Von 23-jährigem Fallschirmjäger aus Seedorf fehlt jede Spur Elitesoldat soll in Ukraine desertiert sein

Ein Bundeswehrsoldat aus der Fallschirmjägerkaserne in Seedorf ist offenbar desertiert und kämpft nun mit den prorussischen Separatisten in der Ukraine. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen ihn wegen Fahnenflucht.
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Elitesoldat soll in Ukraine desertiert sein
Von Hans Ettemeyer

Ein Bundeswehrsoldat aus der Fallschirmjägerkaserne in Seedorf ist offenbar desertiert und kämpft nun mit den prorussischen Separatisten in der Ukraine. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen ihn wegen Fahnenflucht. Einen Zusammenhang mit dem spektakulären Munitionsdiebstahl im Februar sehen die Ermittler bislang nicht.

Ein 23-jähriger Fallschirmjäger aus Seedorf im Landkreis Rotenburg hat offenbar der Bundeswehr unerlaubt den Rücken gekehrt, um in der Ostukraine an der Seite der prorussischen Separatisten in den Krieg zu ziehen. „Es besteht der Verdacht der Fahnenflucht“, bestätigte eine Sprecherin der Elitetruppe „Division Schnelle Kräfte“ einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Einzelheiten wollte die Sprecherin nicht nennen. Die Staatsanwalt Stade ermittelt gegen den Soldaten, dessen Aufenthaltsort zurzeit unbekannt ist.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ stammt der fahnenflüchtige Elitesoldat als Russland-Deutscher aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Der Hauptgefreite sei zunächst für zwei Wochen krankgeschrieben gewesen und danach nicht mehr zum Dienst erschienen. „Ermittlungen haben ergeben, dass er sich wahrscheinlich in die Ukraine abgesetzt hat, um dort die prorussischen Separatisten zu unterstützen“, zitiert die Zeitung einen bundeswehrinternen Vermerk. Demnach hat ein Zeuge, der mit dem Fallschirmjäger über den Kurznachrichtendienst „Whats-App“ Kontakt hatte, berichtet, der Soldat habe sich bereits in Gefechten in der Ukraine befunden.

Der Fallschirmjäger, der seit zwei Jahren bei der Bundeswehr ist und sich für vier Jahre verpflichtet hat, soll seine Gefechtsausrüstung mitgenommen haben – mit Ausnahme von Schusswaffen.

Kai Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, bestätigte, dass gegen den Soldaten Ermittlungen wegen des Verdachts der Fahnenflucht laufen. Nähere Angaben wollte er nicht machen. Einen Zusammenhang zu dem Munitionsdiebstahl im vergangenen Februar sieht er bislang nicht. „Der Soldat, gegen den jetzt ermittelt wird, gehörte nicht zu den Personen, gegen die wegen des Munitionsdiebstahl ermittelt worden ist“, sagte Breas.

Beim größten Munitionsdiebstahl in der Bundeswehr seit 30 Jahren waren am 7. Februar aus mehreren Munitionsbunkern fast 35 000 Schuss für Sturmgewehre, Maschinengewehre und Pistolen gestohlen worden. Von ihnen fehlt bis heute jede Spur. Der Tatverdacht gegen vier Personen hatte sich nicht bestätigt. Zwei Soldaten wurden jedoch wegen Wachvergehens zu Geldstrafen verurteilt.

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