Weyhe. Die Anteilnahme war enorm: Rund 1000 Menschen sind gestern zur erneuten Mahnwache am Kirchweyher Bahnhof zusammengekommen, um des verstorbenen Daniel S. zu gedenken. Alle im Weyher Rat vertretenen Parteien hatten dazu aufgerufen, noch einmal gemeinsam um das Opfer einer Gewalttat zu trauern.
Zudem sollte ein „Zeichen gegen Gewalt und für Integration gesetzt werden“, wie es Weyhes Bürgermeister Frank Lemmermann in seiner gestrigen Ansprache auf dem Vorplatz des Kirchweyher Bahnhofs formulierte. Die Mahnwache stand unter dem Motto: „Weyhe ist bunt, nicht braun“.
Gleichzeitig reisten zu einer Kundgebung der Partei Die Rechte laut Polizei rund 80 Teilnehmer an. Das Verbot dieser Versammlung durch die Gemeinde Weyhe wurde vom Verwaltungsgericht Hannover am Freitag aufgehoben. Die Demonstration der Rechten fand jedoch nicht am Kirchweyher Bahnhof statt. Dies hatte Christian Worch, ein bekannter Vertreter der Neonazi-Szene in Deutschland, beantragt. Stattdessen habe ihnen das Verwaltungsgericht aufgrund einer Stellungnahme der Gemeinde Weyhe und in Absprache mit der Polizei eine Alternativstrecke auferlegt, erklärte Andrik Hackmann, Pressesprecher der Polizei Diepholz.
„Damit war eine räumliche Trennung der beiden Veranstaltungen gewährleistet“, so Hackmann. Die Rechten, die zum Großteil mit dem Zug angereist waren, wurden am Bahnhof von der Polizei in Empfang genommen und zu Fuß zum Weyher Rathaus begleitet. „Dort fand zunächst auf dem Parkplatz eine Kundgebung statt. Anschließend sind die Demonstranten durch ein nahe liegendes Siedlungsgebiet gezogen. Zurück am Rathaus hat Christian Worch die Veranstaltung dann gegen halb drei für beendet erklärt“, berichtete Hackmann. Für die Sicherheit sorgte ein Großaufgebot der Polizei. Im Vorfeld wurden bei der Anreise der Rechten mehrere verbotene Gegenstände beschlagnahmt und entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ansonsten sei alles ohne Störungen und Zwischenfälle abgelaufen, so Hackmann.
Bei der Mahnwache am Kirchweyher Bahnhof richtete auch Landrat Cord Bockhop einige Worte an die Anwesenden. Dabei unterstrich er die Wichtigkeit der Mahnwache. „Daniel hat es nicht verdient, vor den Karren von Extremisten gespannt zu werden. Mit dieser Veranstaltung bekennen wir Farbe“, sagte Bockhop. Zum Abschluss des offiziellen Teils der Mahwache ergriff noch einmal Weyhes Bürgermeister Frank Lemmermann das Wort. „Am Rathaus findet zu diesem Zeitpunkt eine Kundgebung statt. Lassen Sie sich nicht provozieren, falls Sie heute noch Vertretern der rechten Szene begegnen“, appellierte Lemmermann. Es sei wichtig, den Tag friedfertig zu Ende zu bringen.