Niedersächsische Landtagswahl Kandidaten-Poker der SPD für 2013 hat längst begonnen

Hannover. Die SPD will sich mit der Debatte um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2013 ganz gerne Zeit lassen. Aber die Machtspielchen haben längst begonnen. Hannovers OB Weil wird verstärkt als der Mann gehandelt, der CDU-Ministerpräsident McAllister herausfordern könnte.
20.02.2011, 11:01
Lesedauer: 2 Min
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Hannover. Die SPD will sich mit der Debatte um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2013 ganz gerne Zeit lassen. Aber die Machtspielchen haben längst begonnen. Hannovers OB Weil wird verstärkt als der Mann gehandelt, der CDU-Ministerpräsident McAllister herausfordern könnte.

Der Kandidaten-Poker sollte bei der SPD Niedersachsen eigentlich ganz diskret hinter den Kulissen ablaufen. Die Landespartei will das Rennen um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2013 schließlich erst am Abend der Kommunalwahl im September eröffnen. Aber schon jetzt, sieben Monate vorher, wird der hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil als Herausforderer von Ministerpräsident David McAllister (CDU) hoch gehandelt.

Wird 52-Jährige, der seit 2006 Rathauschef in der Landeshauptstadt ist, darauf angesprochen, reagiert er ausweichend, aber auch nicht mit einem klaren Dementi. Er lächelt und sagt einfach nur: "Tja". Dann schiebt er als Antwort gerne nach: "Ich fühle mich als OB im Rathaus pudelwohl". In ähnlicher Weise hatte sich lange auch der frühere Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) geäußert - jetzt ist er Bundespräsident.

Auffällig ist, dass der souverän wirkende Lokalpolitiker seit einiger Zeit verstärkt außerhalb der Stadtgrenzen auftritt. Seine Botschaften zielen dabei auf die Landespolitik ab, der frühere Stadtkämmerer teilt auch gerne mal gegen die schwarz-gelbe Landesregierung aus. Weil könnte damit zu verstehen geben, dass er ganz Niedersachsen im Blick hat. Außerdem hat der redegewandte Rathauschef mit seiner Funktion als Bundesvorsitzender der SPD-Kommunalpolitiker auch mehr Einfluss in Berlin dazugewonnen.

Das weiß längst auch SPD-Landeschef Olaf Lies aus Friesland, der Ambitionen auf die Spitzenkandidatur hat. Vieles hängt vom SPD-Wahlergebnis bei den Kommunalwahlen am 11. September ab. Ein Erfolg für die SPD ist immer auch einer für den Landesvorsitzenden, hatte Lies vor einiger Zeit selbstbewusst gesagt. Der 43-Jährige, der recht spät in die Politik einstieg, kann im SPD-Bezirk Weser-Ems mit Unterstützung rechnen. Weil dürfte den mitgliederstärksten hannoverschen Bezirk ganz auf seiner Seite haben. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem SPD-Bezirk Braunschweig zu, der mit Hannover manchesmal im Zwist lag.

Etliche Sozialdemokraten im niedersächsischen Landtag geben unumwunden zu - allerdings ohne dass sie offen genannt werden wollen - dass die Machtspiele in der SPD um die Spitzenkandidatur schon begonnen haben. Für den CDU-Fraktionschef Björn Thümler ist die Sache klar: "Da sich Weil um eine klare Antwort zu seiner Kandidatur drückt, bahnt sich innerhalb der SPD ein Machtkampf an." "Die Lager bringen ihre Truppen in Stellung", heißt es.

Letztlich will die SPD ihren Hoffnungsträger, der McAllister als Ministerpräsidenten ablösen soll, nach den Kommunalwahlen in einer Urwahl küren lassen. Das heißt, die Basis stimmt ab. Auch der im rot-grünen Hannover populäre Oberbürgermeister Weil dürfte sich dann etwa im Norden Niedersachsens noch bekannter machen müssen. "In Oldenburg kennt niemand Stephan Weil", sagt FDP-Landtagsfraktionschef Christian Dürr aus Ganderkesee. In Ostfriesland - der Heimatregion des Konkurrenten Lies - kann sich Weil demnächst präsentieren: Beim politischen Aschermittwoch der SPD in Pewsum wird er am 9. März als Büttenredner erwartet.

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