Verein beantragt Gerichtsanordnung Geburtshilfe auf Sylt soll bleiben

Sylt (wk). Die Schließung der Geburtshilfe-Station auf Sylt zum Jahresbeginn beschäftigt jetzt das Verwaltungsgericht in Schleswig. Der Verein „Insel-Liste zukunft.
04.01.2014, 00:00
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Von WESER-KURIER

Die Schließung der Geburtshilfe-Station auf Sylt zum Jahresbeginn beschäftigt jetzt das Verwaltungsgericht in Schleswig. Der Verein „Insel-Liste zukunft.sylt“ habe – unterstützt von 30 Bürgern – eine einstweilige Anordnung beantragt, bestätigte eine Sprecherin des Gerichts gestern. Demnach soll das Sozialministerium in Kiel sicherstellen, dass auf Sylt weiter Geburtshilfe betrieben wird, wie dies im Krankenhausplan 2010 vorgesehen sei.

Die Asklepios Nordseeklinik Westerland hatte erklärt, sie könne ihren Versorgungsauftrag auf Sylt vom 1. Januar an nicht weiter erfüllen. Sie begründete das mit qualitativen Anforderungen. Bemühungen von Sozialministerin Kristin Alheit (SPD), die Geburtshilfe auf Sylt zu erhalten, schienen kurz vor Weihnachten zum Erfolg zu führen, scheiterten dann aber doch, weil nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Hebammen ihren Ausstieg erklärten. 2012 gab es auf Sylt rund 90 Entbindungen.

Nun müssen die Sylterinnen nicht nur bei Risikoschwangerschaften eine Klinik auf dem Festland aufsuchen, sondern auch bei planmäßig erwarteten Geburten. Etwa zwei Wochen vor dem Termin können sie in Flensburg in ein Boarding-Haus gegenüber der Frauenklinik einziehen.

Mit dem gerichtlichen Eilverfahren soll das Sozialministerium verpflichtet werden, umgehend die im Krankenhausplan für die Nordseeklinik genannten stationären Fachrichtungen Frauenheilkunde und Geburtshilfe vollumfänglich zu gewährleisten. Außerdem soll das Ministerium die Klinik anweisen, mindestens den für die Geburtshilfe notwendigen Standard einer Geburtsklinik sicherzustellen. Sollte die Nordseeklinik den geforderten Maßnahmen nicht Folge leisten, sollte „aus Gründen des öffentlichen Wohles“ das Eigentum der Klinik beschränkt und ein anderer Träger für die Geburtshilfe-Station beauftragt werden.

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