Bürgermeisterkandidat scheut beim Landwirtschaftlichen Verein den Vergleich mit seinem Vorgänger Bormann: Es kommt kein Messias, der alles neu macht

Bruchhausen-Vilsen. Bernd Bormann ist einziger Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters von Bruchhausen-Vilsen. Am 25.
08.05.2014, 00:00
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Bernd Bormann ist einziger Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters von Bruchhausen-Vilsen. Am 25. Mai wird auch dort gewählt. Nach Asendorf und Schwarme stellte sich der Einzelkandidat am Dienstagabend nun auf Einladung des Landwirtschaftlichen Vereins vor rund 80 Besuchern im Gasthaus Mügge in Bruchhausen-Vilsen vor. Dass er dabei von Landwirt und Süstedter Ratsherr Ehler Meierhans fälschlicherweise mit „Herr Wiesch“ angesprochen wurde, zeigt auch, dass Bormann das Rad nicht neu erfinden wird, Altbewährtes erhalten und fortführen will. Dies erläuterte er dann auf hartnäckige Nachfrage der Besucher genauer.

Die Moderatoren, die Süstedter Landwirte Carsten Hillmann-Köster und Nils Ehlers, hatten bei der Diskussion nur wenig zu tun. Nach einer kurzen Vorstellung durch Bernd Bormann entwickelte sich schnell ein Frage-und-Antwort-Spiel zwischen den Besuchern und dem Kandidaten. Das Thema Landwirtschaft nahm dabei, wenig verwunderlich, breiten Raum ein. So äußerten viele Anwesende Bedenken ob der neuen Entwicklungen in Land und Bund, Änderungen vor allem im Baugesetzbuch. Den Landwirten immer Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist erklärtes Ziel von Bernd Bormann. „Die Landwirtschaft gehört für mich mit zur Wirtschaft, sie muss Entwicklungsmöglichkeiten haben.“ Allerdings müsse man auch die „schwarzen Schafe“ unter den Landwirten im Auge haben. In Sachen Biogasanlagen sei man in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen „an der Grenze angelangt“. Der Stallbau sei durch das neue Baugesetz „nicht rosiger geworden, privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich wird es so nicht mehr geben“, erklärte Bormann. Die Gemeinden seien durch die Aufstellung von Bebauungsplänen gefordert. „Man muss Standorte finden, mit denen alle leben können.“ Landwirt Henning Hüneke äußerte in diesem Zusammenhang Bedenken wegen langer Entscheidungswege. „Das ist einfach so“, bestätigte Bormann. „Das Problem hängt immer am Standort.“

Sorgenvolle Fragen gab es auch zur Planung im Uenzer/Schwarmer Bruch. Ob dies ein Naturschutzgebiet werde, wollte Burchard Hillmann-Köster aus Süstedt wissen und kritisierte, dass die Samtgemeinde zu sehr auf den Tourismus setze. „Bringt der Tourismus soviel Steuereinnahmen wie die Landwirtschaft?“, fragte er den Kandidaten. Der wollte sich auf einen „monetären Vergleich“ nicht einlassen: „In der Samtgemeinde hat beides seinen Platz.“

Neben der Landwirtschaft gab es aber auch Fragen zur Wirtschaft. So erkundigte sich Steuerberater Claus-Peter Schröder nach den Umsiedlungs- und Neubauplänen von Aldi und Netto im Flecken Bruchhausen-Vilsen, in Martfeld und Asendorf. „Die Konzerne“, so erklärte Bormann, „machen sich die Welt selbst.“ Allerdings hätten zumindest in Asendorf und Martfeld die Räte Einflussmöglichkeiten.„Die Entwicklung einer Gemeinde muss gewährleistet sein.“ So sei auch das Fachmarktzentrum im Flecken eine „richtige Entscheidung“ gewesen.

Nils Ehlers erkundigte sich nach dem Stellenwert der Wirtschaftsförderung und sprach den Wegzug eines größeren Handwerkbetriebes an. „Die Wirtschaft ist ein großes Thema für die Zukunft“, so Bormann. Große Betriebe anzusiedeln sei schwierig, „weil die Rahmenbedingungen fehlen, aber das muss man auch gar nicht. Wichtiger ist die Bestandspflege.“ Den Anwesenden fehlte bei dieser Aussage ein wenig Kreativität. Die Wirtschaftsförderung der Samtgemeinde will Bormann im Fall seiner Wahl zumindest „räumlich im Rathaus wieder nach vorne bringen.“

Bei konkreten Fragen, welche Änderungen er plane, blieb Bormann zunächst schwammig. Das Schulzentrum stetig weiter entwickeln und einen engen Kontakt zwischen Bürgern und Verwaltung pflegen nannte er als Beispiele. „Es kommt kein Messias, der alles neu macht.“ Der jetzige Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch habe Akzente gesetzt, meinte ein Zuhörer und wollte wissen, welche Akzente Bormann setzen wolle. „Wiesch und Bormann sind zwei völlig unterschiedliche Typen“, erklärte der Kandidat darauf. „Ich stehe lieber in der Mitte bei Ihnen, will versuchen, die Bürger einzubinden. Welche Akzente ich setze, kann ich nicht alleine bestimmen.“ Er ergänzte aber: „Ich habe klare Vorstellungen.“ Auf Nachfrage sprach Bormann wieder das Schulzentrum an: „Ich möchte, dass sich das Gymnasium weiterentwickelt, ein Profil gibt, einen Kunstrasenplatz, die vernünftige Renovierung des 78er Traktes, einen einheitlichen Stand der Kitas, die Weiterentwicklung aller Schulen zu Ganztagsschulen und gute Rahmenbedingungen für die Ansiedelung von jungen Familien.“

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