Landesregierung will Wildschweine und Nutrias töten lassen Im Fadenkreuz

Hannover. In Osteuropa ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) auf dem Vormarsch, Wildschweine können sie übertragen. Deshalb soll es den Tieren verstärkt an den Kragen gehen, auch in Niedersachsen.
13.06.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peer Körner

Hannover. In Osteuropa ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) auf dem Vormarsch, Wildschweine können sie übertragen. Deshalb soll es den Tieren verstärkt an den Kragen gehen, auch in Niedersachsen. Um die Jagd zu erleichtern, soll nach dem Willen der Landesregierung das Jagdgesetz geändert werden. So sollen künftig notfalls auch Muttertiere geschossen werden dürfen, sollte die Seuche ausbrechen. Auch das Schießen aus dem Auto soll dann bei Jagden auf Schwarzwild während der Maisernte erlaubt werden, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums.

Das Kabinett hat am Dienstag einen entsprechenden Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz freigegeben, nun sind die Verbände gefragt. „Im Falle eines Seuchenausbruchs soll es zulässig sein, in betroffenen Gebieten alle Wildschweine zu töten, um die Ausbreitung des Erregers zu verhindern“, hieß es in einer Pressemitteilung der Staatskanzlei. Hierzu gehöre im Falle eines ASP-Ausbruchs auch das Erlegen von Muttersauen mit Jungtieren in der Risikozone, erläuterte eine Sprecherin des zuständigen Landwirtschaftsministeriums.

„Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einer hiesigen Wildschweinpopulation hätte verheerende Folgen für Niedersachsens Schweinehalter und wäre ein volkswirtschaftlicher Milliardenschaden“, erklärte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Transport und Handel könnten dann zum Erliegen kommen. Niedersachsen sei mit mehr als zehn Millionen Tieren bundesweit Schweineland Nummer eins und daher besonders sensibel für ASP, betonte sie bereits im Februar. Die Seuche endet bei Wild- und Hausschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich.

Vorgeschlagen wurden am Dienstag auch Regelungen für ein allgemeines Fütterungsverbot bei Schwarzwild, im Falle eines Jagdverbots soll der Wildschadensersatz gestrichen werden. Das Verbot von Schalldämpfern soll aufgehoben werden, doch muss jeder Jäger der zuständigen Behörde nachweisen, warum der Besitz erforderlich ist.

„Wir können bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest nicht auf eine zeitaufwendige Änderung des Gesetzes warten“, sagte Helmut Dammann-Tamke,

Außerdem soll mit der Novellierung des Jagdgesetzes die landesweite Bejagung von Nutrias deutlich verstärkt werden. Die aus Südamerika stammenden Nager gefährden durch das Untergraben von Deichen und Dämmen den Hochwasserschutz. Der bislang geltende Schutz der Elterntiere soll aufgehoben werden.

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