Staatsanwalt sieht Tötungsvorsatz Anschlag auf Flüchtlingswohnheim: Anklage fordert acht Jahre Haft

Sie betrinken sich, hören rechte Musik und werfen am Ende des Abends einen Molotow-Cocktail in eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf. Ein Tötungsvorsatz, findet die Staatsanwaltschaft. Im Gericht fordert die Anklage hohe Haftstrafen.
05.03.2016, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Wiebke Ramm

Sie betrinken sich, hören rechte Musik und werfen am Ende des Abends einen Molotow-Cocktail in eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf. Ein Tötungsvorsatz, findet die Staatsanwaltschaft. Im Gericht fordert die Anklage hohe Haftstrafen.

Die Vertreter der Staatsanwaltschaft sehen es als erwiesen an, dass sich Dennis L. und Sascha D. des versuchten Mordes und der versuchten schweren Brandstiftung schuldig gemacht haben. Geht es nach ihnen, dann soll der 31-jährige Dennis L. für acht Jahre, der 25-jährige Sascha B. für sieben Jahre und die 24-jährige Saskia B. wegen Beihilfe für vier Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.

Dennis L. hat in der Nacht auf den 28. August 2015 gegen zwei Uhr nachts einen Molotow-Cocktail in ein überwiegend von Flüchtlingen bewohntes Haus im südniedersächsischen Salzhemmendorf geworfen. Er hat den Brandsatz zusammen mit Sascha D. gebaut. Saskia B. war dabei. Sie war es auch, die die Männer mit dem Auto zum Tatort fuhr. Das alles haben die Angeklagten selbst eingeräumt. Fremdenfeindlichkeit als Motiv für den Brandanschlag bestreiten sie.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Staatsanwalt René Jouran schildert vor Gericht die Tatnacht, wie er sie für bewiesen hält. In der Garage von Dennis L., in der die Männer den Molotow-Cocktail bauen, tranken sie Alkohol und hörten rechte Musik. Sie sprachen über Flüchtlinge und über die Ausschreitungen in Heidenau. „Die Scheißasylanten sollen zurück ins eigene Land“, sollen die Angeklagten gesagt haben. So hat es Saskia B. bei der Polizei gesagt.

Saskia B. fuhr die Männer zum Flüchtlingsheim, Dennis L. warf den Molotow-Cocktail in das Kinderzimmer einer Familie aus Simbabwe. Nur ausnahmsweise schlief der elfjährige Alvin in dieser Nacht bei seiner Mutter im Zimmer nebenan. Die Staatsanwaltschaft geht bei Dennis L. und Sascha D. von einem Tötungsvorsatz aus. Das Urteil soll am 17. März fallen.

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