Dioxin-Skandal in Niedersachsen Behörden geben Milchbetriebe wieder frei

Niedersachsen . Die Milchbauern in Niedersachsen können nach dem Dioxin-Skandal wieder aufatmen. "Sämtliche 462, vorsichtshalber gesperrten Milchbetriebe sind wieder freigegeben", sagte am Samstag der Sprecher des niedersächsischen Agrarministeriums.
08.01.2011, 14:51
Lesedauer: 2 Min
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Niedersachsen . Die Milchbauern in Niedersachsen können nach dem Dioxin-Skandal wieder aufatmen. "Sämtliche 462, vorsichtshalber gesperrten Milchbetriebe sind wieder freigegeben", sagte am Samstag der Sprecher des niedersächsischen Agrarministeriums.

Dies sei den Landkreisen und der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen bereits mitgeteilt worden und wird von dort aus an die Milcherzeuger und die Molkereien weitergegeben.

Der Höchstgehalt für Dioxine in Rohmilch und Milcherzeugnissen von 3,0 Pikogramm pro Gramm Fett in keiner Probe überschritten worden. Die Testergebnisse zu Schweinefleisch stünden aber noch aus. Insgesamt waren nach dem Bekanntwerden des Skandals um dioxinbelastetes Tierfutterfett 4500 Betriebe in Niedersachsen gesperrt worden.

Dagegen heben Dioxin-Tests erstmals auch überhöhte Giftwerte in Hühnern ergeben. Nach Informationen des Magazins "Focus" stellten die Behörde erstmals erhöhte Giftwerte in Legehennen fest. Dies gehe aus einem Bericht vom 6. Januar hervor, den die Bundesregierung am Freitag nach Brüssel geschickt habe. Demnach hätten Proben aus dem Fettgewebe dreier Tiere einen Wert von 4,99 Pikogramm Dioxin pro Gramm ergeben. Der erlaubte Höchstwert liege bei 2 Pikogramm. Auch Zehntausende Schweine dürften nach offiziellen Schätzungen allein in Niedersachsen belastet sein. Das Ausland stoppt bereits deutsche Agrarprodukte.

Am Freitag waren neue Vorwürfe gegen die Futterfett-Firma Harles und Jentzsch aufgekommen: Der Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung liege nahe, sagte der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne. Vieles spreche dafür, dass Harles und Jentzsch seine Kunden betrogen und technische Mischfettsäure als teures Futterfett verkauft habe. Für eine Tonne Industriefett habe die Firma bloß 500 Euro erlösen können, für eine Tonne Futterfett hätten die Kunden aber 1000 Euro bezahlt. Hier liege der Verdacht der falschen Rechnungsstellung und somit der Steuerhinterziehung nahe. Ohnehin ermittelt die Justiz gegen das Unternehmen wegen des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz.

In Niedersachsen sind nach wie vor insgesamt 3285 Schweine-Betriebe mit einem vorläufigen Handelsverbot belegt. Der Fettanteil im Schweinfutter ist nach Angaben des Agrarministeriums deutlich niedriger als im Futter für Legehennen.

Südkorea blockiert wegen der Krise um dioxinverseuchtes Tierfutter bereits seit Mitte vergangener Woche Schweinefleisch aus Deutschland. Auch britische Supermärkte haben Produkte, die von deutschen Dioxin-Eiern verseucht sein könnten, aus dem Regal genommen. Die meisten der Kuchen und Törtchen, die betroffen sein könnten, seien bereits verkauft und vermutlich schon gegessen, teilte die für Ernährung zuständige Behörde Food Standards Agency (FSA) mit.

Am Montag will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) Vertreter der Futtermittelbranche, der Landwirtschaftsverbände sowie führende Verbraucherschützer in Berlin treffen. Die Kontrolle der Lebensmittel ist in Deutschland die Sache der Länder. (dpa)

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