Agentur unterstützt Rückkehrwillige und Ansiedlungsinteressenten im Wendland

Gegen den Bevölkerungsschwund

Lüchow. Probewohnen im Wendland, Unterstützung bei der Jobsuche, kommunikative Vernetzung, Informationszentrale, Nachfolger-Suche für Betriebe – die Agentur Wendlandleben hat sich viele Aufgaben gesetzt, um dem demografischen Wandel im Landkreis Lüchow-Dannenberg entgegenzuwirken. Lüchow-Dannenberg im nordöstlichen Niedersachsen ist mit etwa 50 000 Einwohnern bei 1220 Quadratkilometern Fläche der am dünnsten besiedelte Landkreis innerhalb der alten Bundesländer.
29.10.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Glinder

Lüchow. Probewohnen im Wendland, Unterstützung bei der Jobsuche, kommunikative Vernetzung, Informationszentrale, Nachfolger-Suche für Betriebe – die Agentur Wendlandleben hat sich viele Aufgaben gesetzt, um dem demografischen Wandel im Landkreis Lüchow-Dannenberg entgegenzuwirken. Lüchow-Dannenberg im nordöstlichen Niedersachsen ist mit etwa 50 000 Einwohnern bei 1220 Quadratkilometern Fläche der am dünnsten besiedelte Landkreis innerhalb der alten Bundesländer. Und: Der ältere Bevölkerungsanteil überwiegt, die jungen Leute zieht es in die Städte. Dieses Problem betrifft viele ländlich geprägte Gegenden in Deutschland. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg, auch als Wendland bekannt, versucht nun, durch verschiedene Maßnahmen dem Bevölkerungsschwund in der strukturschwachen Region abzuhelfen.

Zunächst als „Willkommensagentur“ bezeichnet, hat sich die im Februar 2017 gegründete Institution kürzlich in Wendlandleben umbenannt. Das Projekt mit zwei angestellten Mitarbeitern plus einer Honorarkraft wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert – über 24 Monate mit Option auf Verlängerung. Es sei in Westdeutschland die erste professionell arbeitende „Werbeagentur für Rückkehrer“, so die Projektleiterin Sigrid Kreuser. Im Wendland Geborene, die zum Beispiel wegen eines Studiums oder einer Ausbildung den Landkreis verlassen haben, sollen möglichst zur Rückkehr bewegt werden. Andererseits möchte Sigrun Kreuser zusammen mit ihrem Mitarbeiter Arne Schrader erreichen, dass sich Menschen, die zwar nicht im Wendland geboren sind, aber dort schon Kontakte haben, sei es über Freunde oder durch Urlaubsaufenthalte, hier ansiedeln. Und schließlich sollen auch die Ansässigen im Wendland gehalten werden.

Dabei steht Schrader und Kreuser ein Netzwerk im gleichen Gebäude zur Seite. Im gleichen Gebäude, hinter der nächsten Tür, befindet sich die Wirtschaftsförderung des Landkreises. Schräg gegenüber hat die Klimaschutzleitstelle ein Büro, die sich auch über die Mobilitätsverbesserung im Landkreis Gedanken machen soll. Zudem sitzt gleich gegenüber die Vorgesetzte von Kreuser, Renate Ortmanns-Möller. Sie hat die Aufgabe, für Regionale Entwicklungsprozesse Fördermittel zu akquirieren. Ein Stockwerk tiefer hat die Grüne Werkstatt Räumlichkeiten, eine Art Kreativitätsschmiede, die auch Designcamps mit Studierenden verschiedener Universitäten organisiert.

Inzwischen haben mehr als 40 Beratungsgespräche stattgefunden. Anonymisierte Bewerbungen wurden von der Agentur an interessierte Firmen weitergegeben. Offene Stellen konnten besetzt werden. Familien wurden bei der Wohnungssuche unterstützt. Erfolgreich war die Agentur auch bei der Suche nach dringend benötigten Pflegefachkräften und weiteren Mitarbeitern im Gesundheitsbereich. Zudem hat sie eine Ausbildungsmesse für junge Leute beim Übergang von der Schule in den Beruf mitorganisiert.

Ganz wichtig ist es Sigrun Kreuser und Arne Schrader, die Vorteile eines Lebens im Landkreis aufzuzeigen. Organisationen, Freizeitangebote, offene Stellen für Fachkräfte – das alles soll auf der Webseite der Agentur, die sich noch im Aufbau befindet, gesammelt werden.

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