Autobahn zwischen Bremen und Hamburg A1 wird schneller fertig als erwartet

Sittensen . Die Bauarbeiten zum sechsspurigen Ausbau der Autobahn 1 zwischen Bremen und Hamburg gehen schneller voran, als geplant. Mittlerweile liegen die Arbeiter drei Monate vor ihrem Zeitplan.
14.02.2012, 12:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Klay

Sittensen . Die Bauarbeiter auf der Autobahn 1 sind ihrem Plan fast drei Monate voraus: Anfang Oktober soll die Hansalinie zwischen Bremer Kreuz und Buchholzer Dreieck auf sechs Spuren befahrbar sein. Eigentlich war die Fertigstellung für Ende Dezember geplant. Auch die Polizei verkündet neue Zahlen. In den ersten drei Jahren Bauzeit habe es zwar mehr Blechschäden, aber weniger Unfälle mit Verletzten gegeben.

Auf der Autobahn 1 ist Routine eingekehrt. Seit etwas mehr als drei Jahren wird die Strecke zwischen Bremer Kreuz und Buchholzer Dreieck sechsspurig ausgebaut. In einem Jahr sind die Bauarbeiter auf der linken Seite im Einsatz, im anderen auf der rechten – die Pendler kennen das schon. Seit ein paar Wochen sind die Arbeiter mit den letzten sechs von 26 Baustellen beschäftigt. Die Entspannung, die mit dem Baufortschritt einhergeht, ist Lutz Hoffmann anzusehen. Der Geschäftsführer der privaten Projektgesellschaft A1-Mobil weiß: Viel kann nicht mehr schiefgehen.

Bis zum 31. Dezember müsste die Autobahn fertig sein. Hoffmann sieht dem Termin gelassen entgegen. Was ungewöhnlich für Bauprojekte dieser Dimension ist: Die A1-Ausbauer haben die Zeit auf ihrer Seite. „Es sieht alles danach aus, als wären wir deutlich früher fertig“, sagt der Projektleiter. Sein Plan sieht so aus: Anfang August soll der Abschnitt Buchholzer Dreieck bis Sittensen fertig sein. Die Strecke bis Bockel folge einen Monat später. Anfang Oktober, fast drei Monate früher als geplant, werde die Strecke durchgängig bis Bremen auf sechs Spuren befahrbar sein.

Bauarbeiter trotzen Frost

Auch deshalb kann Lutz Hoffmann beruhigt auf die letzten Monate Bauzeit blicken: Der Winter war so mild, dass die meisten Arbeiten weiterliefen. „Wir konnten bis kurz vor Weihnachten durchbauen.“ Der Dauerfrost der vergangenen Wochen konnte die Arbeiter ebenfalls nicht stoppen. „Wenn das Wetter nicht länger so bleibt, beeinträchtigt uns das nicht.“ An den letzten 14 Straßenunterführungen werde jetzt gearbeitet, egal wie kalt es ist. „Die müssen bis Mai fertig sein, das ist vertraglich festgeschrieben.“ Bei Hollenstedt wird gerade am Unterbau für neue Fahrbahnen und am Lärmschutz gearbeitet. „Das ist für uns der komplizierteste Abschnitt, da gibt es viele Brückenbauwerke“, sagt der Geschäftsführer.

Mit der letzten Bauphase werden gut 200 Arbeiter beschäftigt sein. Zu Spitzenzeiten bauten laut Hoffmann bis zu 400 Menschen an der Strecke. Bis zum Frühjahr haben sie vor allem mit Erdarbeiten zu tun. Die eigentlichen Fahrbahnen, „die sind später schnell gebaut“, sagt der Projektleiter.

Auf der Baustelle geht es also gut voran. Trotzdem ärgert sich Lutz Hoffmann. Der A1-Ausbau durch die private Gesellschaft sei von Experten und Politikern immer wieder als Negativbeispiel angeführt worden, um gegen ähnliche Projekte Stimmung zu machen. „Es werden Horrorszenarien gemalt, dass es ständig Unfälle gebe“, klagt Hoffmann. Er gesteht ein, dass es damit im ersten Jahr Probleme gab. Doch sowohl die Projektgesellschaft als auch der Staat hätten aus den Fehlern gelernt: Die Fahrbahnen waren zu eng, es wurde nachgebessert. Außerdem belege die Unfallstatistik, dass es weniger schwere Kollisionen während der Bauzeit gab.

Polizeisprecher Detlev Kaldinski kann das nur bestätigen. „Die Zahl der schweren Unfälle ist gesunken.“ Er nennt Zahlen: In der Zeit vor dem A1-Ausbau gab es im Jahresschnitt 113 schwere Unfälle mit Verletzten. Seitdem gebaut wird, ist die Zahl auf 88 gesunken. Ähnlich sehe es bei leichten Kollisionen aus. 700 Blechschäden im Jahr seien üblich. Durch die engen Fahrbahnen im ersten Jahr gab es 1570 abgerissene Spiegel, Lackschäden oder andere kleine Kollisionen. „Das waren oft zu breite Transporter, die auf der Überholspur nichts zu suchen hatten“, sagt Kaldinski. Offizielle Zahlen für 2011 liegen ihm zwar noch nicht vor, aber auch hier ist von weniger Fällen die Rede. Knapp 900, schätzt er.

„Nicht so tragisch“ sei es da, sagt Kaldinski, dass sich die gelben Fahrbahnmarkierungen seit dem Wintereinbruch auflösen. Keine Frage, „die sollten eigentlich vorhanden sein“, stellt der Polizist klar. Allerdings hätten die Beamten festgestellt, dass Autofahrer ohne die Markierungen umsichtiger fahren. „Wir verzeichnen dadurch keine steigenden Unfallzahlen.“ Die Autobahnbauer versprechen jedenfalls schnelle Abhilfe. „Sobald das Wetter besser wird, sind mehrere Kolonnen im Einsatz, um die Streifen zu erneuern“, sagt Hoffmann.

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