Wolfsschlucht, Fischteiche - und ein Schloss Das vergessene Waldstück in Lübberstedt

Lediglich ein unscheinbarer Weg neben Bahnhof von Lübberstedt führt den kundigen Besucher in Dubbers Park, benannt nach einem dänischen Honorarkonsul. Mittlerweile ist das Grundstück verlassen.
24.04.2016, 00:00
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Von Kathrin Aldenhoff und Milan Jaeger

Lediglich ein unscheinbarer Weg neben Bahnhof von Lübberstedt führt den kundigen Besucher in Dubbers Park, benannt nach einem dänischen Honorarkonsul. Mittlerweile ist das Grundstück verlassen.

Uwe Tellmann hat sein Herz an ein Waldstück in Lübberstedt verloren. Dubbers Park, benannt nach dem ehemaligen dänischen Honorarkonsul Johann Christoph Eduard Dubbers. Dieser war ein Bremer Kaufmann und ab 1865 der erste dänische Konsul. Der Park war sein Jagdrevier. Heute ist das Gelände weitgehend in Vergessenheit geraten.

Lediglich ein unscheinbarer Weg neben Bahnhof von Lübberstedt führt den kundigen Besucher in Dubbers Park. Tellmann kennt hier beinahe jeden Baum. „Ich wollte erreichen, dass eine Rotbuche, über 100 Jahre alt, als Naturdenkmal eingetragen wird“, erzählt der ehemalige Seemann. Irgendwann störte Tellmann den früheren Besitzer so sehr, dass der ihm verbot, im Wald herumzuspazieren. „Der neue Eigentümer hat es mir wieder erlaubt.“

Fischteiche und eine Wolfsschlucht

In einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1960 ist zu lesen, dass Dubbers in einen Stein der Höhle „§1“ eingravieren ließ. Die Bedeutung: „Der alte Herr bezahlt alles.“ Damals hätten die Lübberstedter von all dem nichts mitbekommen, meint Tellmann. „Hier waren nur Gäste vom Konsul, sonst hatte hier niemand etwas zu suchen.“

Das Grundstück ist schon lange nicht mehr im Besitz der Familie Dubbers-Albrecht. Johann Christoph Eduard Dubbers vermachte es seinem Freund und Jagdgefährten Eduard Hirschfeld. Seit dem Ersten Weltkrieg wird hier nicht mehr gejagt.

"Früher waren hier überall Wege"

Uwe Tellmann hat nach und nach die Gegend erkundet, begann sich für die Geschichte des Parks zu interessieren und sammelte Zeitungsberichte und andere Unterlagen, die er zu Dubbers Park und dessen Gründer fand. Er würde das Waldstück gerne wieder zu dem Park machen, der er um die Jahrhundertwende war.

„Früher waren hier überall Wege“, sagt er und lässt seinen Blick über den Waldboden schweifen, der von Laub bedeckt ist. Zwischen den Bäumen sei Gras gewachsen, das wisse er aus Erzählungen. „Das war natürlich kein englischer Rasen, aber immerhin.“ Von dem Jagdschloss ist nichts mehr übrig. Aber von den ehemals vier Fischteichen gibt es noch zwei. In der Mitte des einen hebt sich eine längliche Insel aus dem trüben Wasser, die Dubbers den Erzählungen nach Helgoland getauft haben soll. Tellmann sagt, dass dort sogar noch Fische leben. Wie er so neben dem Teich steht, erklärt er, warum das alles nicht so einfach ist mit Dubbers Park.

Kommune kann das Gelände nicht finanzieren

Eine Hürde sei der Kontakt zum Eigentümer gewesen. Diesen konnte Tellmann inzwischen ausfindig machen, aber es gab noch keine Gespräche. „Es wäre optimal, wenn die Kommune das Gelände kaufen würde, doch das ist finanziell schwierig.“ Momentan sei die Gemeinde nämlich mit der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses ausgelastet.

Als Mitglied im Gemeinderat ist Uwe Tellmann stolz darauf, dass seine Gemeinde schuldenfrei ist. „Lübberstedt hat 741 Einwohner. Wir können uns nicht zerreißen.“ Der erste Schritt wäre also, sich mit dem Besitzer zu einigen. „Den Originalzustand werden wir wohl nicht wieder hinbekommen“, meint er. Fürs Erste wäre Tellmann zufrieden, wenn die Hainbuchenhecke gepflegt und ein Wanderweg mit Schildern zur Geschichte des Ortes durch den Wald führen würde. Tellmann: „Das wäre eine wunderbare Sache. Damit mehr Leute erfahren, was Ende des 19. Jahrhunderts in Dubbers Park los war.“

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