Kommentar zur OB-Wahl in Hannover

Ein Erdbeben für Niedersachsens Sozialdemokraten

Für die SPD ist das mehr als der Verlust einer roten Hochburg: Es ist ein Erdbeben, das die gesamte Landes-SPD mit ihrem Vorsitzenden Stephan Weil erschüttert, meint unser Korrespondent Peter Mlodoch.
27.10.2019, 22:03
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Ein Erdbeben für Niedersachsens Sozialdemokraten
Von Peter Mlodoch
Ein Erdbeben für Niedersachsens Sozialdemokraten

Zumindest für die SPD gehen hier die Lichter aus: das Neue Rathaus in Hannover bekommt demnächst einen schwarzen oder grünen Chef.

Sina Schuldt / dpa

Bis zuletzt haben sich Hannovers Genossen dagegen gestemmt, nun aber ist die Katastrophe eingetreten. Zum ersten Mal seit dem Krieg stellt die SPD in der niedersächsischen Landeshauptstadt nicht mehr den Oberbürgermeister. Ihr durchaus integrer und fähiger Kandidat Marc Hansmann ist im Dreier-Rennen mit Pauken und Trompeten gegen die super-starke schwarz-grüne Konkurrenz ausgeschieden. CDU-Mann Eckhard Scholz und Grünen-Bewerber Belit Onay jubeln über nicht erwartete 30-plus-Ergebnisse.

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Für die SPD ist das mehr als der Verlust einer roten Hochburg. Es ist ein Erdbeben, das die gesamte Landes-SPD mit ihrem Vorsitzenden Stephan Weil erschüttert. Schließlich saß der Ministerpräsident selbst sieben Jahre auf dem Chefsessel im Rathaus, hat sich im Wahlkampfendspurt noch kräftig für seinen Parteifreund ins Zeug gelegt – vergeblich.

Weil und seine Genossen können froh sein, dass die nächste Landtagswahl erst in drei Jahren stattfindet, dass es also noch genügend Zeit gibt, den Schock von Hannover durch bürgernahe Sachpolitik vergessen zu machen. Das allerdings wird schwierig genug.

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