Glücksatlas 2015 Glücklicher an der Küste

Niedersachsen, die im Norden des Bundeslandes leben, und auch Bremer und Bremerhavener sind mit ihrem Leben zufriedener als Bewohner anderer Regionen Deutschlands. Das besagt der aktuelle „Glücksatlas“.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Iris Leithold und Antonia Lange

Niedersachsen, die im Norden des Bundeslandes leben, und auch Bremer und Bremerhavener sind mit ihrem Leben zufriedener als Bewohner anderer Regionen Deutschlands. Das besagt der aktuelle „Glücksatlas“.

Schönheit und Ruhm spielen beim Glückempfinden der Deutschen eine untergeordnete Rolle, das ist eines der Ergebnisse des „Glücksatlas’ 2015“, der am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Er legt jährlich offen, wie zufrieden die Deutschen sind.

Am wenigsten glücklich sind nach aktuellem Stand die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Schleswig-Holsteiner dagegen befinden sich im siebten Himmel. Zum dritten Mal in Folge ist die Region Schleswig-Holstein Spitzenreiter im Glücksranking der 19 untersuchten Regionen in Deutschland. Die Region Niedersachsen-Nordsee mit Bremen und Bremerhaven belegt im Bundesvergleich Platz drei. Hamburg liegt mit Franken auf dem geteilten vierten Platz.

Glücksniveau gestiegen

Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen der Arbeitssituation und dem Glückempfinden. Entscheidend für die geringere Lebenszufriedenheit der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seien die relativ schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, teilte die Deutsche Post bei der Vorlage des Glücksatlas’ mit. Die Arbeitslosenquote sei in keiner anderen Region Deutschlands so hoch wie im Nordosten und das verfügbare Einkommen nirgendwo geringer. Mecklenburger und Vorpommern bewerteten ihre Lebenssituation mit 6,67 Punkten; die Schleswig-Holsteiner mit 7,36 Punkten. Grundlage der Befragung ist eine Skala von 0 bis 10.

>> Arbeit und Freunde vermitteln gutes Gefühl

Der Abstand zwischen Ost und West hat sich demnach verringert und ist so klein wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Derzeit beträgt er nur noch 0,15 Punkte, nach 0,36 Punkten im Vorjahr. Die Westdeutschen haben demnach eine Lebenszufriedenheit von 7,05 Punkten. Im Osten liegt sie bei 6,9, im Bundesdurchschnitt bei 7,02. Das Glücksniveau in Deutschland ist auf 7,02 Punkte gestiegen. Seit 2006 ist die Lebenszufriedenheit damit um fast 0,3 Punkte angestiegen.

Was die Menschen konkret glücklich oder unglücklich macht, geht aus der Untersuchung nicht hervor. Aber die Arbeitszufriedenheit wurde in einer gesonderten Befragung vom Meinungsforschungsinstitut dimap unter die Lupe genommen. Ergebnis auch dort: Zwischen Arbeits- und Lebenszufriedenheit besteht ein enger Zusammenhang. „Wie zu erwarten war, ist Arbeitslosigkeit ein großer Glückshemmer“, heißt es dort. Während Berufstätige ihre Lebenszufriedenheit im Schnitt mit 7,1 Punkten bewerten, lag der Wert bei Arbeitslosen mit 6,0 Punkten deutlich darunter.

Die meisten Punkte (7,2) vergaben die Mecklenburger und Vorpommern bei der Frage: „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Wohnung und Freizeit?“ Aber auch da sind die meisten anderen Deutschen zufriedener, der Durchschnittswert liegt bei 7,5 Punkten. Am unzufriedensten sind Nordostdeutsche mit ihrem Haushaltseinkommen, sie vergaben nur sechs Punkte. Der deutsche Durchschnittswert lag bei 6,5.

◼ Grundlage der Befragung ist eine Skala von 0 bis 10, in deren Rahmen sich die Befragten selbst einschätzen müssen. Ausgewertet wurden zum einen die Daten des sogenannten sozio-oekonomischen Panels. Die fortlaufende Erhebung misst seit 1984 wie zufrieden sich die Deutschen selbst einschätzen. 2015 wurden dazu mehr als 19 000 Menschen befragt. Zusätzlich fließen die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung vom Institut für Demoskopie Allensbach ein. Die Forscher befragten von Februar bis Mai 2015 rund 5800 Teilnehmer nach deren Lebenszufriedenheit.

Wie man Glück misst

Grundlage der Befragung ist eine Skala von 0 bis 10, in deren Rahmen sich die Befragten selbst einschätzen müssen. Ausgewertet wurden zum einen die Daten des sogenannten sozio-oekonomischen Panels. Die fortlaufende Erhebung misst seit 1984 wie zufrieden sich die Deutschen selbst einschätzen. 2015 wurden dazu mehr als 19 000 Menschen befragt. Zusätzlich fließen die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung vom Institut für Demoskopie Allensbach ein. Die Forscher befragten von Februar bis Mai 2015 rund 5800 Teilnehmer nach deren Lebenszufriedenheit.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+