Arbeiten dauern zehn bis 15 Jahre

Elbtunnel bleibt Dauerbaustelle

Hamburg. Die für den 2. Dezember versprochene Öffnung aller vier Elbtunnelröhren muss verschoben werden. Zugleich wurde bekannt, dass sich die extreme Staugefahr um weitere zehn Jahre verlängert.
06.11.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Markus Lorenz

Hamburg. Die Zufahrten zum Elbtunnel werden zur Dauerbaustelle: Die für den 2. Dezember versprochene Öffnung aller vier Elbtunnelröhren muss verschoben werden. Damit nicht genug, zugleich wurde bekannt, dass sich die extreme Staugefahr rund um das Nadelöhr des Nordens vermutlich um weitere zehn Jahre verlängert.

Bis etwa 2030 gilt auf der A7 nördlich und südlich des Tunnels Staugarantie, weil eine Großbaustellen die andere ablösen wird. Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, überbrachte die bittere Wahrheit bei einem Besuch an der Elbe.

Nach seinen Angaben wird Deutschlands meistbefahrene Autobahn in den nächsten Jahren nicht nur nördlich des Tunnels aufwendig verbreitert und mit einem Lärmdeckel versehen. Auch südlich des Tunnelausgangs gebe es dringenden Sanierungsbedarf. Ferlemann: "Die Pfeiler der dort aufgeständerten Autobahn sind marode und müssen ersetzt werden." Zugleich sollen die Fahrbahnen der Autobahn erneuert und bis zur Anschlussstelle Moorburg von sechs auf acht Spuren verbreitert werden.

Auf rund vier Kilometern südlich des Elbtunnels verläuft die A7 auf Stützen und bildet Deutschlands längste Autobahnbrücke. Auf dem Abschnitt sind täglich im Durchschnitt 115.000 Autos und Lkw unterwegs. Das 70er-Jahre-Bauwerk aus Spannbeton gilt als weitgehend zerschlissen, eine Grundsanierung als unumgänglich. "Dafür muss jeweils eine der beiden Brücken voll gesperrt und der gesamte Verkehr über die andere Brücke geführt werden", so Ferlemann.

Als Bauzeit werden acht bis zehn Jahre veranschlagt. Die Hamburger Verkehrsbehörde will den Neubau der Viadukte erst nach Abschluss aller Bauarbeiten nördlich des Tunnels beginnen lassen. Nach jetzigen Schätzungen dürfte dies kaum vor 2020 oder 2022 der Fall sein.

Zugleich sickerte gestern durch, dass die Autofahrer noch mehrere Monate auf die komplette Freigabe des Elbtunnels warten müssen. Ursache sind Probleme mit dem Rauchabzugssystem. Staatsrat Rieckhof: "Wir müssen nachbessern und hoffen, dass dann ab Frühjahr 2013 alle vier Röhren gleichzeitig frei sind."

ADAC-Sprecher Carsten Willms nannte die Verzögerung "äußerst kritisch". Wie Ferlemann und der Hamburger CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Hesse fordert auch der ADAC vom Senat ein stimmiges Konzept, um die Folgen der jahrzehntelangen A7-Baustellen abzufedern.

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