Metronom raste in Schulbus

Buxtehude: Busfahrerin zu Geldstrafe verurteilt

1200 Euro Geldstrafe muss eine Busfahrerin zahlen, nachdem sie im September 2015 in Buxtehude mit einem Schulbus auf einem Bahnübergang liegengeblieben war. 60 Schüler entkamen nur knapp einer Katastrophe.
10.06.2016, 00:29
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Von Björn Vasel
Buxtehude: Busfahrerin zu Geldstrafe verurteilt

Eine 23-jährige Busfahrerin ist zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden. Sie war am 16. September 2015 mit einem Schulbus auf einem Bahnübergang in Buxtehude liegengeblieben.

dpa

1200 Euro Geldstrafe muss eine Busfahrerin zahlen, nachdem sie im September 2015 in Buxtehude mit einem Schulbus auf einem Bahnübergang liegengeblieben war. 60 Schüler entkamen nur knapp einer Katastrophe.

Das Amtsgericht Buxtehude hat eine 23-jährige Busfahrerin zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Sie war am 16. September 2015 in Buxtehude-Hedendorf mit einem Schulbus auf dem Bahnübergang „Mühlenkampstraße/Am Mühlenbach“ liegengeblieben. 60 Schülerinnen und Schüler sowie die Fahrerin hatten sich in allerletzter Minute retten können, bevor ein Metronom, abgebremst auf 40 Kilometer pro Stunde, mit dem Gelenkbus kollidierte.

Amtsrichter Erik Paarmann verurteilte die Busfahrerin wegen „gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“ und wegen „fahrlässiger Körperverletzung“, weil ein Bahnreisender bei dem Zusammenstoß leicht verletzt worden war, zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 30 Euro. Ihren Beruf kann weiter ausüben, ein Fahrverbot, maximal drei Monate wären möglich gewesen, ist vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft hatte 50 Tagessätze à 35 Euro und ein Fahrverbot von einem Monat gefordert, die Verteidigung hingegen Freispruch beantragt.

Strecke "schwer, aber machbar"

Der Rechtsanwalt der 23-Jährigen vertrat die Auffassung, dass die Umleitungsstrecke nördlich der Bahnlinie, die B 73 war im Zuge der Ortsdurchfahrt wegen einer Sanierung gesperrt, für Gelenkbusse dieser Größe nicht geeignet war.

Diese Position teilten weder Richter noch Staatsanwaltschaft. Der Amtsrichter machte in seinem Urteil deutlich, dass die Berufskraftfahrerin die Ausweichstrecke („schwer, aber machbar“) über den beschrankten Bahnübergang zwischen dem Wohngebiet und der Feldmark durchaus mit ihrem 18 Meter langen Gelenkbus hätte bewältigen können. Sie habe den Unfall „fahrlässig“ verursacht. Vor ihr hätten 20 andere Busse den Bahnübergang passiert – ohne Probleme, so der Strafrichter.

Die Fahrerin hatte die Kurve nicht richtig genommen. Weil sie einen Weidenzaun nicht beschädigen wollte, habe sie den Bus auf dem Bahnübergang zurückgesetzt. Dabei war die Gelenk- und Knicksperre zum Schutz des Busses ausgelöst worden. Erst gab es die optische Warnung, ab einem Winkel von 54 Grad ‚rastete‘ die Sperre hydraulisch ein. Rückwärts konnte sie nicht mehr fahren. Nach Aussage des Sachverständigen hätte sie, nach Druck auf den Taster „Vorwärts“, das Lenkrad lediglich in die andere Richtung einschlagen müssen, um die Sperre durch das Entlasten des Knickschutzes aufzuheben.

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