Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 41

Acht Kandidaten treten im Wahlkreis 41 mit den Gemeinden Stuhr und Weyhe sowie den Städten Syke und Bassum zur Landtagswahl an. 2013 gewann Volker Meyer (CDU). Wer wird es diesmal?
10.10.2017, 18:47
Lesedauer: 12 Min
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Von Claudia Ihmels

Gleich acht Kandidaten wollen für den Wahlkreis 41 in den Niedersächsischen Landtag – deutlich mehr als bei den beiden vorherigen Wahlen, als jeweils fünf Direktkandidaten gegeneinander antraten. Der Wahlkreis umfasst den Diepholzer Nordkreis mit den beiden Gemeinden Stuhr und Weyhe sowie den Städten Syke und Bassum. Bei den vergangenen Wahlen konnte immer die CDU das Direktmandat erringen, zuletzt gelang das Volker Meyer, der sich nun erneut zur Wahl stellt. Vertreten wird der Wahlkreis 41 im Landtag in Hannover aber auch noch durch die SPD-Politikerin Luzia Moldenhauer, die als Nachrückerin der Sprung ins Landesparlament schaffte, und Marco Genthe von der FDP, dem über die Liste der Einzug in den Landtag gelang. Bei beiden Politiker können die Wähler auch an diesem Sonntag, 15. Oktober, wieder ihr Erststimmen-Kreuz machen.

CDU: Volker Meyer

Er ist der Titelverteidiger. Gleich beim ersten Anlauf schaffte der CDU-Politiker Volker Meyer 2013 den direkten Sprung in den Landtag – mit 41,9 Prozent der Erststimmen. Keine Frage, dass die Christdemokraten den 49-Jährigen erneut ins Rennen schicken.

Volker Meyer ist in Twistringen aufgewachsen. Nach der Realschule absolvierte er zwar zunächst von 1984 bis 1987 eine Ausbildung zum Polizeibeamten beim Bundesgrenzschutz in Lüneburg und Walsrode. Anschließend ließ er sich von 1988 bis 1991 bei der Kreissparkasse Syke zum Sparkassenkaufmann ausbilden, 1992 qualifizierte sich Meyer zum Sparkassenbetriebswirt weiter. Bis zu seiner Wahl in den Landtag war Meyer für die Kreissparkasse Syke tätig. Er ist verheiratet und lebt in Bassum.

1984 trat Meyer in die Junge Union ein, deren Kreisvorsitzender er von 1988 bis 1990 war. CDU-Mitglied ist er seit 1986. Von 1989 bis 2009 war er Vorsitzender der Twistringer CDU, 1991 bis 2008 gehörte er dem Rat an, war auch stellvertretender Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzender. Seit 2013 ist Meyer Vorsitzender der Bassumer CDU. Dem CDU-Kreisvorstand gehört er seit 1994 an, zunächst als Beisitzer und seit 2014 als stellvertretender Vorsitzender. Er ist seit 1996 Mitglied im Kreistag, der CDU-Kreistagsfraktion steht er seit 1999 vor. 2016 wurde Meyer zudem stellvertretender Landrat.

Wenn er erneut in den Landtag gewählt wird, will Meyer sich vor allem für eine bessere Unterrichtsversorgung einsetzen. "Für mehr Lehrer und mehr Stunden, damit wir eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung bekommen", sagt er. Wichtig ist ihm auch das Thema innere Sicherheit. Sein Ziel: "3000 zusätzliche Polizisten in Niedersachsen, damit die Polizeipräsenz sich verbessert." Außerdem soll die Polizei eine moderne Ausstattung bekommen. "Und ich möchte den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorantreiben", kündigt Meyer an und nennt die Projekte B6 neu und Ortsumgehung Groß Mackenstedt, für die er sich auch in der aktuellen Legislaturperiode immer wieder stark gemacht hat.

Grüne: Heinz-Jürgen Michel

Viele kommunale Themen haben unmittelbar mit der Landespolitik zu tun, findet Heinz-Jürgen Michel. Der Hauptgrund für den Grünen-Politiker aus Syke, sich als Direktkandidat seiner Partei im Wahlkreis 41 aufstellen zu lassen. "Damit die erfolgreiche Politik der jetzigen Landesregierung weitergeführt wird", sagt er.

