Althusmann stellt als neuer Kultusminister-Chef sein Programm vor

"Abbrecherquote senken"

Hannover·Berlin. Wer ihn kennt, ist kaum überrascht: Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann hat gestern in Berlin ein ambitioniertes Programm für seine neue Rolle als Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellt. Der CDU-Politiker setzt dabei auf Teamarbeit: "Ich bin als Präsident vor allem Koordinator. Ich habe kein Recht, den Ländern Vorgaben zu machen."
08.02.2011, 05:00
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Von Norbert Holst

Hannover·Berlin. Wer ihn kennt, ist kaum überrascht: Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann hat gestern in Berlin ein ambitioniertes Programm für seine neue Rolle als Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellt. Der CDU-Politiker setzt dabei auf Teamarbeit: "Ich bin als Präsident vor allem Koordinator. Ich habe kein Recht, den Ländern Vorgaben zu machen."

Fluch und Segen zugleich sind für Althusmann die Herausforderungen, die der Geburtenrückgang mit sich bringt. Schon jetzt sind in einigen ländlichen Bereichen Niedersachsens die Schulen nicht mehr zu halten. Ein Trend, der sich laut Prognosen langfristig bundesweit verstärken wird. So wird nach Zahlen der Bundesregierung bis 2025 die Zahl der Schüler, Auszubildenden und Studenten in den alten Bundesländern um 17 Prozent zurückgehen. Althusmann: "Wir werden in den nächsten Jahren durch den demografischen Wandel eine sogenannte demografische Rendite von rund 20 Milliarden Euro haben." Diese, durch den Schülerrückgang frei werdenden Gelder, sollten für Qualitätsverbesserungen im Bildungsbereich verwendet werden, fordert Niedersachsens Kultusminister.

In seinem Präsidentschaftsjahr will Althusmann zudem die frühkindliche Förderung in den Kindertagesstätten voranbringen. "Wir müssen gerade den Bereich des Übergangs von der Kindertagesstätte in die Grundschule stärker in den Blick nehmen." Hier könnten - vor allem durch die Sprachförderung - eine "Vielzahl von Problemen" aufgefangen werden, sagt der neue KMK-Präsident. Weitere Schwerpunkte aus Althusmanns Programm: Er will die hohe Schulabbrecherquote senken, er will das Studienplatzangebot trotz doppelter Abitur-Jahrgänge und Aussetzung der Wehrpflicht sichern, und er will die Bildungssituation von Migrantenkindern verbessern.

Viel Arbeit also für den neuen KMK-Präsidenten, der sein Amt außer der Reihe angetreten ist. Eigentlich wäre Hamburg am Zug gewesen. Doch wegen der geplatzten schwarz-grünen Koalition und der anstehenden Neuwahl ließen die Hanseaten Niedersachsens Kultusminister den Vortritt.

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