Intercity fährt ab 2013 zum Nahtarif von Bremen nach Norddeich Billiger zur Nordsee

Hannover·Bremen. Die Bahn hatte gestern zur Feier des Tages ein Riesenmodell ihres neuen Doppelstock-Intercitys mit nach Hannover gebracht. Diese Züge sollen ab Dezember 2013 im Zweistunden-Takt Bahnreisende über Hannover an die niedersächsische Nordsee-Küste bringen. Und für Kunden ab Bremen sogar zum normalen Nahverkehrstarif. So sieht es die Vereinbarung zwischen Niedersachsen, Bremen und Bahn AG vor.
06.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von PETER MLODOCH

Hannover·Bremen. Die Bahn hatte gestern zur Feier des Tages ein Riesenmodell ihres neuen Doppelstock-Intercitys mit nach Hannover gebracht. Diese Züge sollen ab Dezember 2013 im Zweistunden-Takt Bahnreisende über Hannover an die niedersächsische Nordsee-Küste bringen. Und für Kunden ab Bremen sogar zum normalen Nahverkehrstarif. So sieht es die Vereinbarung zwischen Niedersachsen, Bremen und Bahn AG vor.

Billiger, bequemer und öfter nach Norddeich Mole heißt es dann laut Bahn. Die Intercitys (IC) fahren im Wechsel mit den Regionalexpresszügen (RE), sodass es stündlich ohne Umsteigen an die Nordsee und zurück geht. Beide Zugtypen werden ab Bremen nicht nur preislich gleichgestellt, sondern sind auch im Verlauf identisch. Hude wird dadurch zum IC-Halt, lästiges und zeitraubendes Umsteigen entfällt.

"Eine Win-Win-Win-Situation", jubelten Bremens Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) und Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) einmütig. Alle würden gewinnen, nicht nur Pendler und Urlauber. Zwar müssten die Länder der Bahn die Differenz zwischen IC- und RE-Tarif erstatten, jährlich "ein einstelliger Millionenbetrag im unteren Bereich". Auf der anderen Seite brauche man nicht mehr über die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) neue Loks und Waggons anzuschaffen, um das Ziel einer stündlichen Taktung Richtung Nordsee zu erreichen. Mit der Verdreifachung ihrer IC-Fernverbindungen verhindert die Bahn AG ihrerseits, dass die LNVG die Strecke für ihren Bereich ausschreibt und möglicherweise die Konkurrenz zum Zuge kommt. "Keine Kannibalisierung durch parallel laufenden Nah- und Fernverkehr", lautet das Motto. Bahn-Personenverkehrschef Ulrich Homburg sprach folgerichtig von einer "tollen Geschichte".

Das mögen Bahncard-Inhaber anders bewerten. Ihre Rabatte gehen im Bereich des Verkehrsverbundes Bremen Niedersachsen (VBN) verloren, die Ermäßigung gilt für VBN-Tarife nicht. Betroffen sind beispielsweise Einzelfahrten zwischen Bremen und Oldenburg. Zwar ist dort das VBN-Nahverkehrsticket günstiger als ein normaler IC-Fahrausweis. Doch dessen Preis konnte man bislang mit der Bahn-card 50 halbieren, also deutlich unter VBN-Tarif drücken. Das geht nach Angaben des Unternehmens künftig in dem preislich gleichgestellten IC nicht mehr.

Reisende, die von weiter kommen, profitieren ebenfalls nicht von der IC-Ticketreduzierung. Diese gilt nur für Fahrgäste ab Bremen. Für Fahrkarten ab Hannover oder Leipzig ist der normale, um 30 Prozent teurere Preis zu bezahlen. Da könne es unter Umständen günstiger sein, sein Ticket - bis Bremen und dann von Bremen - zu splitten, räumte die Bahn ein. "Natürlich ruft das auch Schnäppchenjäger auf den Plan", so Minister Bode. Vielleicht lege der eine oder andere in der Hansestadt auch einen Zwischenstopp ein. "Bremen ist ja schließlich nicht ganz hässlich."

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