Heinz-Jürgen Michel ist 50 Jahre alt, hat drei Kinder und lebt in Syke. Er stammt von einem Bauernhof in Ostwestfalen. Nach einem Biologie-Studium baute er ab 1994 zunächst in Verden und ab 1998 in Oldenburg einen Lieferservice für ökologische Lebensmittel auf. Seit 2001 ist er Mitinhaber der Frischekiste, einem Bio-Lieferbetrieb im Syker Ortsteil Gessel. Michel ist ebenfalls Geschäftsführer der Frischekiste.

Politisch ist Heinz-Jürgen Michel schon einige Jahre bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv. Seit 2011 gehört er der Grünen-Fraktion im Syker Stadtrat an, deren Fraktionsvorsitzender er seitdem auch ist. Als großer Fan von Rätseln und Wortspielen organisiert Michel nach eigenen Angaben zudem einmal im Jahr ein international besetztes Scrabble-Turnier in Syke.

In der Landespolitik gehören die Themen Energie und Verkehr zu seinen Schwerpunkten. Wenn er es in den Landtag schafft, will er sich für den Weiterausbau der Windenergie einsetzen sowie wo es möglich ist für Radschnellwege zwischen den Gemeinden und nach Bremen und für die Taktverdichtung bei der Regio-S-Bahn und den Bussen. Wichtig ist Michel auch das Thema Bildung, besonders die Inklusion. Diese sollte "gut ausgestattet und konzeptionell unterfüttert umgesetzt" werden. Zudem fordert der Grüne kostenlose Bildung von der Krippe bis zum Uni-Abschluss. Der Wahlkreis brauche mehr Personal in den Schulen, "um die guten Konzepte, die es gibt, auch umzusetzen". Ein Dorn im Auge sind dem Syker zu viel Bürokratie und Verwaltung. Bei neuen Projekten will er sich deshalb dafür einsetzen, diese auf das Wesentliche zu reduzieren, darauf hinwirken, bestehende, allzu bürokratische Vorgänge effektiver und nachvollziehbarer zu machen.

SPD: Luzia Moldenhauer

Erst nicht, dann doch – so lässt sich Luzia Moldenhauers Einzug in den Niedersächsischen Landtag kurz beschreiben. Die lange Variante: Als Direktkandidatin musste sich die SPD-Politikerin 2013 geschlagen geben, als Nachrückerin gelang ihr im Oktober 2014 doch noch der Einzug ins Parlament in Hannover. Für die Wahl am Sonntag, 15. Oktober, hat die SPD sie erneut als Direktkandidatin aufgestellt.

Luzia Moldenhauer wurde 1959 in Würselen im Landkreis Aachen geboren und ist in Baesweiler aufgewachsen. 1978 legte sie ihr Abitur ab. 1980 zog sie nach Berlin, wo auch ihre beiden Kinder geboren wurden. In den Landkreis Diepholz zog es Moldenhauer ab 1987 zunächst nach Freistatt und Anfang 1989 nach Bassum, wo sie auch heute noch lebt. Moldenhauer war als Honorardozentin tätig und als freie Journalistin tätig. Außerdem war sie an drei Publikationen beteiligt, unter anderem über Frauen in Konzentrationslagern.

Die 58-Jährige kommt aus einer sozialdemokratisch geprägten Familie. Sie selbst ist bei der Sozialdemokratischen Jugend Die Falken angefangen, anschließend war sie bei den Jusos aktiv. Mit ihrem Umzug nach Bassum sei sie schließlich wieder politisch aktiv geworden. Seit 1995 ist Moldenhauer Mitglied im Stadtrat, seit 2000 stellvertretende Bürgermeisterin. Dem Diepholzer Kreistag gehört sie seit 2003 an. Seit mehreren Jahren ist sie zudem im Vorstand des SPD-Unterbezirks Diepholz aktiv, in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen ist sie stellvertretende Unterbezirksvorsitzende.

