Untersuchungen in Hengstlage Gefährliche Stoffe im Erdgasfeld

Hengstlage. Krebserregende Stoffe sind im Erdgasfeld Hengstlage (Kreis Oldenburg) in den Boden gelangt. Das bestätigte gestern das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover. Eine Gefahr für das Grundwasser bestehe derzeit nicht. Nach Angaben des Landesamtes sind aromatische Kohlenwasserstoffe wie das krebserregende Benzol beim Transport des Wassers aus der Erdgaslagerstätte durch Kunststoffrohre diffundiert. Ein Leck gebe es nicht, sagte Klaus Söntgerath vom Landesamt. Betreiber des Erdgasfeldes ist Exxon mobil. Das Unternehmen gab gestern auf Anfrage keine Stellungnahme ab.
23.02.2011, 05:00
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Gefährliche Stoffe im Erdgasfeld
Von Silke Looden

Hengstlage. Krebserregende Stoffe sind im Erdgasfeld Hengstlage (Kreis Oldenburg) in den Boden gelangt. Das bestätigte gestern das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover. Eine Gefahr für das Grundwasser bestehe derzeit nicht. Nach Angaben des Landesamtes sind aromatische Kohlenwasserstoffe wie das krebserregende Benzol beim Transport des Wassers aus der Erdgaslagerstätte durch Kunststoffrohre diffundiert. Ein Leck gebe es nicht, sagte Klaus Söntgerath vom Landesamt. Betreiber des Erdgasfeldes ist Exxon mobil. Das Unternehmen gab gestern auf Anfrage keine Stellungnahme ab.

Nachdem bereits 2007 Verunreini-

gungen - unter anderem durch Quecksilber - im Erdgasfeld Söhlingen (Kreis Rotenburg) festgestellt wurden, hatte das Landesamt den Betrieb bestimmter Rohrtypen verboten und mit der Überprüfung weiterer Lagerstätten - unter anderem in Hengstlage - begonnen. "Es handelt sich um Kunststoffrohre, die in den 90er-Jahren verlegt wurden. Damals hat man nicht damit gerechnet, dass Schadstoffe durch die Rohrwand in den Boden gelangen könnten", erklärt Experte Söntgerath. Seit dem Fund in Söhlingen untersucht das Landesamt die Erdgaslagerstätten in Niedersachsen gezielt auf aromatische Kohlenwasserstoffe - und wurde in Hengstlage fündig.

Söhlingen sei inzwischen saniert, so Söntgerath. In Hengstlage seien weitere Untersuchungen nötig, um zu entscheiden, ob die Lagerstätte saniert oder gegebenenfalls auch stillgelegt werde. Eine direkte Gefahr für die Anwohner bestehe nicht. Bislang seien die Schadstoffe lediglich im Boden nachgewiesen worden, nicht aber in den Pflanzen, bei Tieren oder gar Menschen. Das Landesamt schließt weitere Verunreinigungen in Erdgaslagerstätten in Niedersachsen nicht aus. "Wir untersuchen nach und nach jeden Standort", sagte Söntgerath.

Unterdessen beruhigt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die Anwohner der geplanten norddeutschen Erdgasleitung. Diese führt über 194 Kilometer von der Elbe bis Hittbergen und von dort über Achim nach Rehden. Jährlich sollen knapp 22 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas durch die Pipeline fließen. Diese führt von Russland über die Ostsee nach Deutschland, Belgien und Großbritannien. In Niedersachsen quert die Leitung Naturschutzgebiete und Flüsse wie Elbe und Weser, die viel befahrenen Autobahnen 1,

7 und 27 sowie diverse Bahnlinien.

Teilweise reichen die Rohre der norddeutschen Erdgasleitung nah an die Wohnbebauung, in Stelle bei Winsen sogar an eine Grundschule heran. Aus Sicherheitsgründen werden die Rohre dort entsprechend tiefer verlegt. Das Landesamt hatte den Bau erst kürzlich genehmigt und sieht keine Gefahr für die Menschen entlang der Trasse, zu der es nach der Genehmigung keine Alternative mehr gibt. Befürchtungen der Anwohner, die Leitung könnte undicht werden, seien verständlich, aber nicht berechtigt, sagt der Sprecher des Landesamtes Andreas Beuge. Eine Explosionsgefahr sieht er nicht. "An Leitungen in Deutschland sind nach Kenntnis des Landesamtes in den letzten 30 Jahren keine Personenschäden eingetreten", so Beuge. Damit lassen sich die Bürgerinitiativen entlang der Strecke nicht beschwichtigen. Die fünf Meter Sicherheitsabstand zur Wohnbebauung sind den Menschen vor Ort einfach zu wenig.

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