Kritik an Sterbebegleitung in Alten- und Pflegeheimen

Diakonie will Hospiz-Standards

Hannover (epd). Die Diakonie der Landeskirche Hannover hat eine bessere Sterbebegleitung für Menschen in Alten- und Pflegeheimen gefordert. „Altenhilfeeinrichtungen sind in den vergangenen Jahren immer mehr zu Hospizen geworden“, sagte Diakonie-Direktor Christoph Künkel gestern.
26.09.2013, 00:00
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Von EPD

Die Diakonie der Landeskirche Hannover hat eine bessere Sterbebegleitung für Menschen in Alten- und Pflegeheimen gefordert. „Altenhilfeeinrichtungen sind in den vergangenen Jahren immer mehr zu Hospizen geworden“, sagte Diakonie-Direktor Christoph Künkel gestern. Deshalb müsse dort in Hinsicht auf palliative und seelische Sterbebegleitung derselbe Standard wie in Hospizen gelten. Pflegekräfte müssten weitergebildet und der höhere Zeitaufwand besser bezahlt werden. Hätten früher in Altenheimen noch Betreuung und Pflege im Mittelpunkt gestanden, so sei heute Sterbebegleitung zu einer zentralen Aufgabe geworden, sagte Künkel. Jedoch fehle es den Pflegekräften an Zeit und Ausbildung, sich ausreichend um sterbende Bewohner zu kümmern. In ihrem neuesten Palliativ-Konzept spare die niedersächsische Landesregierung die schmerzlindernde Versorgung von Sterbenden in der Altenhilfe komplett aus, kritisierte Künkel. „Dabei sterben heute mindestens 30 Prozent aller Menschen in Seniorenheimen.“ Die durchschnittliche Verweildauer der Bewohner liege in solchen Einrichtungen bei nur noch sechs Monaten. Die Diakonie fordere Politik und Kostenträger deshalb auf, eine allgemeine palliative Begleitung in Altenheimen und ihre Finanzierung gesetzlich zu verankern.

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