Thematisch will Luzia Moldenhauer vor allem der Bildungspolitik widmen. "Bildung ist das Fundament für unser Leben", sagt sie und fordert mehr Chancengerechtigkeit. "Wer welche Schulform besucht, darf nicht vom Geldbeutel abhängen", so Moldenhauer. Sie befürwortet mehr Gesamtschulen, in denen die Kinder nach ihren individuellen Fähigkeiten gefördert und gefordert werden. Auch für die Verringerung der Anzahl an Jugendlichen ohne Schulabschluss will sie sich einsetzen.

Linke: André Fieseler

Die Linke setzt im Wahlkreis 41 auf einen ganz jungen Kandidaten, den 22-jährigen André Fieseler aus Syke. Ein politischer Neuling ist Fieseler dennoch nicht. 2015 trat er in Die Linke ein, seit 2015 ist er Delegierter im Landesausschuss der Partei, seit 2016 gehört er für Die Linke dem Syker Stadtrat an.

"Die Menschen, die mich kennen, beschreiben mich als verantwortungsbewusst, engagiert, ehrlich und direkt", sagt André Fieseler, der als Informatiker beim Landkreis Diepholz angestellt ist. Sein politisches Engagement ist zugleich sein Hobby, deshalb verbringt er damit auch einen großen Teil seiner Freizeit, verrät der Syker über sich selbst. Ansonsten würde er auch bei einem guten Film entspannen oder Klavier spielen.

Schafft er es in den Landtag, wird er für die beiden letzteren Aktivitäten vermutlich weniger Zeit haben, sich dann aber verstärkt für eine Modernisierung der Schulen und eine Überholung des Bildungskonzepts einsetzen wollen. Von Chancengleichheit könne im jetzigen Bildungssystem keine Rede sein, findet Fieseler. "Das müssen wir endlich ändern", betont er und nennt dazu die Stichpunkte Abschaffung der Kita-Gebühren, Lernmittelfreiheit in den Schulen und eine flächendeckende, kostenlose Schulverpflegung in den Ganztagsgrundschulen.

Ein weiteres Schwerpunktthema von Fieseler ist die Pflege. Er fordert "gute Pflege und ambulante sowie stationäre Krankenversorgung unabhängig von Einkommen oder Ort". Außerdem gebe es in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin, deshalb sei eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung nötig, in die jeder einzahle. Bezahlbarer und komfortabler Wohnraum für alle Menschen ist das dritte große Thema für den Linken-Politiker. "Wohnen ist ein existenzielles Grundrecht, trotzdem ist Wohnraum heutzutage so knapp und so teuer wie nie zuvor", betont er. Zudem fordert er Sozialtarife für Strom und Wasser. Eine Sperrung der Grundversorgung mit Wasser, Gas oder Strom müsse hingegen verboten werden.

FDP: Marco Genthe

Auch ohne Direktmandat stehen für den FDP-Politiker Marco Genthe die Chancen für einen erneuten Einzug in den Landtag gut. Schließlich steht er bei den Liberalen auf Platz vier der Landesliste. Auch 2013 schaffte er über die Liste den Einzug in den Landtag, obwohl er damals noch einen Platz nicht ganz so weit vorne belegt hatte. In der FDP-Landtagsfraktion ist der 50-jährige Weyher als Sprecher für Recht, Verfassung und Justizvollzug aktiv.

Marco Genthe wurde 1967 in Bremen geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach dem Abitur 1987 leistete Genthe zunächst seinen Grundwehrdienst. Sein Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1994 mit dem ersten und 1999 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab. 1998 legte er zudem seine Promotion ab. Nach dem zweiten Staatsexamen war er Mitgründer der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Genthe & Dr. Hornauer in Weyhe, 2010 wurde eine Zweigstelle in Nienburg eröffnet. Außerdem ist Genthe Mitinhaber des Leester Bestattungsunternehmens Wohlers-Brunne.

FDP-Mitglied ist Genthe seit 2001. Aktuell ist er Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Diepholz und Schatzmeister des FDP-Bezirksverbandes Osnabrück. Außerdem gehört er dem FDP-Landesvorstand Niedersachsen an. Seit 2001 sitzt Genthe im Weyher Rat, seit 2006 im Kreistag.

