AUS DEM NOTIZBLOCK Fliegende Geschenke, gehorsame Pauker und schnelle Linke

Da staunte CDU-Fraktionschef Björn Thümler auf dem Empfang zu seinem 40. Geburtstag nicht schlecht. Gratulant Jens Nacke, CDU-Parlamentsgeschäftsführer, überreichte einen Käfig mit zwei Tauben. Nicht nur der Name der Rasse - Hannoversch Tümmler - war eine Anspielung, sondern auch die Tiere selbst. Thümler werde wohl seinen Briefverkehr künftig mit Brieftauben abwickeln müssen, lästerte Nacke. Grund: Im Bürotrakt des Fraktionschefs gibt es seit dem Wechsel von Amtsvorgänger David McAllister auf den Ministerpräsidentenposten kein Fax-Gerät mehr. Thümler bedankte sich
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Von Peter mlodoch

Da staunte CDU-Fraktionschef Björn Thümler auf dem Empfang zu seinem 40. Geburtstag nicht schlecht. Gratulant Jens Nacke, CDU-Parlamentsgeschäftsführer, überreichte einen Käfig mit zwei Tauben. Nicht nur der Name der Rasse - Hannoversch Tümmler - war eine Anspielung, sondern auch die Tiere selbst. Thümler werde wohl seinen Briefverkehr künftig mit Brieftauben abwickeln müssen, lästerte Nacke. Grund: Im Bürotrakt des Fraktionschefs gibt es seit dem Wechsel von Amtsvorgänger David McAllister auf den Ministerpräsidentenposten kein Fax-Gerät mehr. Thümler bedankte sich

artig, gab aber später die Vögel an den Eigentümer zurück. Er wolle schließlich keine Brieftaubenzucht betreiben. Und der Schriftverkehr werde sowieso nur noch per E-Mails abgewickelt.

Der Philologenverband, die Vertretung der Gymnasiallehrer, ist auf der Palme. Wütend lehnen sie die Oberschul-Pläne von Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) ab. Manchmal aber muss man der Empörung ein wenig nachhelfen. So enthielt das Redemanuskript von Philologenchef Horst Audritz für den Verbandstag in Goslar auch genaue Regieanweisungen für die Delegierten. "Hier muss Beifall kommen", stand dort in Klammern hinter der Forderung nach kleineren Klassen. Und? Die Pauker gehorchten und applaudierten eifrig.

Die vielen Ws brachten die Vorsitzende des Asse-Untersuchungsausschusses, Elisabeth Heister-Neumann (CDU), durcheinander. "Herr Winkelmann, Sie sind dran", rief sie den Grünen-Fraktionschef zur Fragerunde auf. Doch der heißt bekanntlich Stefan Wenzel und guckte etwas kariert aus der Wäsche. "Entschuldigung, Herr Wenzel", korrigierte sich Heister-Neumann schnell. Sie hatte vorher mit dem neben ihr sitzenden Landtagsjuristen Udo Winkelmann über rechtliche Fragen getuschelt und offenbar nicht schnell genug umgeschaltet. Bei den nächsten Aufrufen sprach die Vorsitzende dann Wenzels Namen immer ganz langsam und betont aus.

Die Linken waren erfolgreich - auf einem völlig unerwarteten Gebiet. Als allererste von den fünf Landtagsfraktionen gratulierten sie dem neuen evangelischen Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, zu seiner Wahl. Selbst die Christ(!)demokraten mussten sich in diesem Wettlauf geschlagen geben.

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