Letzter Schultag am 18. Dezember Niedersachsen zieht Start der Weihnachtsferien vor

Noch ein Monat bis Heiligabend, doch eine kleine Bescherung gibt es für Schüler in Niedersachsen schon jetzt: Die Weihnachtsferien werden verlängert. So soll das Infektionsrisiko gesenkt werden.
24.11.2020, 17:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Sigrun Stock und Lennart Stock, dpa

Die Weihnachtsferien in Niedersachsen werden anders als zunächst geplant doch verlängert. Die Ferien beginnen nun am Montag, den 21. Dezember und damit zwei Tage früher, wie das Kultusministerium am Dienstag mitteilte. Letzter Schultag vor den Ferien soll demnach Freitag, der 18. Dezember sein. Bislang war der 22. Dezember als letzter Schultag vorgesehen. Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten bei ihren Gesprächen über die Corona-Regeln darauf geeinigt, die Ferien zu verlängern - mit Ausnahme von Bremen habe Einigkeit geherrscht, hieß es aus der Stuttgarter Staatskanzlei.

Mit der Verlängerung soll das Infektionsrisiko gesenkt werden. „Über zwei zusätzliche freie Tage, an denen die Kinder und Jugendlichen ihre Kontakte zu anderen deutlich einschränken können, leisten wir schulseitig einen Beitrag, das Infektionsgeschehen vor Weihnachten abzudämpfen“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 soll es nach Plänen des Kultusministeriums am Montag (21.) und Dienstag (22.) in den Schulen dennoch ein Notbetreuungsangebot geben.

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Für Familien, die etwa Angehörige von Risikogruppen haben und weiteren Schutz benötigen, gilt zudem eine weitere Regelung. Demnach können diese Familie ihre Kinder für Donnerstag (17.) und Freitag (18.) mit einem formlosen Antrag vom Präsenzunterricht befreien lassen. Diese Schüler hätten dann am 16. Dezember ihren letzten Schultag und damit acht Tage bis Heiligabend Zeit, sich zu isolieren und Kontakte zu minimieren. Nach bisherigem Stand soll die Schule dann für alle im neuen Jahr am 11. Januar wieder beginnen.

Bislang hatte sich Tonne gegen einen früheren Ferienstart ausgesprochen. Der Minister hatte dabei darauf verwiesen, dass die Zeit zwischen einer Ansteckung mit dem Coronavirus und der Erkrankung bei 10 bis 14 Tage liege. Durch die Neuregelung verlängert sich die Zeitspanne zwischen dem letzten Schultag und Heiligabend nun auf insgesamt fünf Tage. „Das ist gut, dürfte nach der aktuellen Erkenntnislage aber nicht für alle Konstellationen ausreichend Sicherheit bieten“, sagte Tonne.

Die Entscheidung folge nun aber der Länderlinie, die am vergangenen Wochenende abgestimmt worden war, machte der Minister deutlich. Auch Bayern und Baden-Württemberg gaben am Dienstag bekannt, die Weihnachtsferien in ihren Ländern zu verlängern.

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Die FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag sprach angesichts der Neuregelung von einer „vernünftigen Lösung“. Der bildungspolitische Sprecher Björn Försterling kritisierte aber, dass die Entscheidung mit Verspätung komme: „Kultusminister Tonne lehnt immer wieder gute Vorschläge ab oder setzt sie zu spät um. Der Minister sollte anfangen, nicht alles erstmal abzulehnen, sondern gesellschaftliche Lösungsvorschläge ernst zu nehmen.“

Bis die Weihnachtsferien beginnen, forderten Schülervertreter unterdessen, den Unterricht im Wechsel ablaufen zu lassen. Das Szenario B würde den Infektionsschutz verbessern und zur Beruhigung des Schulalltags beitragen, hieß es in einem offenen Brief an Kultusminister Tonne. In vollbesetzten Klassenräumen und Schulbussen sei nicht ausreichend Abstand möglich, steht in dem Schreiben vom Dienstag. Im sogenannten Wechselmodell Szenario B werden die Klassen geteilt. Die Landesregierung versucht, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten.

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