In der Landespolitik hat für Genthe das Thema Sicherheit Priorität. "Wir brauchen 1000 zusätzliche Polizisten und 300 neue Verwaltungsstellen, damit Gesetze nicht nur auf dem Papier stehen", sagt er. Auch 252 weitere Richter und Staatsanwälte seien nötig. "Nur schnelles Recht ist gutes Recht", so Genthe. Bei der Bildung kritisiert er den hohen Unterrichtsausfall. "Ich setze mich für eine Unterrichtsgarantie ein", betont er und fordert mehr Lehrer und deren Entlastung von Verwaltungsaufgaben. Weiter hat er das Thema Wolf im Blick, das er als "zunehmendes Problem in unserem Landkreis" bezeichnet. "Auffällige Wölfe müssen jetzt entnommen, das heißt erschossen werden. Die Ansiedlung eines Fressfeindes ist jedenfalls nicht die Lösung", findet Genthe.

AfD: Harald Wiese

Harald Wiese ist seit 2016 auf der politischen Bühne des Landkreises Diepholz aktiv. Bei der Kommunalwahl schaffte der AfD-Politiker den Einzug in den Kreistag, seitdem ist er dort auch Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Nun tritt er für die AfD als Direktkandidat im Wahlkreis 41 an.

Der heute 41-Jährige wurde in Oldenburg geboren und absolvierte nach dem Abitur 1995 zunächst eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. In dem Beruf arbeitete er anschließend auch, bis von 2001 bis 2008 ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Bremen inklusive einiger Auslandsaufenthalte folgte. Seit 2009 arbeitet Wiese als Angestellter im öffentlichen Dienst. Wiese ist ledig und lebt in Syke.

Bevor er 2016 in die AfD eintrat, war Wiese nach eigenen Angaben bereits seit 2013 Fördermitglied der Partei. In den 2000er-Jahren war Wiese Mitglied der Republikaner, dem Landesverband Bremen gehörte er als stellvertretender Vorsitzender an. Bei der AfD im Landkreis Diepholz ist der Diplom-Volkswirt (FH) nun nicht nur Fraktionschef im Kreistag, sondern er engagiert sich auch als Sprecher des Kreisverbandes.

Sein Hauptaugenmerk gilt dem Thema innere Sicherheit. Schafft er es in den Landtag, will er sich dort für eine bessere Ausstattung von Polizei und Justiz einsetzen. "Die niedersächsische Polizei braucht genügend Personal, gute Ausrüstung und vor allem politischen Rückhalt", sagt er und fügt hinzu: "Fahndungserfolge der Polizei dürfen nicht aufgrund einer überlasteten Justiz ins Leere laufen." Zudem hat Wiese einen Schwerpunkt auf die Bereiche Mobilität und Verkehr gelegt. Er unterstütze Angebote wie den ÖPNV, Nutzung der Schiene für den Güterverkehr, Bürgerbusse und Bürger-PKW, ist sich aber sicher, dass die meisten Bürger weiter auf das Auto setzen werden. Die Politik müsse daher Grundlagenforschung und Infrastruktur für neue Antriebsarten fördern. Wenn es nach Wiese geht, sollten in Niedersachsen zudem die Hürden für Bürger- und Volksbegehren geringer werden, um Bürger zu beteiligen und öffentliche Debatten zu ermöglichen.

Die Partei: Torsten Kobelt

Den Einzug in den Weyher Gemeinderat hat Torsten Kobelt bereits bei der Kommunalwahl 2016 geschafft, jetzt bewirbt sich der Satirepolitiker als Direktkandidat von Die Partei auch um den Einzug in den Niedersächsischen Landtag. Während Die Partei (kurz für: Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen) zunächst vor allem in größeren Städten antrat, um andere politische Gruppierungen aufs Korn zu nehmen, rief Kobelt Anfang 2016 mit Mitstreitern den Diepholzer Kreisverband der Satirepartei ins Leben.

