Niedersachsen Grüner Listen-Deal löst Ärger aus

Bei den niedersächsischen Grünen gibt es Ärger über die Vergabe der Listenplätze für die Bundestagswahl. Offenbar gab es Absprachen zwischen Jürgen Trittin und Sven-Christian Kindler.
05.02.2021, 05:00
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Grüner Listen-Deal löst Ärger aus
Von Peter Mlodoch

Hannover. Krach bei Niedersachsens Grünen: Die Absprache der beiden Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin aus Göttingen und Sven-Christian Kindler aus Hannover über die vorderen Plätze auf der Landesliste für die Bundestagswahl haben in der Partei großes Kopfschütteln ausgelöst. „Die Liste wird nicht am grünen Tisch gemacht, sondern immer noch durch Wahlen entschieden“, schimpft ein Mitglied der grünen Landtagsfraktion in Hannover.

Der frühere Bundesumweltminister Trittin, der seit der Bundestagswahl 1998 ein Dauer-Abo als männlicher Teil des niedersächsischen Spitzenduos innehatte, will nun seinen Platz 2 für den Haushaltsexperten Kindler freimachen und dann selbst für Platz 4 kandidieren. Diesen Deal mögen aber andere Bewerber nicht so ohne weiteres hinnehmen. „Ich werde irgendwo zwischen Platz 2 und Platz 10 antreten“, kündigt der Landtagsabgeordnete und ehemalige-Landesumweltminister Stefan Wenzel im Gespräch mit dem WESER-KURIER an. Er wundere sich, dass man sich offenbar in den grünen Hochburgen Hannover und Göttingen kein Direktmandat zutraue und lieber auf vordere Listenplätze setze.

Die Grünen wollen ihre Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst auf einen Präsenzparteitag Ende Mai in Oldenburg aufstellen. Laut Satzung sind der erste Platz und die dann folgenden ungraden Plätze Frauen vorbehalten. Als Spitzenkandidatin wollen sich die Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden aus Lüneburg und Filiz Polat aus Bramsche bewerben.

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