Niedersachsen

Geflügelhöfe nach Fipronil-Skandal noch immer gesperrt

Zwar sind Eier, die das verbotene Insektizid Fipronil enthalten, aus dem Handel verschwunden. Für die Landwirte ist der Skandal aber noch nicht vorbei: Nach wie vor sind fünf Betriebe in Niedersachsen gesperrt.
09.10.2017, 13:49
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Geflügelhöfe nach Fipronil-Skandal noch immer gesperrt

(Archivbild)

dpa

Zwei Monate nach Bekanntwerden des Skandals um mit Fipronil belastete Eier sind betroffene Höfe in Niedersachsen noch immer gesperrt. Im Landkreis Grafschaft Bentheim sind drei Höfe betroffen, im Landkreis Leer ein Landwirt, sagten Sprecher der Landkreise der Deutschen Presse-Agentur. Die Landwirte hatten - wohl unwissentlich - ein Reinigungsmittel benutzt, in dem das für Nutztierbestände verbotene Insektizid Fipronil enthalten war.

In der Grafschaft Bentheim sind nach Angaben des Landkreises alle rund 100.000 Legehennen inzwischen geschlachtet worden. Die Betriebe seien noch gesperrt, weil nach wie vor der Hühnerkot in den Ställen sei. Dieser müsse verbrannt werden, aber es gebe kurzfristig keine Kapazitäten dafür. Außerdem erweise es sich als schwierig, das Fipronil wieder aus den Ställen herauszubekommen. "Man weiß noch nicht, auf welche Art und Weise man den Stoff wieder los wird", sagte eine Landkreis-Sprecherin.

Erst, wenn die Ställe komplett gereinigt seien, könnten wieder neue Legehennen einziehen. "Wenn diese Hühner anfangen, Eier zu legen, werden diese erst wieder auf Fipronil beprobt", sagte die Sprecherin. Erst, wenn diese Tests negativ ausfallen, werden die Betriebe wieder freigegeben.

Werte liegen noch über zugelassenem Höchstwert

Der im Kreis Leer gesperrte Betrieb hat 27.500 Legehennen. Der Halter habe darauf gesetzt, dass sich das Insektizid Fipronil im Lauf der Zeit wieder abbaue, sagte ein Sprecher des Landkreises. Es finden regelmäßig Tests und Beprobungen sowohl der Eier als auch der Tiere statt. "Die Werte haben sich verringert, schwanken aber und liegen noch über dem zulässigen Höchstwert", sagte der Sprecher. Es könne nicht abgeschätzt werden, wann der Hof wieder frei gegeben werden könne.

Im Landkreis Emsland war eine Junghennenaufzucht mit 18.200 Tieren gesperrt worden. Auch dieser Betrieb ist nach Angaben einer Landkreis-Sprecherin nach wie vor gesperrt: "Es ist noch offen, was mit den Tieren passiert."

Gegen die Landwirte hatte auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg ein Ermittlungsverfahren aufgenommen. Ergebnisse liegen der Behörde zufolge noch nicht vor, sagte eine Sprecherin.

Zwar seien die betroffenen Betriebe versichert; die Versicherung zahle aber nicht, so lange die Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsergebnis vorgelegt habe, sagte der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke. Schnelle Ermittlungsergebnisse seien daher wichtig. Er gehe davon aus, dass die Landwirte nicht wussten, dass das verwendete Reinigungsmittel Fipronil enthielt und somit nicht vorsätzlich handelten.

Nach wie vor werden Eier auf Fipronil-Rückstände überprüft, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover. Bislang wurden demzufolge in Niedersachsen 474 Proben untersucht - ohne neue Auffälligkeiten zu finden. Auch 57 Proben von Eiprodukten und Lebensmittel, die Ei enthalten, wurden untersucht. Davon wiesen zwei Proben aus Eiprodukten Höchstgehaltsüberschreitungen auf. Sie wurden zurückgenommen beziehungsweise entsorgt. (dpa)

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