aus dem notizblock Es ist Sommerzeit

Hellblaues Hemd mit offenem Kragen, den roten Pulli lässig über die Schultern geworfen, dessen Ärmel gekreuzt auf die Brust gelegt: So präsentiert sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf dem Foto zum Vorwort seiner gedruckten Regierungs-­bilanz für die ersten vier Jahr von Rot-Grün. Gewisse Lästereien konnte er da nicht verhindern.
08.07.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Es ist Sommerzeit
Von Peter Mlodoch

Hellblaues Hemd mit offenem Kragen, den roten Pulli lässig über die Schultern geworfen, dessen Ärmel gekreuzt auf die Brust gelegt: So präsentiert sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf dem Foto zum Vorwort seiner gedruckten Regierungs-­bilanz für die ersten vier Jahr von Rot-Grün. Gewisse Lästereien konnte er da nicht verhindern. Das modische Outfit komme doch dem typischen FDP-Look sehr nahe, lautete eine. Als „Sylt-Kringel“ werde seine Pulli-Tragweise verspottet, musste sich Weil außerdem belehren lassen. „Da war ich nur einmal in meinem Leben“, konterte der Ministerpräsident; das Foto sei im Übrigen während seiner Sommerreise durch Niedersachsen, nämlich in Cuxhaven aufgenommen worden. Ein Mitarbeiter der Staatskanzlei hatte denn auch sofort einen Alternativnamen parat: „Statt Sylt-Kringel passt doch Cux-Knoten viel besser.“


Achtung Mallorca-Urlauber. Es ist gut möglich, dass sich in der nächsten Woche zwei Herren aus Niedersachsen mit Aktenkoffern am berüchtigten Ballermann treffen. Dabei dürfte es dann aber weniger um Sangria-Saufgelage, sondern vielmehr um die Vergabeaffären der rot-grünen Landesregierung gehen. Die Obleute der Opposition für den am 1. August startenden Untersuchungsausschuss weilen nämlich zeitgleich auf der Lieblingsinsel der Deutschen: CDU-Mann Uwe Schünemann in der Hauptstadt Palma, sein FDP-Kollege Christian Grascha im Badeort Alcudia im Nordosten. Da könnte man also doch gut die Taktik für das Gremium besprechen. Grascha wehrt allerdings ab: „Meine Frau würde mir aufs Dach steigen.“


Sie jonglieren fast tagtäglich mit Milliarden, sie stehen im Ruf nüchterner Zahlenmenschen: Doch derzeit erfreuen sich die Beamten in der Haushaltabteilung des niedersächsischen Finanzministeriums an den kleinen Freuden der Natur. Im Innenhof ihres Bürotraktes hat ein Rotschwanz-Pärchen Nachwuchs ausgebrütet. Statt Steuereinnahmen zu verschieben oder Kredite umzuschaufeln, beobachten die Mitarbeiter von Ressortchef Peter-Jürgen Schneider (SPD) lieber die drei Küken bei ihren meist noch unbeholfenen Flugversuchen. Sogar Brotkrumen sollen dem Vernehmen nach in der Nähe des Nestes entdeckt worden sein. Man kann also gespannt sein, ob das Ministerium demnächst ein Sondervermögen für Rotschwänze auflegt.


Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) darf sich auf eine neue Trophäe freuen: Am Dienstag erhält er die „Goldene Faironika“. Dabei handelt es sich um ein Kuh-Modell, mit der das „European Milk Board“, die Dachorganisation der Milchbauernverbände, Personen ehrt, die sich besonders für die Belange der Branche einsetzen. Eigentlich hätte der Agrarminister den Preis schon im Juni in Würzburg während einer Milch-Konferenz einheimsen sollen, und zwar aus den Händen des dortigen Schirmherrn, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Doch der Grüne war im heimischen Landtag unabkömmlich, schließlich ging es dort um die CDU-Forderung für eine Kennzeichnungspflicht für Veggie-Wurst. Jetzt wird die Verleihung in seinem Ministerium in Hannover nachgeholt – freilich ohne Seehofer.

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