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Die Brocken-Wanderung der CDU-Fraktion brachte es gnadenlos an den Tag: Um die Fitness der Landtagsabgeordneten ist es höchst unterschiedlich bestellt. So missbrauchte Finanzexperte und Flachländer Reinhold Hilbers aus der Grafschaft Bentheim das Technikfahrzeug des Fernsehsenders RTL als persönlichen Besenwagen und ließ sich den letzten halben Kilometer sitzend auf den Gipfel kutschieren. Aber das war immer noch besser als die Kollegen, die sich gleich für den Zug hinauf entschieden hatten. Andere dagegen gerieten regelrecht in einen Rekordrausch. Die Parlamentarier Dirk Toepffer (Hannover), Jörg Hillmer (Uelzen) und Carsten Höttcher (Braunschweig) gründeten in Anlehnung an den berüchtigten Anden-Pakt ehemaliger junger Wilder der CDU flugs den Brocken-Pakt und stürmten in einer Stunde und zwölf Meinungen den Berg hinauf. Auch runter ging es wieder stramm zu Fuß, während die meisten anderen Kollegen die Brocken-Bahn benutzten. Damit
11.06.2011, 05:00
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Von PETER MLODOCH

Die Brocken-Wanderung der CDU-Fraktion brachte es gnadenlos an den Tag: Um die Fitness der Landtagsabgeordneten ist es höchst unterschiedlich bestellt. So missbrauchte Finanzexperte und Flachländer Reinhold Hilbers aus der Grafschaft Bentheim das Technikfahrzeug des Fernsehsenders RTL als persönlichen Besenwagen und ließ sich den letzten halben Kilometer sitzend auf den Gipfel kutschieren. Aber das war immer noch besser als die Kollegen, die sich gleich für den Zug hinauf entschieden hatten. Andere dagegen gerieten regelrecht in einen Rekordrausch. Die Parlamentarier Dirk Toepffer (Hannover), Jörg Hillmer (Uelzen) und Carsten Höttcher (Braunschweig) gründeten in Anlehnung an den berüchtigten Anden-Pakt ehemaliger junger Wilder der CDU flugs den Brocken-Pakt und stürmten in einer Stunde und zwölf Meinungen den Berg hinauf. Auch runter ging es wieder stramm zu Fuß, während die meisten anderen Kollegen die Brocken-Bahn benutzten. Damit

nicht genug, Höttcher kündigte gleich neue Höchstleistungen an: "Wir trainieren weiter, wir wollen demnächst den Aufstieg unter einer Stunde schaffen."

Beim traditionellen Behördenmarathon, dem Siebener Staffel-Lauf rund um den Maschsee in Hannover, insgesamt über die klassischen 42 Kilometer, musste die CDU-Fraktion wegen ihrer Klausurtagung im Harz passen. Die Kollegen von der FDP-Fraktion waren zwar gemeldet, zogen aber einen Tag vorher ihre Anmeldung zurück. Ein Kinderbetreuungsproblem und ein kaputtes Knie hatten die liberale Siebener-Mannschaft zu sehr geschwächt. So machten SPD und Grüne die sportliche Vorherrschaft der Politmannschaften unter sich aus - mit eindeutigem Ergebnis. Die Roten mit Ex-Innenminister Heiner Bartling und dessen Landtagskollegen Stefan Klein und Grant Hendrik Tonne belegten bei den insgesamt 170 Mannschaften und dem üblichen Sieg einer durchtrainierten Polizeistaffel einen guten 44. Platz; die Grünen kamen auf Rang 66. Das immerhin war besser als im Vorjahr, was bei der Truppe um die grünen Landesparlamentarier Ina Korter und Ralf Briese prompt Jubel auslöste - ganz im Sinne des

Mottos "Für kürzere Laufzeiten".

Mit Bindestrich-Namen ist das so eine Sache. Oft sind sie Zungenbrecher, außerdem wirken sie bei Frauen eher nur halb emanzipiert. Die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Gabriele Lösekrug-Möller aus Hameln hat nun aus der Not eine Tugend gemacht und ihr Doppel auf das prägnante Kürzel LöMö eingedampft. "LöMö: Sanktionsrecht muss geändert werden", hieß jüngst die Überschrift einer Pressemitteilung, in der die Sozialexpertin mehr Milde bei Arbeitssuchenden fordert. Und auf ihrer Internetseite gibt's Persönliches unter der Rubrik LöMö. Beim SPD-Landesverband ist man ganz begeistert über das neue LöMö-Label. "Das ist doch viel einprägsamer."

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