Polizei Niedersachsen legt Account an

Fahndung per Twitter

Seit Dienstag um 12 Uhr twittert die Polizei Niedersachsen unter dem Namen „Polizei NI Fahndung“. Sie erhofft sich dadurch schnelle Ermittlungsergebnisse.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Fahndung per Twitter
Von Alice Echtermann
Fahndung per Twitter

Symbolbild

dpa

Seit Dienstag um 12 Uhr twittert die Polizei Niedersachsen unter dem Namen „Polizei NI Fahndung“. „Wir erhoffen uns dadurch schnelle Ermittlungserfolge“, sagt Matthias Behnke, der zuständige Abteilungsleiter beim Landeskriminalamt Niedersachsen. Dort wird das neue Profil rund um die Uhr betreut – ebenso wie die Facebook-Seite, auf der die Polizei bereits seit drei Jahren ihre Fahndungen veröffentlicht. Diese Seiten seien jedoch nicht für Notrufe oder Anzeigen gedacht, betont Behnke. Dafür müsse man weiterhin die 110 anrufen. Hinweise zur Fahndung sollten über die angegebene Telefonnummer an die zuständige Dienststelle gehen. Aber wenn das LKA eine relevante Nachricht über Twitter bekäme, werde sie diese natürlich weiterleiten.

Die neuen Medien stellen eine Erweiterung der traditionellen „Öffentlichkeitsfahndung“ dar. Dabei werden Fälle, bei denen sich die Polizei nützliche Hinweise aus der Bevölkerung verspricht, an Medien wie Rundfunk und Zeitungen weitergeleitet. Über das soziale Netzwerk Facebook und den Mikroblogging-Dienst Twitter möchte die Polizei nun noch mehr Menschen auf schnellstem Wege erreichen. Niedersachsen war 2012 mit der Fahndung über Facebook Vorreiter in Deutschland. Damals hagelte es Kritik von Datenschützern, weil Facebook alle Daten auf seine Server im Ausland leitet. Die Polizei ging deshalb dazu über, dort nur auf die eigene Webseite zu verlinken. Das gilt auch für den neuen Twitter-Kanal, denn das Unternehmen sitzt ebenfalls in den USA.

Dass auch die Polizei selbst mit Twitter ein Risiko eingeht, zeigte sich früh. In einer Pressemitteilung hatte das LKA vorab den Link zu der neuen Seite bekanntgegeben. Damit konnte ein Unbekannter am Dienstagmorgen ein gefälschtes Profil anlegen und Scherzmeldungen veröffentlichen. Nachdem das LKA sich an Twitter wandte, wurde die Seite gelöscht – rechtzeitig zum Start des echten Accounts um 12 Uhr. Zunächst ein halbes Jahr lang wird die Polizei nach Aussage von Behnke dort twittern. Danach werde das Projekt ausgewertet. (ech)

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+