriebstemperatur und zeigte, wozu er in der Lage ist. Die Absprachen klappten, die Einsatz- und Laufbereitschaft waren top. Der Lemwerder TV war nicht mehr zu stoppen. Über ein 6:2 zur Halbzeit ging es nahtlos weiter zum 11:5 – und damit zum Fünfsatzsieg. Der für großen Jubel sorgte. „Man merkte förmlich, wie der Druck von ihnen abfiel“, registrierte Uwe Kienast Erleichterung.

Lemwerder TV – Wardenburger TV 1:3 (4:11, 7:11, 11:3, 4:11): Die Botschaft, dass die Begegnung gegen den Tabellenletzten kein Selbstläufer werden würde, war bei den LTV-Herren offenbar nicht richtig angekommen. Ohne große Gegenwehr und mit Fehlern gespickt ging der erste Satz sang- und klanglos verloren. Im zweiten Durchgang fehlte dem Angriffsspiel zwar die Konstanz, doch bis zum 7:7 ging es im Gleichschritt. Drei Fehler am Stück raubten die Chance auf den Satzausgleich.

Mit Matti Kienast für Patrick Suhren in der Mitte und Patrick Suhren sowie Sebastian Drees anstelle von Florian Martin und Lasse Lienast in der Abwehr, ging der Lemwerder TV im dritten Satz entschlossener zu Werke. Im Angriff punktete Daniel Bartelt cool und raffiniert, bei der Abwehrarbeit begeisterte der LTV mehrfach mit spektakulären Flugeinlagen. Über 7:3 schnappte sich der Gastgeber den Satz. Dem Höhenflug folgte jedoch prompt die Bruchlandung. „Im vierten Satz haben wir Wardenburg wieder durch Unzulänglichkeiten und Unkonzentriertheiten aufgebaut“, ärgerte sich Uwe Kienast und sprach davon, dem Gegner den Satz und damit das Match geschenkt zu haben.

„Man kann solch ein Spiel mit dem des SV Werder gegen den Tabellenletzten Paderborn vergleichen. Die Ausgangslage ist klar: Man gewinnt gegen den Letzten und hat die Punkte vor Spielbeginn schon so gut wie in der Tasche. Und dann kommt es doch anders als gedacht“, zog Uwe Kienast einen Vergleich mit dem Sonntagsspiel in der Fußball-Bundesliga, das Bremen mit 0:1 verloren hatte. Kienast, der die Leistung seines Teams sehr kritisch bewertete, schloss sich bei der Ursachenforschung keineswegs aus: „Ich habe in beiden Spielen wohl auch nicht immer richtig in Sachen Mannschaftsaufstellung entschieden. Dem einen oder anderen, der mit seiner persönlichen Leistung haderte, hätte ich einfach mal eine kurze schöpferische Pause gönnen sollen; auch ich muss noch dazulernen.“

Am kommenden Sonntag, 15. Dezember, ab 10 Uhr genießt der Lemwerder TV am dritten Wochenende in Folge Heimrecht und trifft auf den TSV Burgdorf und TuS Empelde. Die Zuschauer dürften gespannt darauf sein, wie der LTV die Niederlage gegen das Schlusslicht verkraftet hat.

Lemwerder TV: Daniel Bartelt, Patrick Bartelt, Patrick Suhren, Florian Martin, Lasse Kienast, Sebastian Drees, Matti Kienast.

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