Staatsanwaltschaft prüft Anklage Ermittlungen zur Explosion vor Ende

Verden. Drei Jahre nach der Explosion in einer Chemieentsorgungsfirma in Ritterhude wird die Staatsanwaltschaft demnächst ihre Ermittlungen beenden. Dann werde entschieden, ob Anklage erhoben werde, sagte ein Sprecher am Freitag.
30.09.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von dpa

Verden. Drei Jahre nach der Explosion in einer Chemieentsorgungsfirma in Ritterhude wird die Staatsanwaltschaft demnächst ihre Ermittlungen beenden. Dann werde entschieden, ob Anklage erhoben werde, sagte ein Sprecher am Freitag. Einen genauen Zeitpunkt nannte er nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die damalige Geschäftsführung unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Bei der Explosion im September 2014 kam ein Mitarbeiter der Firma ums Leben, 40 umliegende Häuser wurden teils stark beschädigt.

Die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion überreichte der Staatsanwaltschaft am Freitag ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die Firma spätestens seit 2012 unter die sogenannte Seveso-II-Richtlinie hätte fallen müssen, die besonders hohe Sicherheitsanforderungen vorschreibt. Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Martin Bäumer, sagte, er gehe davon aus, dass sich die Staatsanwaltschaft angesichts dieser Bewertung „gründlich mit dem Inhalt des Gutachtens auseinandersetzen“ werde. Von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) erwarte er, dass er sich zu den neuen Erkenntnissen äußere. Die CDU-Fraktion wirft den Behörden ein systematisches Versagen vor.

Der Minister stellte das Ergebnis des Gutachtens infrage. Es treffe nicht zu, dass die Anlage nach der Störfallverordnung hätte eingestuft werden müssen, betonte er. Die Begründung werde er der CDU-Fraktion schriftlich erläutern. Ein früherer Untersuchungsbericht des Umweltministeriums hatte ergeben, dass Aufsichtsbehörden und das Unternehmen schwere Versäumnisse begangen hatten. „1998, 2003 und 2012 sind dabei nach unserer Recherche die schwersten Fehler aufgetreten“, sagte Wenzel. „Es ist zu begrüßen, dass die CDU nun selbstkritisch auch diese Fehler einräumt, die zum erheblichen Teil in ihre frühere Regierungszeit fallen.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+