Modellprojekt soll Migranten besser über HIV informieren

Aids-Hilfe stellt Netzwerk vor

Hannover (epd). In Niedersachsen soll nach Angaben der Initiatoren erstmals in Deutschland ein landesweites HIV-Beratungsnetzwerk für Migranten aufgebaut werden. „Wir wollen für die Menschen einen Zugang schaffen, die sonst keinen Zugang haben“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) gestern in Hannover.
08.10.2013, 00:00
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Von EPD
Aids-Hilfe stellt Netzwerk vor

Nach Angaben von Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) wird das neue Netzwerk mit 30 000 Euro vom Land gefördert.

Holger Hollemann, dpa

In Niedersachsen soll nach Angaben der Initiatoren erstmals in Deutschland ein landesweites HIV-Beratungsnetzwerk für Migranten aufgebaut werden. „Wir wollen für die Menschen einen Zugang schaffen, die sonst keinen Zugang haben“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) gestern in Hannover. Mit dem im Oktober gestarteten Projekt namens BAOBAB solle in erster Linie die afrikanische Gemeinschaft erreicht werden.

Die Migranten würden über das Netzwerk „auf Augenhöhe“ und im Idealfall muttersprachlich beraten, erläuterte Rundt. Afrikanische Migranten sollten dazu als Berater und Multiplikatoren gewonnen werden. Das Land finanziere das neue Netzwerk, das auf zwei Jahre ausgerichtet ist, mit rund 30000 Euro. Bereits jetzt seien mehr als 20 Prozent aller Ratsuchenden der AIDS-Hilfe Migranten, sagte Geschäftsführerin Imke Schmieta. Nach homosexuellen Männern stellten sie die zweitgrößte Gruppe unter den HIV-Infizierten dar. Jedoch würden zahlreiche Migranten durch die bestehenden Angebote nicht erreicht. „Es gibt viele sprachliche und kulturelle Vorbehalte bei Prävention.“ Migranten seien dagegen untereinander sehr gut vernetzt, sagte die Geschäftsführerin. Die AIDS-Hilfe wolle durch das Projekt Zugang zu diesen Netzwerken erhalten.

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