Investitionen in Millionenhöhe Katastrophenschutz für alle Fälle

Niedersachsen hat die Einheiten für den Katastrophenschutz neu aufgestellt, um für zukünftige Bedrohungen gut gerüstet zu sein.
20.07.2017, 21:41
Lesedauer: 2 Min
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Von Kristina Wienand

Neue zentrale Landeseinheiten seien nun etwa in Hannover, Braunschweig, Northeim und im Raum Oldenburg stationiert, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Die verschiedenen Einheiten für Betreuung, Wasserrettung, Verpflegung, Patiententransport und Logistik können miteinander kombiniert werden.

Insgesamt wurden in diesem Jahr sechs Millionen Euro investiert – unter anderem in winterharte Zelte, Transportbusse und Material für 500 neue mobile Betreuungsplätze. „Ein modern aufgestellter Katastrophenschutz ist extrem wichtig“, sagte ­Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung des Konzepts in Hannover.

Erfahrungen aus der Vergangenheit flossen ins Konzept ein

Angriffe machten an Landesgrenzen keinen Halt, erklärte der Innenminister weiter. Flexible Einheiten seien für Flächenländer wie Niedersachsen sehr wichtig. Die zusätzlichen Einheiten sollen in Zukunft die Arbeit der lokalen Katastrophenschutzbehörden ergänzen.

In das Konzept sind Erfahrungen aus der Vergangenheit eingeflossen. Die Versorgung von vielen Flüchtlingen gleichzeitig 2015/16 habe etwa gezeigt, dass robuste und winterfeste Zelte benötigt werden, hieß es aus dem Ministerium. 300 wurden nun neu angeschafft – inklusive Heizungen. Im ­Katastrophenfall können sie eingesetzt werden.

Eine wichtige Einheit ist dem Innenministerium zufolge auch die zur Wasserrettung. Deren Einsatzkräfte können Menschen, die im Krisenfall vom Wasser eingeschlossen sind, versorgen, tranportieren und auch ­deren Verletzungen vor Ort behandeln. Auch Taucher gehören zu der Einheit.

Gefahren drohen auch durch Terror- oder Cyberangriffe

All diese Fähigkeiten werden bei einem extremen Hochwasser gebraucht. Das hatte sich im Jahr 2013 beim Jahrhunderthochwasser an der Elbe gezeigt. Aber Gefahren drohten in Zukunft nicht nur durch außergewöhnliche Wetterlagen, sondern auch durch Terror- oder Cyberangriffe, betonte Innenminister Boris Pistorius in Hannover.

Es gehe beim neu aufgestellten Katastrophenschutz auch darum, die Folgen von möglichen Cyberangriffen auf kritische ­Infrastruktur für die Menschen vor Ort abzuschwächen. „Wenn die Server eines Krankenhauses gecrasht werden, funktionieren nicht nur die Rechnungen nicht mehr, sondern auch die Radiologie“, beschrieb Pistorius. In diesem Fall müssten etwa Krebs­patienten in andere Krankenhäuser gebracht werden, um rechtzeitig ihre Behandlung fortsetzen zu können.

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