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Kommentar über die SPD: Null Rückenwind

Norbert Holst 14.10.2018 1 Kommentar

Für die SPD ist die Bayern-Wahl ein Desaster.
Für die SPD ist die Bayern-Wahl ein Desaster. (Daniel Karmann/dpa)

Sie hatten geahnt, dass es ein böses Erwachen geben könnte, aber gleich so schlimm? Die Sozialdemokraten haben sich im Vergleich zur letzten Landtagswahl glatt halbiert und stehen im Ranking der Parteien nur noch auf Platz fünf. Gut, Bayern war für die Genossen noch nie eine Hochburg. Doch ein Desaster dieses Ausmaßes lässt sich nicht damit abtun, dass „die SPD es halt schwer hat in Bayern“. Es muss den Genossen zu denken geben, dass sie überhaupt nicht vom Absturz der CSU profitieren konnten. Und es sollte sie beunruhigen, dass die Grünen beinahe doppelt soviele Stimmen bekommen haben wie sie selbst.

Spitzenkandidatin Natascha Kohnen hat engagiert gekämpft – doch fast niemand kennt sie. Sie wollte die SPD als Partei der „kleinen Leute“ verkaufen. Die „kleinen Leute“ sehen das aber offenbar anders. Trotz der dramatischen Wohnungsnot im Großraum München konnte die SPD nicht einmal bei diesem Thema einen Treffer landen. Noch dazu fehlte der Rückenwind aus Berlin. Dort verbiegt sich die Partei in Groko-Kompromissen. Im Dieselskandal hat sie fast bis zuletzt herumgeeiert. Auch beim großen Wahlkampfthema Flüchtlinge war für die SPD nichts zu holen. Wem die Flüchtlingspolitik der Großen Koalition nicht gefällt, der wählt eher CSU oder AfD. Und wer sich eine offensivere Migrationspolitik wünscht, der ist bei den Grünen besser aufgehoben als bei der SPD.

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Die Grünen hingegen haben ihre drei Hauptziele erreicht: endlich einmal zweistellig im Bayernland abschneiden, zweitstärkste Partei werden und eine absolute Mehrheit der CSU verhindern. Die Ökopartei hat einen cleveren Wahlkampf geführt: Sie hat sich als moderne Truppe verkauft, die den Umweltschutz geschickt als Heimatschutz definiert. Und sie hatten mit Annalena Baerbock und Robert Habeck zwei Wahlkämpfer aus Berlin, die einfach gute Laune und Zuversicht verbreiteten. So wie auch die Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, die in den vergangenen Monaten ein fast hyperaktives Spitzenduo bildeten. In Bayern jedenfalls ist die Strategie der Bundespartei, mehr Menschen aus der politischen Mitte abzuholen ohne dabei beliebig zu werden, grandios aufgegangen.

Natürlich haben die Grünen aber auch davon profitiert, dass die CSU kriselt und die SPD in Bayern traditionell  schwach aufgestellt ist. Bei der Hessen-Wahl in zwei Wochen könnte sich bereits zeigen, ob der neue Schwung bei den Grünen auch hilft, wenn man Teil der Landesregierung ist. Für die SPD hingegen wird Hessen ein Fingerzeig sein, wie repräsentativ die Bayern-Schlappe für den Gesamtzustand der Partei ist.


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Leserkommentare
Opferanode am 20.10.2019 15:14
@ Bunker
Bei Ihnen weiß ich nicht immer, ob Sie das ernst meinen, was Sie schreiben. Kann ja auch ironisch gemeint sein?
Wenn Sie von ...
alterwaller am 20.10.2019 15:01
INITIATIVEN !!!

Zu hoch, zu flach, zu breit, zu lang. Die Fenster passen nicht zum Umfeld und was ist mit begrünten Dächern ? Da wird ...
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