32. Bremen-Nord-Cup

Triumphzug des SV Türkspor

Der Nordbremer Fußball-Landesligist blieb im SFZ Lemwerder ungeschlagen und sicherte sich zum zweiten Mal nach 2002 den Turniersieg.
13.01.2020, 15:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald
Triumphzug des SV Türkspor

Türkspors Sinan Alija wurde in Lemwerder Torschützenkönig.

Jens Pillnick

Auch der Präsident des Bremer Fußball-Verbandes, Björn Fecker, zeigte sich beeindruckt: „Der SV Türkspor hat das Finale hochverdient gewonnen.“ Deutlich mit 5:2 setzte sich der Blumenthaler Landesligist im Endspiel um den 32. Bremen-Nord-Cup des SV Lemwerder gegen den Weser-Ems-Bezirksligisten Tur Abdin Delmenhorst durch und handelte sich Lob von allen Seiten ein. Die Hallen-Spezialisten von Trainer Bahadir Kilickeser beendeten das Mammut-Turnier als einzige der 22 teilnehmenden Mannschaft ungeschlagen. Und ihr Goalgetter Sinan Alija durfte sich zudem mit neun Treffer als Torschützenkönig feiern lassen.

18 Jahre lang musste der SV Türkspor warten, bevor er am Sonntagabend in der Ernst-Rodiek-Halle zum zweiten Mal als Sieger des traditionsreichen Fußballmeetings gekürt wurde. Zuvor war das im Januar 2002 der Fall gewesen. Die Blumenthaler präsentierten sich am Wochenende als technisch und taktisch versierte Formation, die durch ihr temporeiches Konterspiel beeindruckte und auch mit Abstand die meisten Treffer aller teilnehmenden 22 Teams erzielte.

Türkspor trat zu Recht die Nachfolge von Vorjahressieger BSC Hastedt an, der in der Gruppe A der Vorrunde als Drittplatzierter hinter dem TS Woltmershausen (Landesliga) und der SV Hemelingen (Bremen-Liga) den Einzug in die Endrunde verpasste.

Die Finalpartie entwickelte sich ganz nach dem Geschmack des SV Türkspor, der zu diesem Zeitpunkt längst von vielen Trainern und Aktiven zum Turnierfavoriten erkoren worden war. Und der auch gegen die ehrgeizigen Delmenhorster von Coach Andree Höttges (Sohn von Werder-Legende Horst-Dieter Höttges) schnell durch Milan Meyer in Führung ging (2.). Doch die Delmestädter blieben im Spiel mit dem Futsal-Ball ebenbürtig. Und einer ihrer gefährlichsten Schützen, Daniel Mutlu, drehte mit einem Doppelschlag zum 2:1 (4./6.) das Spiel. Allerdings nur für 40 Sekunden, dann traf SVT-Torschütze vom Dienst, Sinan Alija, nach einem exzellenten Dribbling die Latte und Enes Kök erzielte im Nachsetzen den Ausgleich (6.).

Umgehend forcierten die Blumenthaler das Tempo und gingen durch Alija erneut in Führung (7.). Abdin musste nun die Offensivbemühungen verstärken und lief prompt in die Konterfalle des SV Türkspor: Wiederum Sinan Alija (9.) und anschließend Ralf-Bela Prieß sorgten für den ungefährdeten 5:2-Endspielsieg, der den Blumenthalern mit 400 Euro für die Mannschaftskasse und dem Pokal der Vereinigten Volksbank eG versüßt wurde.

Fast höher noch als den Finalsieg konnte der SV Türkspor den 4:2-Erfolg im Halbfinale gegen den ehrgeizigen Bremen-Liga-Aufsteiger SV Hemelingen einstufen. Bereits nach 20 Sekunden Spielzeit lag der Landesligist mit 0:1 zurück, weil sich Keeper George-Costin Iordache von einem Distanzschuss von Muhmmed Erilyilmaz hatte überlisten lassen. Doch fortan zeigte der Blumenthaler Schlussmann eine konzentrierte Vorstellung und freute sich, dass Milan Meyer mit einem Weitschuss und Sinan Alija nach einem Alleingang (4.) den Spieß herumdrehten. Und als Ralf-Bela Prieß auf 3:1 erhöhte (8.) ließen sich die Nordbremer auch durch den Anschlusstreffer von Miguel Turac (11.) nicht aus dem Rhythmus bringen, sondern legten durch Sinan Alija im Gegenzug zum 4:2-Endstand nach (11.).

Bahadir Kilickeser genoss den „klar verdienten“ Turnierfolg seiner jungen Mannschaft sichtlich. Auch Andree Höttges vom Turnierzweiten beglückwünschte ihn zu der konstant starken Vorstellung der Nordbremer, zeigte sich aber auch mit dem Abschneiden seines Teams zufrieden, in dem einige Stammkräfte fehlten und das erst nach einem 3:2-Erfolg im Neunmeterschießen gegen den TS Woltmershausen (nach regulären Spielzeit von zwölf Minuten stand es 2:2) das Finale erreicht hatte und ein Preisgeld von 200 Euro mit auf die Rückreise nahm. Das kleine Finale zwischen der SV Hemelingen und dem TS Woltmershausen wurde durch Neunmeterschießen zugunsten des Bremen-Ligisten entschieden, der ein Preisgeld von 100 Euro kassierte, während sich der Landesligist aus Pusdorf mit 50 Euro trösten musste.

Die 32. Turnierauflage ging nach den Worten von Fabian Wilshusen fast reibungslos über die Bühne. Mit einer Ausnahme. Am späten Sonntagnachmittag musste der Spielbetrieb unterbrochen werden, weil ein Unbekannter die Scheibe eines Feuermelders eingeschlagen und Alarm ausgelöst hatte. Es war die einzige unliebsame Überraschung, mit der Wilshusen als neuer Trainer des SV Lemwerder und damit als Turnierleiter konfrontiert wurde. Er zeigte sich von dem fairen Verlauf der 73 Spiele angetan, die nach seiner Schätzung an beiden Spieltagen von rund 500 Zuschauern verfolgt wurden.

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