Niedersachsen

Flüchtlingsunterkunft: Jeder zweite Platz leer

Die Flüchtlingsunterkünfte in Niedersachsen sind momentan nur halb ausgelastet: Mehr als jeder zweite Platz wird nicht genutzt.
31.03.2016, 06:46
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Flüchtlingsunterkunft: Jeder zweite Platz leer

In den niedersächsischen Flüchtlingsunterkünften ist noch Platz. Mehr als jeder zweite Platz ist nicht genutzt.

dpa

Die Flüchtlingsunterkünfte in Niedersachsen sind momentan nur halb ausgelastet: Mehr als jeder zweite Platz wird nicht genutzt.

In den Einrichtungen des Landes seien derzeit 9030 Menschen untergebracht, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Matthias Eichler. Im Februar lag die Zahl noch bei über 17.000. Derzeit stünden für ankommende Flüchtlinge rund 25.000 Plätze zur Verfügung, die sofort belegt werden könnten. Insgesamt rechnet das Ministerium für das laufende Jahr weiter mit rund 100.000 Geflüchteten.

Seitdem Anfang März viele Länder auf der sogenannten Balkanroute ihre Grenzen geschlossen haben, kommen immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland - und damit auch nach Niedersachsen. "Natürlich spüren wir das", sagte die Sprecherin der Landesaufnahmebehörde, Hannah Buschmann. "Wir sind momentan bei den Zugangszahlen im einstelligen Bereich am Tag", erklärte sie. "Im Januar waren es noch rund 100." Ein Ministeriumssprecher betonte allerdings, angesichts der unklaren Lage auf der Balkanroute sei nicht abzusehen, wie sich die Zahl der Flüchtlinge in den kommenden Wochen entwickeln werde.

In den Erstaufnahmestandorten in Bramsche, Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück stehen grundsätzlich 5300 Plätze zur Verfügung. Davon sind zurzeit 1700 belegt. Auch in der Notunterkunft Bad Fallingbostel, der größten in Niedersachsen, hat sich die Lage entspannt. Derzeit sind dort rund 1100 Menschen untergebracht. Platz sei notfalls für bis zu 5000 Menschen, sagte Reiner Heming, Sprecher beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Das DRK ist für Camp Bad Fallingbostel Ost zuständig.

Weil weniger Menschen kommen, wird in den Unterkünften auch weniger Personal gebraucht. "Viele Beamte wurden kurzfristig abgeordnet und kamen zu uns. Sie sind jetzt wieder an ihre alten Dienstorte zurückgekehrt", erklärte Buschmann. Für alle anderen gibt es aber genug zu tun. "Alles, was liegengeblieben ist, kann jetzt aufgearbeitet werden", sagte sie. Datenbanken müssen auf den neuesten Stand gebracht werden, in vielen Unterkünften stehen Renovierungen an.

Die Zahl der Unterkünfte reduzieren will bislang aber noch niemand. "Wir wissen nicht, wie sich die Zahlen entwickeln", meinte Eichler. Und Buschmann erklärte: "Wir sind noch immer darauf vorbereitet, dass die Zahlen wieder steigen." (dpa)

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+