Überflutungen in Niedersachsen Elbe-Hochwasser übersteigt Rekordmarken

Niedersachsen . In den niedersächsischen Hochwassergebieten an der Elbe bleibt die Situation angespannt. Die Pegelstände lagen teilweise höher als bei der Rekordflut von 2006. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.
23.01.2011, 10:29
Lesedauer: 2 Min
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Niedersachsen . In den niedersächsischen Hochwassergebieten an der Elbe bleibt die Situation angespannt. Die Pegelstände lagen teilweise höher als bei der Rekordflut von 2006. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Das Elbe-Hochwasser hat an vielen Orten in Niedersachsen die Rekordflut von 2006 übertroffen. Mit einer Entspannung wird frühestens am Donnerstag gerechnet. Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz. Noch aber halten auch die provisorischen Deiche. Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) will sich am Nachmittag ein Bild von der Lage machen.

"Die Höchststände haben am Vormittag die Bereiche Damnatz bis Neu Darchau erreicht", hieß es am Sonntag beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). "Die Hochwasserwelle wird gegen Abend auch in Geesthacht ankommen", prognostizierte Sprecherin Herma Heyken. In Lauenburg (Schleswig-Holstein) überstieg die Flut sogar die Marken von 1885, berichtete der Bürgermeister.

Von Entspannung könne noch keine Rede sein, bestätigte auch die Sprecherin des Katastrophenstabes im Landkreis Lüneburg, Sigrid Ruth, am Sonntagmorgen. "Wir können nur sagen, dass es in der Nacht keine Verschlechterung der Situation gegeben hat." Die Pegelstände seien eher konstant.

Entlang der Elbe sind derzeit Tag und Nacht die Deichläufer unterwegs, auch in Alt Garge (Kreis Lüneburg). Für den Nachmittag hat sich Umweltminister Sander in dem besonders bedrohten Ortsteil von Bleckede angesagt. Dort schützen nur zwei provisorische Sanddeiche rund 60 Häuser vor den Wassermassen. Der Pegelstand kletterte am Sonntagmorgen auf 11,46 Meter, acht Zentimeter mehr als bei der bisherigen Rekordflut von 2006.

Die zuvor tagelang bedrohlich gestiegenen Messwerte in Alt Garge haben sich damit aber über Nacht kaum mehr verändert. Um die mehrfach verstärkten Behelfsdeiche vor dem Aufweichen zu schützen, sollten am Nachmittag 300 Feuerwehrleute im Einsatz sein, hieß es beim Katastrophenstab in Lüneburg.

Viel Arbeit auch für die Feuerwehr am anderen Ufer der Elbe: Der Pegelstand in Lauenburg in Schleswig-Holstein erreichte am Sonntag 9,22 Meter, Tendenz: fallend. "Das ist der höchste Stand seit 1885", bestätigte Bürgermeister Harald Heuer. Die Helfer erwarten aber, dass die Situation beherrschbar bleibt. Feuerwehrleute pumpten das Wasser aus Straßen und Häusern. Sandsäcke werden gefüllt, um gefährdete Grundstücke zu schützen.

Insgesamt erreichte das Hochwasser in Niedersachsen die Marken der Rekordflut von 2006. In Hitzacker kletterte der Pegel laut NLWKN am Samstagabend auf seinen Höchststand von 7,70 Meter, sieben Zentimeter mehr als 2006. In der Nacht blieb der Pegelstand dort erstmals seit Tagen konstant. In Damnatz (Kreis Lüchow-Dannenberg) waren es mit ebenfalls 7,70 Metern sogar acht Zentimeter mehr als im April 2006. Dann begann der Pegelstand am frühen Sonntagmorgen dort langsam wieder zu sinken.

Schadstellen an den Deichen wurden nicht gemeldet. "Keine besonderen Vorkommnisse in der Nacht", hieß es etwa beim Katastrophenschutzstab in Lüneburg. Mindestens bis Ende kommender Woche soll der Katastrophenstab noch aktiv bleiben. (dpa)

(dpa)

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