Landfrauenchefin Barbara Otte-Kinast erstes Mitglied im Führungsteam von CDU-Spitzenkandidat Althusmann Eine Frau aus der Landwirtschaft

Hannover. Den Tierschutzplan will sie fortsetzen, aber gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die in der Landwirtschaft tätigen Menschen verbessern und die Wertschätzung der Branche erhöhen: Die Vorsitzende des niedersächsischen Landfrauenverbandes, Barbara Otte-Kinast, soll im Falle eines CDU-Siegs bei den vorgezogenen Neuwahlen am 15. Oktober neue Agrarministerin werden.
30.08.2017, 00:00
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Eine Frau aus der Landwirtschaft
Von Peter Mlodoch

Hannover. Den Tierschutzplan will sie fortsetzen, aber gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die in der Landwirtschaft tätigen Menschen verbessern und die Wertschätzung der Branche erhöhen: Die Vorsitzende des niedersächsischen Landfrauenverbandes, Barbara Otte-Kinast, soll im Falle eines CDU-Siegs bei den vorgezogenen Neuwahlen am 15. Oktober neue Agrarministerin werden. „Sie weiß, wie die Landwirtschaft in Niedersachsen tickt“, sagte der CDU-Spitzenkandidat am Dienstag bei der Vorstellung des ersten Mitglieds seines Kompetenzteams.

Die 52-jährige Landwirtin, die gemeinsam mit ihrer Familie in Beber-Rohrsen bei Bad Münder Milchwirtschaft, Ackerbau und eine Biogasanlage betreibt, will Althusmann zugleich als Kampfansage an die Grünen und ihr Zugpferd, den amtierenden Agrarminister Christian Meyer, verstanden wissen. Man müsse endlich die „ideologischen Hürden“ überwinden, den Spagat zwischen Verbraucherschutz, Tierwohl und der wirtschaftlichen Bedeutung des Agrarbereichs als zweitwichtigsten Wirtschaftszweig in Niedersachsen meistern, betonte der CDU-Vorsitzende. Otte-Kinast sei auf einem Hof
geboren, kenne die Situation der Bauern von Kindesbeinen an und könne deren Belange glaubwürdig vertreten. Althusmann verknüpfte das Lob für die aktive Kommunalpolitikerin mit einer deutlichen Absage an Schwarz-Grün. „Mit diesen Grünen in Niedersachsen ist eine Koalition undenkbar.“ Die Listenaufstellung der Öko-Partei in Göttingen habe zu einem starken Linksruck
geführt. In Stil, Haltung und Inhalten seien die grünen Kandidaten durch die Bank
untragbar. Sonstige Farbenspiele wischte der Spitzenkandidat kämpferisch beiseite: „Wir wollen die stärkste Kraft werden, damit an uns vorbei keine Regierung gebildet werden kann“, formulierte der Parteivorsitzende selbstbewusst sein Wahlziel. „Rot-Grün schleppt sich von Chaos zu Chaos. Wir werden Rot-Grün schneller in die Opposition schicken, als die es sich gewünscht
haben.“

Mit einer Unterrichtsgarantie für alle Schulen in Niedersachsen und der Einstellung von 3000 zusätzlichen Polizisten will die Union am 15. Oktober punkten. Nach der Präsentation der Schatten-Agrarministerin segnete ein Kleiner Parteitag der CDU das entsprechende Wahlprogramm ab. Darin verspricht die Union auch den schnellen Bau der Autobahnen A 20 und A 39. Die von Rot-Grün anstelle der alten Bezirksregierungen eingerichteten Ämter für regionale Landesentwicklung (ArL) will Althusmann wieder abschaffen und durch acht regionale Innovationszentren ersetzen. Diese sollen an den vier bisherigen ArL-Sitzen Lüneburg, Oldenburg, Braunschweig und Hildesheim entstehen. Die vier von ihm weiter vorgesehenen Standorte mochte Althusmann allerdings noch nicht verraten.

Otte-Kinast kündigte an, ihr Amt als Vorsitzende der Landfrauen aus Gründen der Neutralität ruhen zu lassen, da dem Verband Mitglieder aller Parteien angehörten. Als Ministerin werde sie die Interessen
aller Betriebe, ob konventionell oder ökologisch, vertreten. Der Tierschutz in den Ställen laufe gut, meinte sie. Der beste Verbraucherschutz sei eine gute Verbraucherbildung. „Jedes Schulkind in Niedersachsen sollte einmal auf einem Bauernhof gewesen sein.“ Die gelernte Hauswirtschaftsleiterin bezeichnete sich selbst als ausdauernd, aber auch demütig. „Wir haben nur diese eine Erde.“ Daher gelte es Böden, Wasser und Luft zu schützen.

Mit dem Posten als Schatten-Agrarminister hatten auch die Landwirte und CDU-Parlamentarier Frank Oesterhelweg und Helmut Dammann-Tamke geliebäugelt. Ob und wie diese auf die Nominierung einer Frau reagiert haben, mochte Althusmann nicht sagen. „Diese Frage stellte sich gar nicht. Alle Abgeordneten der CDU-Fraktion sind theoretisch in der Lage, eine Funktion zu übernehmen.“ Der Spitzenkandidat will sein Team in den nächsten Wochen nach und nach vorstellen. Dabei strebt er eine strenge Geschlechterparität an. Fünf Mitglieder sollen Frauen sein. Damit bliebe neben ihm selbst nur noch Platz für vier Männer.

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