Zuständigkeit in der Wesermarsch Caritas übernimmt Seniorenarbeit

Die Kreisverwaltung der Wesermarsch hofft, mit einem Zurück zu alten Strukturen Stabilität in der Seniorenarbeit zu erreichen. Fortan verantwortet die Caritas wieder den Seniorenstützpunkt.
06.01.2022, 12:45
Lesedauer: 3 Min
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Caritas übernimmt Seniorenarbeit
Von Barbara Wenke

Der Landkreis Wesermarsch stellt die Arbeit des Seniorenstützpunktes auf neue Füße. Zu Jahresbeginn habe der Caritaskreisverband die Aufgaben übernommen, die in den Jahren zuvor von Susanne Meyer-Klein für die Kreisverwaltung wahrgenommen worden waren. Einander unbekannt sind Caritas und Seniorenstützpunkt sich aber nicht. Bevor der Seniorenstützpunkt im Februar 2015 dem Gesundheitsamt angegliedert wurde, hatte die Caritas bereits entsprechende Aufgaben in der Wesermarsch wahrgenommen.

„Wir haben uns die aktuelle Entscheidung nicht leicht gemacht“, erläutert Volker Blohm, der Leiter des Gesundheitsamtes. „Allerdings sind wir der festen Überzeugung, dass die nun erfolgte Rückführung der Aufgaben des Seniorenstützpunktes an die Caritas für die Seniorenarbeit insgesamt in der Wesermarsch eine langfristig stabile Struktur bedeutet und somit die optimale Lösung ist, um den Anforderungen und Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren in der Wesermarsch heute und in der Zukunft gerecht zu werden.“

Ergänzung bestehender Angebote

Ebenso sieht es die Caritas. "Dies ist eine optimale Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten, wie das Mehrgenerationenhaus und die Freiwilligenagentur ‚Ehrensache’, die sich in Trägerschaft des Caritasverbandes befinden", stellt Ralf Bunten, Geschäftsführer des Caritasverbandes im Kreis Wesermarsch, fest.

Die Aufgaben des Seniorenstützpunktes werden fortan von Christine Sassen-Schreiber wahrgenommen. Durch ihre langjährige Tätigkeit im sozialen Bereich sei die diplomierte Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin mit dem Studienschwerpunkt Gerontologie sehr gut vernetzt, betont Ralf Bunten. Aus ihrem bisherigen Berufsleben könne Christine Sassen-Schreiber auf Kooperation und Zusammenarbeit mit Behörden und Netzwerkpartnern zurückgreifen.

Vorgängerin Susanne Meyer-Klein, die mit einem befristeten Vertrag ausgestattet war, bedauert, dass sich die ehrenamtlichen Seniorenbegleiter in der Wesermarsch nun wieder einmal auf eine neue Bezugsperson einstellen müssen. Die vierte in sieben Jahren. Zum Abschluss ihrer Tätigkeit verweist die scheidende Sachbearbeiterin auf die Projekte, die sie in gut zwei Jahren auf den Weg gebracht hat: das Mobilitätstraining für Bus und Bahn, das in Zusammenarbeit mit dem VBN auch mehrfach in Lemwerder und Berne stattfand, die "Hilde"-Treffen für Angehörige von Demenzerkrankten sowie die ehrenamtlichen Seniorenbegleitungen.

Bis auf die Zuständigkeit ändere sich für die Senioren in der Wesermarsch nichts, schreibt Pressesprecher Martin Bolte in einer Mitteilung. "Die Angebote, die bereits vor 2015 existierten, und jene, die in den vergangenen Jahren durch die Kreisverwaltung ins Leben gerufen und erfolgreich etabliert werden konnten, sollen von der Caritas fortgeführt werden." Dieses gelte für das Mobilitätstraining ebenso wie für die Möglichkeit der Inanspruchnahme ehrenamtlicher Wohnberater und die kostenlose Duo-Schulung zu ehrenamtlichen Seniorenbegleitern in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Wesermarsch. Auch die Seniorensprechstunde und das Angebot „Hilde“ (Hilfe bei Demenz) sollen demnach fortgeführt werden.

Die Caritas könne sowohl auf eigene Strukturen und Netzwerke bauen wie auf Strukturen und Ansprechpartner der Kreisverwaltung zurückgreifen. „Besonders wichtig ist uns die enge Vernetzung mit den Seniorenvertretungen im Landkreis“, betont Christine Sassen-Schreiber.

Zwei Anlaufstellen

Für den Seniorenstützpunkt sind zukünftig feste Anlaufstellen im Norden wie im Süden der Wesermarsch geplant. Der Seniorenstützpunkt Süd soll in Elsfleth angesiedelt werden. Entsprechende Räumlichkeiten stehen zur Verfügung, teilt die Kreisverwaltung mit. Der Seniorenstützpunkt Nord wird im Mehrgenerationenhaus in Nordenham angesiedelt, wo sich auch die Freiwilligenagentur Ehrensache befinde. Durch die Aufteilung in Nord und Süd verspricht sich der Caritasverband eine bessere Erreichbarkeit des Angebotes für die ältere Generation in der Wesermarsch.

Der Pflegestützpunkt Wesermarsch verbleibt derweil in der Zuständigkeit der Kreisverwaltung. „Dieses hat insbesondere den Hintergrund, dass gerade im Bereich des Pflegestützpunktes einige Schnittstellen zu weiteren Bereichen des Gesundheitsamtes, wie zum Beispiel zur Betreuungsstelle und zum sozialpsychiatrischen Dienst, bestehen", begründet Gesundheitsamtsleiter Volker Blohm. "Hier werden unter anderem aufgrund der Beeinträchtigungen der Betroffenen teilweise gemeinsame Hausbesuche durchgeführt mit dem Ziel, die bestmöglichen Hilfen einzurichten.“

Info

Der Pflegestützpunkt des Landkreises ist unter den Telefonnummern 0 44 01 / 92 76 33 und 0 44 01 / 92 76 21 sowie per Mail an ilse.lochau@lkbra.de und gudrun.hobbie@lkbra.de zu erreichen. Christine Sassen-Schreiber vom Seniorenstützpunkt der Caritas kann unter Telefon 01 76 / 55 42 69 19 sowie per Mail an nord@seniorenstuetzpunkt-wesermarsch.de kontaktiert werden.

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