Seitdem ist er auch Kreisvorsitzender. Außerdem ist er Mitglied des Landesvorstandes Niedersachsen von Die Partei. In einer anderen Partei sei er bislang nicht Mitglied gewesen, ergänzt Kobelt. Der 52-Jährige ist in Bremerhaven aufgewachsen und gelernter Tischler. Später sei er in die Windenergie eingestiegen. Nach einem Zwischenstopp in Bremen lebt Kobelt seit 2015 in Weyhe. Er hat fünf Kinder, ist ledig, "aber glücklich liiert", wie er betont.

Als eines seiner wichtigsten Themen in der Landespolitik gibt Kobelt den Tierschutz an. "Ein unabhängiges Tierschutzministerium muss her, das nicht unter der Knute der Verwertungsindustrie steht", fordert er und fügt hinzu: "Achtung vor dem Leben der anderen ist die Basis jeder Gesellschaft." Der 52-Jährige schlägt deshalb vor, dass in den Grundschulen das Computerspiel "Farmville 2" als Pflichtfach eingeführt wird.

Auch der Menschenschutz liegt ihm nach eigenen Angaben am Herzen. "Menschen haben in der Gesellschaft oft ein schlechtes Image", findet er. Die Partei würde deshalb viel mehr tun, als nur Politik für Menschen zu machen. "Wir machen Menschen zu Politikern. Demokratie ist das, was du draus machst", sagt er.

Zu guter Letzt führt Torsten Kobelt auch noch den "Dingsschutz" ins Feld. Der sei ihm wichtig, weil Die Partei "dingsextrem" sei. "Wir lassen nichts und niemanden zurück", sagt er. Wer kenne nicht den Satz "Hast du schon wieder das Dings vergessen?" Darum würde sich Die Partei auch kümmern.

Parteilos: Rüdiger Gums

Rüdiger Gums kann bereits einiges vorweisen, wenn es um das Kandidieren für ein politisches Amt geht. 2012 wollte er als Einzelbewerber Bürgermeister in Stuhr werden, 2013 trat er zunächst als Direktkandidat der Piratenpartei für den Niedersächsischen Landtag an, später als parteiloser Direktkandidat für den Bundestag. Nun unternimmt er einen erneuten Anlauf in Richtung Landtag, dieses Mal als Einzelbewerber.

Dabei kann der 58-jährige Brinkumer Erfahrungen mit diversen Parteien vorweisen. Nach eigenen Angaben war er bereits Mitglied der CDU, der SPD, der Grünen, der Schill-Partei und der FDP. Allerdings jeweils immer nur für maximal drei Monate, so Gums. Lediglich bei den Piraten war er von 2010 bis 2012 länger Mitglied.

Rüdiger Gums wurde in Göttingen geboren, ist verheiratet und hat einen Sohn. Er ist im Stuhrer Ortsteil Varrel aufgewachsen, besuchte dort auch die Grundschule. Er hat in den USA gelebt, in der Schweiz und in Frankreich sowie in mehreren Orten in Deutschland. Seit 16 Jahren wohnt er in Brinkum. Umfangreich sind auch die Angaben zu seinen beruflichen Tätigkeiten, darunter 26 Jahre als selbstständiger Elektromechaniker. Seine jetzige Tätigkeit gibt er als Programmierer für Internet und Hilfsprogramme an.

Zehn Themen hätten ihn "zum Kampf gegen die Ideen und Machenschaften vieler hochgestellter Mitbürger von Stuhr, Weyhe, Syke und Bassum veranlasst", sagt Gums und meint damit seine Landtagskandidatur. Als eines dieser Themen gibt Gums "Ungerechtigkeit" an. Er ist davon überzeugt, dass die Kandidaten einiger Parteien für einen sicheren Listenplatz auch viel Geld bezahlen und beruft sich dazu auf eine Veröffentlichung des ARD-Magazins Monitor. Unter dem Begriff "Erbe" nennt Gums die Stichworte "Nervengift vor Kindergärten, Vögel und Insekten zu 90 Prozent ausgerottet und 100 Prozent vergiftete Brunnen". Zum Thema "Scham" wendet er sich an die Bremer Bürger, denen man seiner Meinung nach "Tod und Krankheit durch belastetes Trinkwasser für Mensch, Tier und Fabriken und obendrein multiresistente Keime für eure Krankenhäuser" liefern würde.

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