Leitungsbau im Nordwesten OOWV verbuddelt 60 Millionen

Fast 40.000 Meter lang, rund 60 Millionen Euro Kosten, mehr als 730 Tage Bauzeit: Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband stemmt ein Projekt, das die Versorgungssicherheit im Nordwesten verbessern soll.
09.06.2022, 16:23
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
OOWV verbuddelt 60 Millionen
Von Barbara Wenke

Wesermarsch. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) baut eine neue, rund 40 Kilometer lange Transportleitung. Das 60-Millionen-Euro-Projekt soll die öffentliche Wasserversorgung im Nordwesten – unter anderem in den Gemeinden Lemwerder und Berne – dauerhaft sichern und die Verteilung von Wassermengen im bestehenden Versorgungsnetz verbessern. Am Wasserwerk in Sandelermöns, einem Stadtteil von Jever, hat jetzt der erste Spatenstich stattgefunden.

Die Leitung wird das Wasserwerk mit dem Speicherpumpwerk in Diekmannshausen (Gemeinde Jade) verbinden. Auf ihrem Weg quert sie die Landkreise Friesland, Wittmund und Wesermarsch. Dem Baustart ging eine mehrjährige Planung voraus, die unter anderem dem Schutz von Tieren und Pflanzen Rechnung trägt. Der Verband teilt mit, dass er auf einer Fläche von 3250 Quadratmetern eigens einen Grundwasserschutzwald anlegen lassen hat.

Der OOWV verzeichnet heute einen Wasserverbrauch, der erst für das Jahr 2028 erwartet worden war. „Wir müssen in unsere Infrastruktur investieren und sie anpassen, um den veränderten Anforderungen im Nordwesten zu begegnen“, begründet Verbandsvorsteher Sven Ambrosy den Bau der Pipeline. Als Grund für die Entwicklung nannte er einen stetig steigenden Wasserbedarf der Nahrungsmittelindustrie, boomende Gewerbe- und Baugebiete, Folgen des Klimawandels und die Entwicklung von Wasserstoff-Technik.

Der Verbandsvorsteher zieht Parallelen zur Gründung des OOWV durch die Landkreise Friesland, Wittmund und Wesermarsch. „Die neue Leitung ist auf jenem Fundament gebaut, das unseren Wasserverband seit der Gründung am 14. Juli 1948 trägt: auf Solidarität“, sagt Ambrosy. Ziel sei es seinerzeit gewesen, die Menschen in der Wesermarsch mit Trinkwasser zu versorgen, denn das Grundwasser zwischen Weser und Jade ist zu versalzen, um es nutzbar zu machen.

OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht hob hervor, dass die neue Leitung die Versorgungssicherheit erhöhe. Der OOWV betreibt 15 Wasserwerke, die durch das Leitungsnetz miteinander verbunden sind. „In einem begrenzten Umfang können sich Werke heute schon im Schadensfall gegenseitig unterstützen. Die Steuerung von Wassermengen im Netz wird durch die neue Leitung erheblich verbessert“, verspricht Specht.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Leitung ist für das Jahr 2024 vorgesehen. Bis dahin gilt es, drei Bauabschnitte mit unterschiedlichen Herausforderungen zu meistern. So kommt neben der Verlegung in offenen Gräben auch schweres Gerät für Horizontalbohrungen zum Einsatz. Dieses wird beispielsweise benötigt, um Bäume im Trassenverlauf zu erhalten und eine Bahnlinie, Straßen und Gewässer zu unterqueren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+