Ghostbusters-Fanatiker Geisterjäger aus der Provinz

Alle paar Wochen gehen Thomas Nelsen und seine Freunde auf Geisterjagd - in der niedersächsischen Provinz. Dabei glauben sie nicht an übernatürliche Wesen. Ihre Leidenschaft sind alte Ghostbusters-Filme.
15.05.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Geisterjäger aus der Provinz
Von Kristin Hermann

Alle paar Wochen gehen Thomas Nelsen und seine Freunde auf Geisterjagd - in der niedersächsischen Provinz. Dabei glauben sie nicht an übernatürliche Wesen. Ihre Leidenschaft sind alte Ghostbusters-Filme.

Bünde hat ein Problem. Es wird von Geistern bedroht. In der kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen sind ein grüner, schleimiger und ein weißer, dickbäuchiger Geist gesichtet worden. Sie spuken im Pinball-Universe umher, einem größten Handelshäuser für Flipper in Deutschland. Dort wird an diesem Tag das neue Ghostbusters-Gerät vorgestellt. Ein Zufall? Den Veranstaltern bleibt nichts anderes übri, als sich an professionelleGeisterjäger aus dem benachbarten Bundesland zu wenden – den Ghostbusters Niedersachsen.

Ihr Auftritt ist beeindruckend: In ihren beigen Overalls und mit dem Protonenpack auf dem Rücken – einer Maschine, um Geister einzufangen – sehen die vier Männer Bill Murray oder Dan Aykroyd aus den Kultfilmen täuschend ähnlich. Und genau das ist auch ihre Absicht. Denn natürlich sind sie keine echten Geisterjäger – sie glauben nicht an übernatürliche Wesen.

Nachgebaute Waffen

Die Männer, die in ganz Niedersachsen verteilt wohnen, sind leidenschaftliche Ghostbusters-Fans und tingeln in ihrer Verkleidung und mit ihren nachgebauten Waffen durch Deutschland, um sich bei Events mit anderen Fans fotografieren zu lassen oder nur zum Spaß Geister zu jagen. Dafür opfern sie fast ihre gesamte Freizeit. Sie beschreiben sich selbst als „Walking act“, eine Form des Theaterspiels, bei der Schauspieler und Publikum miteinander agieren.

2016 wird ihr Jahr, sagen die Männer. Ende Juli kommt der dritte Teil der Ghostbusters-Filme in die Kinos, allerdings mit Frauen in der Rolle derGeisterjäger. Was sie davon halten, wissen die Ghostbusters Niedersachsen selbst noch nicht so richtig. Frauen, die Geister vertreiben sollen? Sie lassen sich überraschen, doch die Skepsis sieht man ihnen an. Der Hype um den neuen Film bringt den Hobby-Geisterjägern aus der Provinz jede Menge Auftritte. Im Pinball-Universe promoten sie einen extra zum Film erscheinenden Flipper, für den aus ganz Deutschland Menschen angereist sind, um ihn für ihren Verein oder für sich selbst zu testen. Geld spielt dabei offensichtlich keine Rolle. Der Geister-Flipper startet bei 5800 Euro – nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt, sagen die Veranstalter.

Was hier aufeinander trifft, ist echte Fanliebe. Bei Christian Röhrs, einem der niedersächsischenGeisterjäger, geht diese Vernarrtheit sogar so weit, dass er sich das Ghostbusters-Logo sogar auf den Oberarm tätowieren ließ. Die anderen Männer tragen passende Ohrstecker. Bei den Besuchern kommt so viel Liebe zum Detail an. Alle wollen ein Selfie mit den Geisterjägern, einige sogar Autogramme, die die Männer mittlerweile immer dabei haben.

Die Gruppe gibt es in dieser Zusammensetzung seit 2015. Thomas Nelsen hat sie gegründet – er ist das Herz der Ghostbusters Niedersachsen. In seinem Keller baut er die Ausrüstung für die anderen und sich, vor seiner Haustür steht ein umgebauter Volvo mit Geister-Aufspüranlage auf dem Dach und dann gibt es da noch ein Zimmer mit mehr als 750 Sammel-Figuren. Wie sehr diese Leidenschaft Nelsons Leben bestimmt und was seine Freundin dazu sagt, das sehen sie in einer Multimedia-Reportage.

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