Wie reagieren Pferde auf Wölfe? Forschungsprojekt: Pferd trifft Wolf

Wissenschaftler erkunden in einem zweijährigen Forschungsprojekt das Verhalten des Pferdes, wenn sich ein Wolf nähert. Kameras und Sender zeigen zeichnen die Reaktionen auf einer Versuchskoppel auf.
25.04.2018, 11:09
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Forschungsprojekt: Pferd trifft Wolf
Von Justus Randt

Hannover/Verden. Was passiert, wenn Pferd und Wolf zusammentreffen? Eine auf zwei Jahre angelegte Studie unter Leitung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen (Baden-Württemberg) soll darüber Klarheit verschaffen. Ab dem Herbst soll mit Wildtierkameras, sogenannten Fotofallen, an einer Weide eines großen Pferdebetriebes die Anwesenheit von Wölfen dokumentiert und mit Sendern die „situationsabhängigen Pferdebewegungsmuster“ erfasst werden.

Initiator der Untersuchung ist der „Arbeitskreis Pferd und Wolf“ Niedersachsen, ein Zusammenschluss von Wildtier- und Pferdeexperten, dem unter anderem Naturschutzverbände und das Zuchtverbandsnetzwerk Pferdeland Niedersachsen GmbH mit Sitz in Verden angehören. Das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen steht den Forschern beratend zur Seite, wie der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mitteilt. Mehr als dass das Projekt im Raum Winsen (Landkreis Celle) geplant ist, will Enno Hempel vom Arbeitskreis nicht verraten: „Die Sensibilität der praktischen und wissenschaftlichen Aspekte verträgt keinen Neugiertourismus.“

Den Anwohnern des Untersuchungsgebietes wurde das Vorhaben laut NLWKN kürzlich vorgestellt – moderiert von Dirk Oelmann, Bürgermeister von Winsen. Es habe Einigkeit darüber bestanden, dass „die Gewinnung von wissenschaftlich ermittelten Erkenntnissen über das Verhalten von Pferden und anderer Weidetiere in Wolfsgebieten“ wichtig sei. Arbeitskreis und Anwohner hätten den regelmäßigen Austausch über den Verlauf der Untersuchung vereinbart.

„Das Pferd ist ja etwas anders geartet als Gatterwild, Schafe oder auch Rinder“, sagt Pferdeland-Geschäftsführer Hempel. Schon die sogenannte Hütesicherheit bei der Haltung, die Art der Zäune, sei anders als bei Schafen. „Außerdem ist der individuelle Wert erheblich anders als bei anderen Nutztieren. Dadurch spielen emotionale Dinge eine noch größere Rolle.“

Jedenfalls sehe das „anzunehmende Abwehrverhalten“ von Pferden anders aus, sagt Enno Hempel. „Sie sind wehrhafter, schlagen rund um sich zu mit Vorder- und Hinterbeinen und haben schließlich ihren Fluchtreflex. Vieles zum Thema fällt aber in den Bereich der Vermutung. Deshalb ist die Untersuchung wichtig.“

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