30 Seemeilen vor Bremerhaven liegt Roter Sand

Ab Mai wieder Gästefahrten

Bremerhaven. Endlich können Besucher nach drei Jahren wieder zum Leuchtturm Roter Sand fahren. Im Mai kann es nun losgehen.
17.03.2014, 03:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Julia Frese
Ab Mai wieder Gästefahrten

Der Leuchtturm Roter Sand war einst das letzte Bauwerk, das Auswanderer auf dem Weg von Europa nach Amerika sahen.

Karsten Klama

Endlich können Besucher nach drei Jahren wieder zum Leuchtturm Roter Sand fahren. Schon im vergangenen Jahr sollte der ehemalige Tonnenleger „LEV Taifun“ das alte Traditionsschiff „Goliath“ ablösen, das Anfang 2011 verschrottet wurde. Die Reederei musste die „LEV Taifun“ jedoch noch nachrüsten, damit sie als gewerbliches Schiff zugelassen wurde. Im Mai kann es nun losgehen.

Als sich 2010 herausstellte, dass die „Goliath“ nicht mehr aufs Wasser durfte, war guter Rat teuer. Wie sollten Besucher nun zum Leuchtturm Roter Sand kommen? Zwei Jahre später schien eine Lösung gefunden: Die Reederei Innoven bot ihr Schiff „LEV Taifun“ an. Finanziell lohnen sich die Fahrten für die Geschäftsführer Martina Kuhlmann und Rolf Rohden nicht. Geld verdient das Schiff nicht mit den Gästefahrten, sondern als Arbeitsschiff für Offshore-Windparks, die Innoven ebenfalls betreibt.

Die „LEV Taifun“ darf nur zwölf Passagiere befördern und damit deutlich weniger als ihr Vorgänger, die „Goliath“. Doch die Reederei-Chefs Rolf Rohden und Martina Kuhlmann sind trotzdem froh, dazu beitragen zu können, dass ein so beliebtes Baudenkmal ab Mai endlich wieder für Besucher zugänglich wird. „Es lässt sich nicht ändern, dass die Kapazität des Schiffs so klein ist“, sagt Kuhlmann. „Aber wir freuen uns, dass nun überhaupt wieder Leute die Chance haben, den Roten Sand zu besuchen.“

Eigentlich sollte es schon im vergangenen Jahr so weit sein. Die „LEV Taifun“ musste nur noch die Klassifizierung als gewerbliches Schiff bekommen, um Gäste befördern zu dürfen. Dies erwies sich allerdings als zeitaufwendiger als Rohden und Kuhlmann anfangs gedacht hatten. Erst fehlte die CO2-Löschanlage im Maschinenraum, dann musste der Stahlkörper des Schiffes noch genauer untersucht werden und schließlich brauchten die Gutachter noch das Ergebnis des Krängungsversuchs. „Dabei hängt man ein Gewicht an die Seite des Schiffs, um zu sehen, wie weit es sich neigt“, sagt Kuhlmann. Im Frühjahr 2013 zeichnete sich für die Reederei ab, dass sie die bereits gebuchten Fahrten verschieben musste. Die diesjährigen Gästefahrten sind darum schon seit einem Jahr nahezu ausgebucht.

Auch zu Zeiten, als die Goliath noch fuhr, war das Bremerhavener Wahrzeichen schon ein äußerst beliebtes Touristenziel.„Die Plätze waren immer innerhalb von zwei bis drei Monaten nach Erscheinen weg“, sagt Tanja Albert von der Tourismusgesellschaft Erlebnis Bremerhaven. Das Schiff Goliath brachte ab 1990 regelmäßig Gäste zu dem Traditionsbauwerk. Rund 30 Seemeilen vor Bremerhaven steht der Leuchtturm auf einer Sandbank aus rotem Muschelkalk – daher kommt sein einprägsamer Name. Die Kojen für Übernachtungsgäste dienten früher als Notbetten für Schiffbrüchige.

„DerLeuchtturm war einst das letzte Bauwerk, das die Auswanderer sahen, bevor sie in Amerika ankamen“, sagt Christiane Feulner von der Stiftung Denkmalschutz in Bonn. Die Stiftung betreut den Turm seit 1987. In Betrieb ist der Leuchtturm schon seit 1964 nicht mehr. Die staatlichen Behörden beabsichtigten damals, den Turm dem Meer zu überlassen, stießen jedoch auf heftigen Widerstand bei den Bremerhavener Bürgern. Infolgedessen gründete sich der Förderverein Roter Sand. Die Stiftung Denkmalschutz, der Bund und das Land Niedersachsen übernahmen weitere Kosten, um das Bauwerk zu erhalten. „Einer der größten Kostenfaktoren ist der Anstrich“, sagt Feulner. Alle zehn Jahre lässt die Stiftung die charakteristische rot-weiße Fassade des Leuchtturms erneuern.

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