Schaden in Millionenhöhe

Mehr als 700 Betrugsverfahren bei Corona-Hilfen in Niedersachsen

Niedersachsen ist im Zusammenhang mit Betrugsfällen bei der Auszahlung von Corona-Hilfen ein Millionenschaden entstanden. Nur ein kleiner Teil der Summe wurde bislang gesichert.
24.08.2020, 16:34
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa
Mehr als 700 Betrugsverfahren bei Corona-Hilfen in Niedersachsen

Auf mindestens 6,5 Millionen Euro wird die Schadenssumme bei den Betrugsfällen in Niedersachsen gerechnet.

Robert Michael / dpa

Im Zusammenhang mit der Auszahlung von Corona-Hilfen sind inzwischen niedersachsenweit mehr als 720 Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts eröffnet worden. Wie das Justizministerium am Montag in Hannover mitteilte, wird die Schadenssumme mit Stand Anfang August auf mehr als 6,5 Millionen Euro geschätzt. Den Staatsanwaltschaften sei es bislang gelungen, etwa 560.000 Euro zu sichern.

Ein Schwerpunkt der Ermittlungsverfahren liegt demzufolge bei der Staatsanwaltschaft Hannover, die allein 289 Verfahren mit einer vorläufigen Schadenssumme von rund 1,8 Millionen Euro führt. In Hildesheim sind laut Ministerium 95 Verfahren mit einem Schaden von 940.000 Euro anhängig, von der Staatsanwaltschaft Oldenburg werden 69 Verfahren mit einer Schadenssumme von 650.000 Euro geführt.

Die Ermittlungsverfahren werden aufgrund von Verdachtsmeldungen der NBank aufgenommen, die die Corona-Förderungen ausgezahlt hat. Die NBank meldet, wenn sie Hinweise auf vorsätzliche Falschangaben hat. Entsprechende Prüfmechanismen waren auf Wunsch des Wirtschaftsministeriums in das Antragsverfahren eingearbeitet worden.

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