Niedersachsen Kampf gegen anhaltende Regenflut

Hannover. Die Hochwasserlage in Niedersachsen bleibt angespannt - auch für die nächsten Tage ist starker Regen gemeldet. Während den Landwirten die Jungpflanzen absaufen, kämpfen Storchenküken in der Nässe ums Überleben.
28.05.2013, 07:08
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Hannover. Die Hochwasserlage in Niedersachsen bleibt angespannt - auch für die nächsten Tage ist starker Regen gemeldet. Der Dauerniederschlag setzt der Natur zu: Während den Landwirten die Jungpflanzen absaufen, kämpfen Storchenküken in der Nässe ums Überleben.

Das Hochwasser in Niedersachsen nimmt kein Ende. Seit dem Wochenende kämpft die Feuerwehr vor allem im Süden und Osten des Landes mit Sandsäcken, Booten und Pumpen gegen die Wassermassen. Am Dienstag waren allein in Braunschweig nach Angaben der Feuerwehr 150 Helfer im Einsatz gegen die Fluten. Auch in den nächsten Tagen rechnen Meteorologen mit starken Regenschauern und steigenden Wasserpegeln.

"Eine Entspannung gibt es nicht", sagte Wolfgang Seifert vom Deutschen Wetterdienst am Dienstag. "Wir werden Donnerstag und Freitag noch einen Zuwachs von bis zu 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter haben." In den Gemeinden Bad Grund und Windhausen (Kreis Osterode) haben die extremen Regenfälle das Trinkwasser verdorben. Das Wasser sei stark eingetrübt und sollte am besten gar nicht oder allenfalls in abgekochtem Zustand getrunken werden, warnte ein Verwaltungssprecher.

Die anhaltenden Regenfälle machen auch Tieren zu schaffen. Einige Jungstörche verendeten bereits in ihren durchnässten Nestern. "Wenn die Eltern der Jungen selbst klitschnass sind, können sie ihre Küken nicht wärmen", sagte Udo Hilfers von der Storchenpflegestation Wesermarsch. Zahlreiche Vogelarten finden bei dem nasskalten Wetter zudem kaum Nahrung. Es sei ungünstig, dass dieses Wetter mitten in die Brutzeit fällt, sagte Joachim Neumann vom Artenschutzzentrum Leiferde. "Viele Jungtiere können sich davon nicht erholen oder sterben." Kleine Hasen und Mäuse hätten Probleme, in dem nassen Untergrund Unterschlupf zu finden.

Die niedersächsischen Bauern kämpfen indes mit überfluteten Feldern. Das Hochwasser setzt vor allem den erst kürzlich ausgesäten Maispflanzen und Zuckerrüben zu. "Die kleinen Pflanzen saufen ab", sagte Gabi von der Brelie, Sprecherin des Landvolks Niedersachsen. "Wenn die Felder länger überflutet sind, kann es sein, dass sie neu bestellt werden müssen." Die kalten Temperaturen schadeten vor allem dem Spargel und den Erdbeeren. "Da ist die Vegetation weit zurück."

Angesichts der Überschwemmungen forderte der Naturschutzbund Nabu die Landesregierung auf, landesweit Überflutungsflächen für Flüsse zu schaffen. "Wir brauchen weniger Dämme und Begradigungen und mehr Überschwemmungsflächen", mahnte Nabu-Sprecher Ulrich Thüre.

Auch die Gastronomen klagen über das nasskalte Wetter. "Die Außengastronomie ist seit Saisonbeginn ins Wasser gefallen", sagte Rainer Balke, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Niedersachsen. Die Regenfälle im Mai kosteten einige Wirte bis zu 20 Prozent des Saisonumsatzes. Am meisten litten die Biergärten unter dem anhaltenden Regen. "Für die ist der Verlust kaum einholbar", warnte Balke. "In dem einen oder anderen Fall könnte es zu Existenzproblemen kommen."

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