Grasberger Jugendparlament Ab März fahren Teenager günstiger mit Bus und Bahn

Landkreis Osterholz. Der hartnäckige Einsatz der Jugendlichen aus dem Landkreis Osterholz für günstigere Fahrpreise in Bussen, Bahnen und Regionalzügen trug dazu bei, dass der Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen ab März ein neues Jugend-Freizeit-Ticket auf den Markt bringt.
13.01.2010, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Das Grasberger Jugendparlament zählt gerade mal acht Mitglieder. Doch auch mit einer vergleichsweise kleinen Zahl von Mitstreitern lässt sich durchaus Großes ins Rollen bringen. Der hartnäckige Einsatz der Jugendlichen aus dem Landkreis Osterholz für günstigere Fahrpreise in Bussen, Bahnen und Regionalzügen trug dazu bei, dass der Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen ab März ein neues Jugend-Freizeit-Ticket auf den Markt bringt. Seit gut vier Wochen wird an Schulen und im Internet dafür geworben. Fast 1500 junge Leute haben sich bislang vormerken lassen.

'Viele Jugendliche würden gerne mehr Busse und Bahnen nutzen. Doch den meisten gehen die jetzigen Preise zu sehr ins Geld', berichtet Nike Plöger, die seit einem halben Jahr Vorsitzende des Grasberger Jugendparlaments ist. Ihr Beispiel: Will sie nur einmal in der Bremer Bibliothek Bücher ausleihen und fährt mit dem Bus hin und her, ist sie gut zehn Euro los. Das Problem: Jugendliche ab 15 Jahren zahlen den Erwachsenenpreis.

Für Entspannung im Portemonnaie soll nun das neue Jugend-Freizeitticket sorgen, das ab 1. März gilt. Wie der Name schon sagt, gilt es für die Freizeitstunden - also unter der Woche nachmittags ab 14 Uhr bis um drei Uhr am nächsten Morgen sowie uneingeschränkt an den Wochenenden. Wer gleich das ganze Jahr im Voraus bucht, zahlt umgerechnet 9,90 Euro im Monat. Ansonsten sind für das reine Monatsticket 14,90 Euro fällig. Das neue Ticket gilt für Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren, ist für das gesamte VBN-Gebiet gültig und auch das ÖPNV-Angebot in den Nachtstunden, zum Beispiel die Nutzung der Nachtschwärmerbusse am Wochenende, sind im Preis eingeschlossen.

Rechnen soll sich das neue Angebot auch für die Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen, doch dafür müssen genügend junge Leute mitmachen. Mehrere Tausend Nutzer sollten es schon sein, damit sich das Angebot auch für die Firmen lohnt. Wenn alles wie geplant läuft, könnte für sie ein echtes Plus an Fahrgastzahlen herausspringen. Marktuntersuchungen haben nämlich gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Schüler und Auszubildenden nur selten den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ihrer Freizeit nutzen. Insofern geht es auch darum, neue Zielgruppen zu erschließen.

Für den Osterholzer Landrat Jörg Mielke, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen, ist das Freizeitticket ein Zwischenschritt auf dem Weg zu günstigen Schüler-Einzeltickets. Die Möglichkeiten, dort eine spürbare Vergünstigung hinzubekommen, sind rechtlich beschränkt. Der Einführung steht das Personenbeförderungsgesetz entgegen, wonach Schüler für ihre Fahrkarten mindestens 75 Prozent des Erwachsenenpreises bezahlen müssen.Der Zweckverband will darauf drängen, dass diese Regelung in Niedersachsen per Vertrag gekippt wird. Ende 2010 läuft die jetzt gültige Vereinbarung mit dem Land aus.

Informationen zum neuen Ticket-Angebot gibt es im Internet unter www.jugend-freizeitticket.de.

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